Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
285-286
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285⁵ Brenke

Brett 286

Brenke, s. 1Brente.

brennen, v.(Prät. brannte, Part. gebrannt): durch Feuer versehren; durch Feuer ver- zehren machen; Empfindung wie von Feuer mitteilen; von Feuer oder wie von Feuer ergriffen sein; flammend oder feuerglänzend sein. Mhd.-ahd. b. ist nur Faktitiv; dazu and. brennian, mnd.(mit Umstellung des T) bernen, ags.(ebenso) bœrnan, anord. brenna, schwed. bränna, dän. brände, got. brannjan. Nhd. b. hat aber auch das Intransitivum mhd. brinnen(Prät. bran, Part. gebrunnen), ahd. brinnan in sich aufgenommen; dazu asächs. brinnen, ags.(mit Umstellung beornan, anord. brinna(dafür meist brenna), schwed. brinna, got. brinnan. Das zweite n ist präsens- bildend und wohl aus ꝛw entstanden, Grund- form also*brinzoo. Es gehört vielleicht zu air. brennim esprudeley und im letzten Grunde (mit /-Infix) auch zu lat. fervére. Vgl. auch börnen. Während Luther brennen auch als Intrans. gebraucht(unter ndd. Einfluß, schon mnd. ist bernen auch intrans. verwendet, ver- einzelt auch md. 2. B. Plisabeth2239), findet sich sonst im 16. u. 17. Jh. noch oft brinnen, namentlich bei Oberdeutschen(verbrunnen Opitz 1, 42, entbran Logau 2, 243, gehrunnen 2, 69, selbst noch entbronnen bei Goethe ew. Jude). Das Prät. von brennen lautet pei Luther brandte, Part. gebrand, später brannte, gebrannt, daneben aber bis gegen Ende des 18. Jh. auch brennte, gebrennt (brennte Wieland 18, 123, verbrennt Bürger 132, gebrennt Goethe 8, 177). 4BL. Brenner, m.(-⁶s, Plur. wie Sg.): der absichtlich Feuers- brunst verursacht, mhd. brennœre; der etwas brennt, z. B. Branntwein; Hirschkäfer(Luther 2. Mos. 8, 21 am Rande), weil er angeblich Kohlen auf seinen Hörnern in Gebäude trägt; Brand in Getreide, an Pflanzen, Büumen(auch bei Luther); Gegenstand an Beleuchtungskör- pern. S. auch brenzeln. ZUOS. Brennglas, n., bei Stieler 1691. Brennessel, f., bei Brunfels 1530, mhd. dafür eiternezzel d. i.«Giftnessel?. Brennpunkt, m., von Harsdörfer gebildet (Mathemat. Erquickstunden 1651 1, 301).

1Brente, f.(Pl.-n/): kufenartiges hölzernes Gefäß mit niedrigem Rande. Spätmhd. brenfef. (auch um 1480 im Voc. inc. teut. d 2 b brenten oder potung[Bottich],«Faß, Kufe, Maß), ent- lehnt aus ital.-mlat. brenta f.«Art Weinfaß. Daneben auch Brenke f. und Brenkel(im Voe. inc. teut. c 2 bals«vulgariters neben Brente) n., jetzt am Mittel- und Oberrhein.

Brente oder Brinte, f.(Pl.-n): vier- eckiges, aus gerösteten Mandeln und Zucker, Mehl und Eiweit bereitetes Gebäck mit ein- gedruckter Figur, in Frankfurt a. M. An- gelehnt an brennen«rösten»; aber in Aachen (Müller-Weitz 188) Prent, Print f. Abdruck von Blumen oder Figuren», wie ndl. und engl. print, dann Pfefferkuchen, der eine Figur darstellt, zu aach. prente«Leinwand druckeny, ndl. prenten, engl. print, aus afranz. preindre, von lat. premére dͥdrückeny.

brenzeln, v.: nach Brennen schmecken oder riechen. 1537 bei Dasypodius brentzelen und brenselen, das Dimin. von älternhd. brenzen (1664 bei Duez), das von brennen gebildet ist. Daneben bei Stieler 1691 brinzelen. 43 L. brenzlich, adj. u. adv.: dem Geruche, Geschmack nach angebrannt. Bei Stieler 1691 brenzelicht und brinzelicht.

Bresche, f.(Pl.-n): gewaltsamer Mauer- oder Wallbruch einer Befestigung. Aus franz. bréche f. Bruch, Lücke, Schartey, das auf ahd.-brehha in märbrehha f.«Mauerbrecher? zurückgeht. 1617 bei Wallhausen Corp. mil. 189(vgl. auch Gombert 6, 21); daneben im 17. Jh. Presse f.

Brestel, f.: Erdbeere(Rückert Ges. Ged. 4, 301). Schwübisch Bröstel f. und Bräst- ling m., spätmhd. bresteling«Gartenerdbeeres 1616 bei Henisch Breßling«weiße Erdbeere»; bei Schmeller* 1, 46 Pröbstling m.«große Erdbeere».

bresthaft, adj.: mit Leibesgebrechen be- haftet. Auch preßhaft(s. d.). Mhd. bresthaft amangelhafty, gebildet von mhd. brest m. «Mangel», das auf mhd. bresten«gebrechen⸗ beruht. Vgl. Gebresten.

Brett, n.(es, Pl.-er): aus einem Baum- stamm geschnittenes Holz, das mehr breit als dick ist; Tisch(in den Redensarten: ans B. kommen, hoch am Brett sein); Brett- spiel(daher die Redensart einen Stein im B. haben, d. h. zu seinem Vorteil). Mhd.-ahd. bret n.; dazu ags. bred n., dän.(entlehnt) brœt. Von gleicher Wurzel, nur mit andrer Ab- lautsstufe gebildet, 2Bord(s. d.). Daneben mit Dehnung des Vokals Bret(Goethe Tasso 3199. 12, 93. Schiller 11, 362. Wall. Lager 1036 im Reim); die Form ist früher nament- lich bei Mitteldeutschen sehr häufig und findet sich bei Stieler, Rädlein, Steinbach, Adelung angegeben, dagegen hat Luther Bret, aber Bretter, die südd. Wörterbücher Brett und im 18. Jh. wird diese Form auch