Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
283-284
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283 bravo

bieten». Im 17. Jh. entlehnt. Bravöur, f.: Tapferkeit. Aus dem gleichbed. franz. bra- voure f. Bei Wächtler 1711.

bravo! s. brav.

Breche, f.(Pl.-n): Werkzeug zum Brechen des Flachses oder Hanfes. Mhd. breche f., von 1 brechen.

¹brechen, v.(Prät. brach, Part. gebrochen): sich auseinandertun; entzweigehen oder ma- chen; auflösend vernichten. Refl. sich h.: sich mit Gewalt zerteilen; aus dem Magen durch den Mund gewaltsam von sich geben. Mhd. bréchen, ahd. bréhhan; dazu asächs. bre- Kan, ndl. brelen, ags. brecan, engl. break, schwed.(entlehnt) bräcka, dän. bräkke, got. brikan. Es stimmt der Lautverschiebung ge- mäßz mit dem gleichbed. lat. frangére, dessen m, wie das Perf. frégi zeigt, Präsensverstärkung ist. S. brach, Brocken, Bruch. ZUs. Brech- stange, f., 1663 bei Schottel 532.

*brechen, v.(Prät. brechte, Part. gebrecht): brechen machen(Flachs, Hanf brechen). Früh- nhd.(1482 im Voc. theut. e 3a brechen, flachs- prechen), abgeleitet von Breche.

brechlich, adj.(Claudius 6, 52 u. 6.): gebrechlich. Aus dem Ndd., wo mnd. brelcelix «gebrechlich).

precht in Eigennamen, eine Nebenform von-bert, s. d.

Bregen, m.(-s): Gehirn. Niederdeutsch, namentlich in Bregenwurst«Hirnwursty. Aus mnd. bregen n., dazu ndl. brein n., ags. brœgen n., engl. brain. Man vergleicht gr. gpexuoc m. Vorderkopf» unter Ansatz von rniregh, vgl. Osthoff Morph. Unters. 5, 92.

Brei, m.(-es, Pl.-e): dick ge- und zer- kochte Speise. Aus mhd. brie, bra(Gen. brien, spätmhd. auch mit starker Flexion), ahd. Prio, bri m.; dazu ndl. brij, ags. brio m. Die Her- kunft läßt sich nicht sicher ermitteln, da ein genau entsprechendes Wort in einer andern idg. Sprache fehlt. Man kann es zu lat. fiiure «zerreiben, zerbröckeln» stellen, aber auch zur Wz. von lat. firigo crösten, dörreny. Da neben diesem gr. pofw in derselben Be- deutung steht, also ein Wechsel von 7 und 7 vorliegt, so kann man auch brauen, brühen, brãten heranziehen. Im Nhd. nur mit starker Flexion, doch bayr. mit Eintreten des n der schwachen Dekl. in den Nom. Brein. 1 B L. breiig, adj., älternhd. breiicht.

breit, adj. u. adv.: ausgedehnt im Gegen- satz der Länge. Mhd.-ahd. breit; dazu asächs. bréd, ndl. breed, ags. brãd, engl. broad, anord.

Breitling, m.:

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Bremse

breidr, schwed.-dän. bred, got. braips. Dunkler Herkunft. 48. Breite, f., mhd. breite, ahd. breit, dazu got. braidei f. breiten, v.: auseinanderdehnen, mhd. ahd. hreiten; dazu asächs. brédian, ags. bräödan, anord. breida, schwed. breda, dän. brede, got. braidjan. eine Art Weihfische(1564 Forer 167 b ist Breittele die Bleie»); eine Kpfelart(1517 bei Trochus J6 b breydeling).

Bremse, f.(Pl.-/): dié große Stechfliege. KAlternhd. Breme(auch bei Luther, noch bei Adelung und Campe als Bräme erwühnt, mundartlich obd. und md. erhalten) f., mit Wechsel des Geschlechts aus mhd. bréme, brém m.(selten f., wie andd. bremmia mit Umlauts-e, auch brceme ist vorauszusetzen, vgl. schweiz. Id. 5, 605), ahd. bremo m., zu brummen, ahd. breman und verwandt mit lat. fremére dss., gr. ßpeucw«brause», vgl. Osthoff Morph. Unters. 5, 93 ff, wonach dann Breme s. v. a.«Brummer, Brummfliege» aus- drückt, vgl. elsäss. Brums. Es kann aber auch zu ai. bhramaräs m.«Bieney zu bhrämati cer schweift umher» gehören. Die weiter abgeleitete Form Bremse stammt aus dem Ndd., wo andd. brimissa, dazu ags. brimse f.; in ndd.-md. Glossaren des 15. u. 16. Jh. er- scheint bremse, bromse(1517 bei Trochus H 5 b bromsæen), brumse, während die obd. Wörter- bücher die Form noch nicht kennen; 1616 verzeichnet aber Henisch B. neben Bremme und 1663 Schottel neben Bräm Brümse, Broömse, Brumse, auch Duez, Krümer haben B.(Stieler, Ludwig dagegen nicht).

2Bremse, f.(Pl.-n): Nasenklammer zur Bändigung wilder Pferde; Vorrichtung zum Hemmen an einem Räderwerke mittelst eines Kurbelrades. Alternhd. auch Bremes(Alberus Dict. R), Brems n. Spätmhd. bremse f. in der 1. Bed., zurückgehend auf mnd. premese f., Premes n., das mit einer s-Ableitung gebildet ist von mnd. ndl. pramen«pressen, klemmen», dazu mnd.-mndl. prame f.«Druck, Zwangy, das weiter mit got. anapraggan«bedrüngen», mhd. pfrengen«in die Enge bringen, zwängen» verwandt ist. In gleicher Bed. findet sich bei Kilian bremer, bei Maaler 1561 bremen. Die 2. Bed. zunächst im Bergbau(1673 bei Berward Berg-Phrases 13 Brems f., Brems- rad, 1556 bei G. Agricola prembsschuch char- pago?), im 19. Jh. auf Maschinen und Eisen- bahnwagen angewendet. 4L. bremsen, v. Spätmhd.(bei N. v. Jeroschin) prempeen(für bremsen)«zwängen, bändigen».