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(Logau 1, 51). 4BL. Brauer, m.: der Bier braut, mhd. briuwer m., daneben briuabe m. (daher jetzt bayr. Bräu m.). Davon Brauerei, f., bei Duez 1664.
braun, adj.: aus Rot und Schwarz ge- mischt. Aus mhd. ahd. brün; dazu ndl. bruin, ags. brün, engl. browon, anord. brünn, schwed. brun, dän. bruun. Ins Romanische aufge- nommen als ital. bruno, franz. brun. Auch lit. br änas nebst slav. brunatint«caeruleus, fuscus» dürften entlehnt sein. Dagegen geht
auf die gleiche Wurzel zurück lit. béras(
cbrauny, aind. babhrä-g cbraun»(dem das deutsche Biher entspricht, s. d.), vermutlich gr. ꝙpòvn f., ꝙpòvoc m.«Krõteꝰ, vgl. auch Bär. 4BL. Bräune, f.: braunes Aussehen, mhd. briune; erstickende(braunrote) Entzündung der Luftröhre(bei Hans Sachs Fab. 144, 135 Preun). bräunen, v.: braun machen, mhd. briunen. bräunlich, adj. u. adv.: etwas braun, bei Luther bräunlicht. ZUS. Braunkohle, f., 1781 bei Jacobsson technol. Wb. 1, 283.
Braune, s. Braue.
Braus, m.(Gen. Brauses): rauschendes Getöse. Mhd. brüs m.«Brausen, Lärm». Von brausen(s. d.). Ndl. bruis n.«Schaum, Gischt».
Brausche, f.(Pl.-n): mit Blut unter⸗- laufene Beule. Mhd.(selten) bräüsche f., ndd. bräs, brüsch. Vielleicht mit schwäb. brausch «sprõde, brüchig, ndl. broos(aus mndl. brõsch), anord. breysur«gebrechlich, schwach» zu ags. brjsan cbrechen, engl. bruise«quetschen?; die ursprüngliche Bedeutung müßte«schla- gen» gewesen sein. 4L. brauschig, adj.: (Goethe 18, 324) geschwollen, wulstig.
Brause, f.(Pl.-n): der das Wasser brau- send durchlassende seihartige Aufsatz am Rohr der Gießkanne und diese selbst; Dusche. Mhd. vereinzelt brüschef. Dusches, älternhd. kommt Brause nur in der Bed.«Gärung» vor, die jetzige bei Voß Ged. 1, 44. Von brausen, v.: als heftig bewegte Luft oder Flüssigkeit stark hörbar sein. Aus mhd. bräsen(auch bräschen); dazu ndl. bruisen(früher bruischen, auch ndd. brüsken)«schäumen, brausen, aschwed. brüsa einherstürmen». Die Bed. rauschen» hat sich wahrscheinlich aus sieden, wallen» entwickelt, so daß brausen eine s-Er- weiterung der Wurzel von brauen wäre.
Braut, f.(Pl. Bräute): durch Ehever- sprechen Gebundene. Aus mhd. brüt(Pl. briute), ahd. brüt f. Verlobte, Neuvermählten; dazu asächs. bräüd, ndl. bruid, ags. bryd, engl. bride«junge Frauy, anord. bräãdy, schwed.-dän.
brud f.«Verlobtey, got. brßps f.«Schwieger- tochtery. Ins Mlat. entlehnt bruta f., woher afranz. Druy, franz. bru f.«Schwiegertochters. Die Etymologie war umstritten, vgl. Wiede- mann Bezz. Btr. 27, 205 ff. Nach den Auseinander- setzungen von Braune aber, Btr. 32, 30 ff. ist lat. frũtis zBeinahme der Aphroditeyzu vergleichen. 4BL. bräutlich, adj., mhd. briutelich, ahd. brutlihn. ZUS. Brautbett, n., mhd. brätbette, ahd. brütbetti n., entsprechend ags. brydhed, n., engl. bridebed. Brautführer, m., frühnhd. Albertinus weibl. Lustg. 99 b). Bräutigam, m.(-S, Pl.-e): Mann der Braut. Bei Luther Breutigam, Breutgam, aus mhd. Priutegome, entstellt briutegoume, briutegame(daraus Bräu- tigam, da e vor g in unbetonter Silbe zu wird), ahd. brütigomo m.; dazu asächs. brädi- gumo, ndl. bruidegom, bruigom, ags. brydguma, engl. bridegroom(mit Anlehnung an groom cjunger Mann»), anord. brüdgumi, schwed. brudgum, dän. brudgom, zusammenges. mit ahd. gomo, asächs. gumo, anord. gumi, ags.-got. gumda m.«Mann»(verwandt mit lat. homo m.); im Got. dafür bräpfaps m.(-faps stimmt der Lautverschiebung gemäß mit gr. nöcic(aus *öric) Gatte», aind. pätis«Herr, Gattes, lit. patis m. Ehemann»). Der Pl. wird zuweilen als Bréutigams(Goethe Götz 1) gebildet. Brautlauf, m.(Schiller Tell 4, 3 nach dem Schweiz.): Vermählungsfest, Hochzeit. Mhd. brütlouf m. f., brũtlouft m. f. n., ahd. brstlouftm. n., bratloufti f., dazu ags. brydhlop n. anord. bradlaup n., schwed. bröllop n., dän. Dryllup n. Hochzeit», ein gemeingerm. Wort, das wohl urspr. die feierliche Einholung der Neuver- mühlten bezeichnet.
brav, adj. u. adv.: tatkräftig, tüchtig; sitt- lich vorwurfsfrei. Aus franz. brave, ital.-span. bravo(daher bravo! als Ausruf, aus der ital. Oper stammend)«tapfer, wacker», die wahr- scheinlich auf lat. bärharus«barbarisch⸗, dann «wild, unbändigy zurückgehen. Das Wort ist in den ersten Jahrzehnten des 17. Jh. auf- genommen worden(ndl. schon 1599 bei Kilian), und zwar zunächst in der Bed.«tapfery,(1617 bei Opitz Aristarch 93) auch«ungestüm, un- bändig»(z. B. Logau 1, 100), dann auch«wacker, tüchtig»(vereinzelte Belege aus dem 16. Jh. bei Fischer 1, 1376). 4BL. bravieren, v.: Trotz bieten, mit Verachtung begegnen. 1615 bei Albertinus Landstörzer 470 braviren. Aus ital. bravare, franz. braver«trotzeny. Davon Braväde, f.(Pl.-n): Großsprecherei. Aus franz. bravade, ital. bravata f. eig.«Trotz-


