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Braten f.(Pl.-n): ein karpfenähnlicher Fisch, cy- prinus latus. Urspr. und noch mundartlich im Obd. Brachsen, Brachsem(bei Dentzler 1709 Brachsmen), mit Abschwächung des m der Endung zu n aus mhd. brahsem, brasme m. und brahsme, brahse f., ahd. brahsena, brahsa f.; dazu andd. bressemo, ndl. brasem m., engl. brasse, schwed. braxen, dän. brasen. Aus dem Deutschen entlehnt franz. bréme f. Dunkler Herkunft, kaum zu mhd. brehen «glänzen).
1Braten, m.(-S, Pl. wie Sg.): zu braten- des oder gebratenes größeres Fleischstück. Aus mhd. brüte(Gen. bräten) Pleisch, Weichteile am Körper», ahd. bräto m.(auch von Teilen des menschlichen Körpers, 2z. B. den Lenden), lat.(entlehnt) brãdo«Schinken», andd. brädo«Wadey, daneben mhd.-ahd. brät n.; dazu ags. hräde m., anord. Draäd f.«rohes Fleisch». Wahrscheinlich hat dieses Braten nichts mit dem folgenden zu tun. Grundbed. zunächst«Weichteily. Die urspr. schwache Flexion ist der starken gewichen, doch N. Sg. älternhd. noch Brate, Brat(Pl. im 17. Jh. öfter Bräter, zu dem N. Brat?). Redensart: den B. riechen«einen Anschlag merken?, mhd. den braten smecken. ZUS. Braten- rock, m. Rock, der bei Festlichkeiten ge- tragen wird, wohl nach engl. roastmeetclothes.
¹braten, v.(Prät. briet, Part. gebraten): über, an, in Feuer durch äußeres Hartwerden oder Hartmachen mürbe und genießbar wer- den oder machen. Mhd. bräten, ahd. brätan; dazu ndl. braden, ags. brodan. Hierher ge- hört noch anord. brãdr«hitzigy, sowie Brodem (s. d.); verwandt mit brühen(s. d.), das Ab- laut zeigt, brüten, und weiter vielleicht lat. firetum«Brausen, Wallen, Hitzey, fretãle«Brat- pfanney, gr. Bpdccu«siede, brausen mit an- derem Wurzelauslaut, wenn germ. br- aus me entstanden ist. 48L. bräteln, v.: langsam braten. Bei Voß. Z0S. Bratspieß, mn., zusammenges. mit Spie(8. 2Spieß), urspr. Spibz, mhd.-ahd. spiz m.«Spitze, auch Brat- spießy(verschieden von Spie m.«Stechwaffe»). Bratwurst, f., mhd.-ahd. brätacurst f.
Bratsche(mit G), f.(Pl.-n): Arm.-, Alt- geige. Aus ital. viola da braccio, braccio ist das lat. brachium n. Army. Bei Krämer 1678.
Bratspieß,-wurst, s. braten.
Bratze, s. Pratzc. bratzeln, s. brotzeln.
Bräu, n.(-es, Pl.-e): eine bestimmte Menge gebrautes Bier; Brauhaus. Aus mhd. priutoe f. n.«das Brauen und was auf einmal gebraut
280 wirdy. Alternhd. auch Brau; Bräu ist die obd. Form, die sich von Bayern aus ver- breitet hat. Von brauen(s. d.).
Brauch, m.(¹es, Pl. Bräuche):(veraltet) Verwendung wovon; herkömmliches Üblich- sein. Ahd.(einmal bei Notker) prüh m., mhd. nicht nachzuweisen und erst im 15. Jh.(bei Nic. v. Wyle) auftauchend. Von brauchen, v.: im Genusse wovon sein; wozu verwenden; wozu nötig haben(im 17. Jh., bei Logau 3, 4, 92). Aus mhd. brächen, ahd. brühhan; dazu asächs. brükan, ndl. bruilten, ags. bräcan mit starker Flexion,«genießen, sich einer Sache erfreuen, ertragen», engl. brook cer- tragen, sich begnügen mit», schwed.(ent- lehnt) bruka, dän. bruge, got. brükjan«wo- zu anwenden, gebraucheny. Urverwandt ist lat. frui, fructus«genießeny». 4BL. brauch- bar, adj. Bei Henisch 1616. bräuchlich, adj.: wie brauchhar; im Gebrauch. Bei Luther breuchlich.
Praue, f.(Pl.-n), auch Branne, f.(Pl.-n): Haarstreifen über dem Auge; Wimper. Aus mhd. Brοα, brä, ahd. bräzwa, brã f. Augen- braue, Augenlid»; dazu asächs. Dräwd, bräha, ags. brcô, anord. brã f. Mit abweichendem Vokal ags. brä, anord. DPrün f., die der Laut- verschiebung gemäß mit aind. bhrds, gr. ôgpöc, abg. brüvi f.«Brauey übereinstimmen. Ahd. bräwa zeigt Ablaut zu ags. bri usw. Uber die Nebenform Braune, sowie Bran(beiSchottel 1663), Brane, selbst Brame s. Augenbraue.
brauen, v.: über Feuer bei aufsteigendem Wasserdampfe bereiten, zunächst Bier(auch bildlich vom wallenden niedrigen Nebel, bei Gökingk, Goethe). Mit Übergang eines iu in O, später us(doch älternhd. auch oft breuen, noch jetzt obd.) aus mhd. briuaben(Prät. brouv, Part. gehrlawen), ahd. briuwan; dazu ndl. brou- Wen, ags. bréowan(mit starker Flexion), engl. breuc, anord. Drugga, schwed. brygga, dän. brygge. Auf die gleiche Wurzel gehen zurück ahd. brod, ags. broß n., engl. broth«Brühe, Suppen; dazu lat. defrutum n.«Mostsafto, phryg.thrak. Spôrov«Bier, Obstwein», air. bruthe«Brühe». Der urspr. Begriff des Wortes scheint also ckocheny gewesen zu sein, vgl. auch Brot. Man könnte auch braten, brüten, Brühe, Brei u a. im letzten Grunde mit un- serm Worte verbinden, da der gleiche Anlaut einer Reihe von Worten, die alle auf die Speisebereitung gehen, kaum Zufall sein kann. Die starke Flexion findet sich ülternhd. nur noch vereinzelt beim Part. Prät. gebrauen


