Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
277-278
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Brassen 278

lich) zerstörende Entzündung; zerstörendes Schwarzwerden an Pflanzen. Mhd. brant(Pl. brende), ahd. brant(Pl. brenti) m. in den bei- den ersten Bedd.; dazu ndl.-afries.-ags. brand m., engl. brand, anord. brandr(brennendes Holzstücks), schwed.-dän. brand m. Mit einer Ableitungsendung zu brennen(8. d.) gebildet. 4BL. branden, v.:(von Meeres- und Land- seewellen) aufbrausen und sich brechen. Aus dem Ndd., vgl. ndl. branden cin Brand stehen, flammen, in Feuerwellen sich bewegen»; in der jetzigen Bed. von den ndd. Dichtern Klopstock(Oden 2, 54) und Voß eingeführt, aber Adelung 1793 noch nicht bekannt. Schon früher findet sich das abgeleitete Brandung, f.: Aufbrausen und Brechung der Wellen an der Küste oder verborgenen Felsen. Aus ndd. brancdung f., entsprechend ndl. branding f. Im Robinson(1720) 1, 420 und bei Steinbach 1734 verzeichnet. Brander, m.(*s, Pl. wiesg.): mit, Brennstoffen angefülltes Schiff zum Anzünden feindlicher Schiffe. Aus dem gleichbed. ndl. prander m. Bei Krämer 1678(1613 bei Hul- sius Schiffart 10, 38 begegnet dafür Bränner oder Brandschiff). brandig, adj.: brand- artig, älternhd. brandicht; den Brand habend (prandig 1562 bei Mathesius Sarepta 176 vom Brand im Getreide). ZUS. Brandbrief, m.: Brief, der mit Schädigung durch Brand droht, spätmhd.(vom J. 1402) branthrief m.;(bild- lich) dringlich gehaltener Brief(Goethe Br. 1, 104); Bettelbrief, eig. mit Berufung auf er- littenen Brandschaden(als studentisch bei Kindleben 1781 angeführt). Brandfuchs, m.: Fuchs mit schwarzem Bauche, schwarzer Schwanzspitze und schwarzen Läufen; dunkel-, fuchsrotes Pferd(1644 bei Duez 153); Student im zweiten Halbjahr(bei Kindleben 1781 neben Brander). Brandmal, n.: Zeichen des Bran- des. Bei Luther. Brandmark, n. u. Brand- marke, f.: eingebranntes Zeichen. Dafür älternhd. Brandmerk(1616 bei Henisch, auch noch 1678 bei Krämer Brandmärck, aber Brandmarck bei Ludwig 1716), vgl. ndl. brand- merk n.; Brandmarcke bei Steinbach 1734. Davon brandmarken, v.: mit einem ein- gebrannten Zeichen kenntlich machen, insbe- sondere als einen Verbrecher. Bei Krämer 1678. Brandmauer, f.: feuerfeste Mauer. Bei Stieler 1691. Brandopfer, n.: ein bis auf die Eingeweide zu verbrennendes Tieropfer. Bei Luther. brandschatzen, v.: eine Geld- auflage festsetzen zur Abwendung feind- lichen Niederbrennens, spätmhd. brantschatzen.

Brandsohle, f. innere Sohle unter deräufßern. Bei Ludwig 1716 Brandsole. Brandstifter, m.: der einen Brand erregt. Frühnhd.(1501 im Voc. opt. N5 2 brantstiffter«incendiariuss), entsprechend ndl. brandstichter m.

Branke, s. Pranke.

Branntwein, m.(-es, Pl.-e): aus Wein- hefen, Früchten oder Gewächsen abgezogene geistige Flüssigkeit. Spätmhd.(zuerst 1360 in Frankfurt a. M. erwäbnt, s. ZfdA. 6, 269) brantwin, zusammengerückt aus brant(ge- kürzt aus gebrant) win«der gebrannte Wein», urspr. mit Flexion des ersten Wortes(noch bei Schiller Räuber 2, 3 gebt mir ein Glas Brandtenwein), dann in fester Verbindung Branntewein(Goethe 12, 93) oder Brannt- wein. Die Nebenform Brandaein erklärt sich aus dem Part. Prät. gebrand bei Luther, sie findet sich im 16. Jh.(z. B. bei Rollenhagen Froschm. 3, 1, 13) und wird noch von Frisch 1741 angesetzt. Bei Adelung Branntwein. Entlehnt ndl. branderwijn m., dän. brändeviin m., schwed. brännvin n.

Brante, s. Pranke.

Braß, m.(Gen. Brasses): Masse wertloser, lästig fallender Dinge. Aus dem Nd., wo mnd. bras m.«Schmaus»(s. prassen), dann Lürm, Geprängen; das Wort dringt gegen Ende des 15. Jh. auch ins Hd. ein und nimmt hier auch die Bed.«Gemengsel», dann«Haufe wertloser Dinge, Wusts an, bei Stieler 1691 verzeichnet und in der Umgangssprache des 18. Jh. sehr gewöhnlich. Auch nicht selten Praß geschrieben(z. B. Weiße Lustsp. 1, 197, Lessing 7, 234, Goethe Faust 10322). Ferner findet sich in gleicher Bed. Brast(Lessing 8, 168), Prast(Günther 698), wohl mit ange- tretenem t aus Braß entwickelt(schon 1482 im Voc. theut. e brast«pompa»), zugleich auch peeinflußt durch älternhd. und mund- artlich Brast m.«Kummer, Sorge», zu mhd. bresten auseinanderbrechen, gebrechen, er- mangeln». In gleicher Bed. ndl. bras m.

Brasse, f.(Pl.-n): Seil an dem Ende der Segelstangen, um sie nach dem Winde zu richten. Aus dem gleichbed. ndl. bras m., das auf das ebenfalls gleichbed. franz. Dras m., urspr.«Arm» zurückgeht. Bei Adelung 1774. brassen, v.: die Brassen oder(das Segel) vermittelst der Brassen anziehen und so richten. Aus dem gleichbed. ndl. brassen, von dem gleichbed. franz. brasser, eig.«mit den Armen oder einer Stange rühren».

Brassen, m.(-S, Pl. wie Sg.) u. Brasse,

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