273 bosseln
sbosseln, v.: halb oder ganz erhabene Arbeit machen. Aus dem gleichbed. franz. hosseler, von bosse f.«Beule, Erhabenheit» (§. d. folg.).
bossieren, v.: in weicher Masse(Wachs, Gips) erhaben formen. Mit fremder Endung gebildet von franz. bosse, ital. bozza f.«Beule, Erhabenheit», die mit ahd. bõözan«schlagen» als«durch Schlagen entstandene Geschwulst» zusammengebracht werden. Schon frühnhd.
böswillig, s. böse.
Botänik, f.: Pflanzenkunde. Aus nlat. botanica, gr. Boravui«Pflanzen betreffende? (nämlich émicrüun«Wissenschafty), von Bordvn f.«Pflanzey. Im 18. Jh. aufgenommen. Davon Botäniker, m.(-s, Pl. wie Sg.): Pflanzen- kundiger.— botänisch, adj.: pflanzenkundig, zur Pflanzenkunde gehörig. Nach dem gr. Jat. hotanicus, gr. ßoravicéc. botanisieren, v.: Pflanzen suchen zu wissenschaftlichem Zwecke. 1728 bei Stoppe Ged. 1, 151 botanisiren.
Bote, m.(-/, Pl.-n): der zum Uberbringen oder Ausrichten Abgeschickte. Mit Dehnung des Vokals(doch heißt es älternhd. im Obd. Bott, noch bei Dentzler 1709) aus mhd. bote, ahd. boto m.; dazu asächs. bdo, ndl. bode, ags. boda, anord. bodi m. Zu bieten. 4 BL. Botin, f., erst im 18. Jh. gebildet(z. B. Lessing 3, 316), bei Adelung 1793 noch nicht, verzeichnet. Botschaft, f.: übersandte Mit- teilung, aus mhd. boteschaft, ahd.(bei Notker) hotoscaft, früher botascaf f.; dazu asächs. hodsepi, ags. bodscipe m. Dazu Botschafter, m.(*8, PI. wiesg.): der im Auftrag eines Staates Abgesandte. Von mhd. boteschaften ceine Botschaft ausrichten oder verkündigeny. Bei Krämer 1678 Bottenschafter, allgemein Bote, seit 1700 als«Staatsgesandtery, dem franz. ambassadeur entsprechend, üblich werdend.
botmäßig, adj.: zu Dienst unter- oder ploß ergeben. Spätmhd. potmæzzig(in der Kanzleisprache)«sich nach den Geboten zu halten verpflichtet, untertany, zusammenges. mit mhd. bot n. Gebot, Befehl). 4 8L. Botmäßigkeit, f.: die Macht zu gebieten.
Botin, Botschaft,-schafter, s. Bote.
Böttcher, m.(-s, Pl. wie Sg.): wer hölzerne Gefäße mit nur einem Boden macht. (ekürzt aus Bötticher, spätmhd. botecher. Von Bottich, m.(-es, Pl.-e): hohes höl- zernes, oben offenes, aus Dauben zusammen- gesetztes Gefäß beim Bierbrauen. Aus mhd. hotech, boteche m., boteche, botege, botige f., ahd. botahha f., das auf mlat. butica zurück-
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
brach 274
geht, gebildet von buta f.(S. Bouteille). Der Ubergang zum M. erfolgte unter Einfluß von mhd. botech, ahd. botah m.«Rumpf, Körper', dem ags. bodig m., engl. body; entspricht.
Bottelier, m.(-S, Pl. wie Sg.): der die Mundvorräte auf den Schiffen verteilt. Aus ndl. bottelier, das mit engl. butler auf franz. houteillier m.«Kellermeister(s. Bouteille) zurückgeht. Bei Adelung 1774.
Bouillon, f.(Pl.-s): Fleischbrühe. Das franz. Pouillon m., das eig. s. v. a. Aufkochen, Wallen, von franz. bouillir(aus lat. bullire) asieden, aufkochen». 1715 bei Amaranthes 246.
Boutéille, f.(Pl.-n): gläserne Flasche. Das franz. bouteille f., das auf das gleichbed. mlat. huticzla f. zurückgeht, das Demin. von mlat. bufa, bota, span. port. bota, franz. houte f. Faß, Kübel, Schlauch, Wassergefäß», die wahrscheinlich gr. Boric, ßodric«Flaschey zur Grundlage haben. Vgl. auch Bottich, Bütte. Im 17. Jh. entlehnt.
Bowle, f.(Pl.-n): Punschnapf; Punsch. Aus engl. boul«Kugel, Schüssel, Napfs. S. Bolle. Bei Voß(Horaz. Sat. 2, 8, 86) in deutscher Schreibung Bole.
boxen, v.: mit geballter Faust zu Leibe gehen. Aus dem gleichbed. engl. box, einer Ableitung zu dem unter pochen behandelten Verbum für«schlagen, stoßen; entsprechend wird zu mhd. buc m.«Stoß, Schlag» spätmhd. buxen astoßeny» gebildet. Vgl. auch baxen.
Boykott, m.(*s, Pl.-s): Verruferklärung, dazu boykottieren, v.: in Verruf erklären. Nach James Boykott, einem Gutsverwalter in Irland, über den im J. 1880 die irische Landliga zuerst den Bann verhängte, was die Folge hatte, daß jedermann den Verkehr mit ihm abbrach.
brach,(sprich bräch) adv.: nach der Ernte umgebrochen ruhend, ohne bestellt zu werden. Zuerst bei Henisch 1616, sonst ülternhd. ge- wöhnlich brache. Von Brache, f.(Pl.-n): erstes Umgebrochensein und Ruhen des Bodens nach der Ernte; Land, das nach der Ernte umgebrochen ist und unbesäet ruht. Mhd. bräche, spätahd. brächa f.; dazu mnd.-mnl. brake f., zu brechen. Aus in der Brache oder im Brach liegen hat sich das Adv. brach entwickelt; entsprechend ndl. Praakc, dän. brak. 4BL. brachen, v.: den Boden pflügen zum Ruhen nach der Ernte. Bei Luther dafür brochen(Hiob 39, 10). Mhd. brächen, ahd. brühhön. ZUS. Brachfeld, n., mhd. u. spätahd. brächvelt n. Brachmonat, m.: Juni(Zeit
18


