Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
271-272
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271 1 Borste

bhosseln 272

B. der Wimper). In diesem Kollektiv hat sich mhd. ahd. borst erhalten(s. d. folg.).

Borste, f.(Pl.-n): ein starres Haar. Mhd. borste, auch bürste, ahd. bursta f., da- neben mhd. borst m. n., ahd. borst, burst m. n.; dazu ags. byrst n., anord. burst f., schwed. borst m. und mit weiterer Ableitung ndl. horstel m., ags. brystl f., engl. bristle. Urver- wandt ist aind. bh'stis f.«Spitze, Zacke, Eckey, lat. fastigium aus*farstigium Giebel, Spitzen. Das M. N. Borst verschwindet im ältern Nhd. 4BL. borsten, weiter gebildet horsteln, v.: vorstenartig emporrichten; refl. sich borsten, horsteln: die Borsten sträuben. Bei Frisch 1741. borstig, adj., im 16. Jh. borstig, börstig, mhd. horstoht.

Bort, s.*Bord.

Borte, f.(Pl.-n): starkes, aus Seide und Goldfäden gewirktes Band, zunächst ein den Rand eines Kleides usw. zum Schmuck um- fassendes Band. Mit Wechsel des Geschlechts aus mhd. borte m. Einfassung, Rand, aus Seide und Goldfäden gewirktes Band für sich oder als Besatzy, ahd. Porto m. Besatz, Saum, stark- und dichtgewirktes Bandy, zu mhd.- ahd. bort m.«Rand»(s. 1Bord). Bei Luther noch als M. Borte, ebenso bei Henisch 1616 und oft im 17. Jh. Borte, Borten, bei Stieler 1691 Borte f. In der Bed. Einfassung gern Borde geschrieben(z. B. Schiller Räuber 2, 3), vgl. bordieren.

bös, s. bösc.

böschen, v.: abhängig machen. Davon Böschung, f. schrüge Senkung, Abdachung. b. ist urspr. s. v. a. mit Rasen belegen von schweiz. Bösch, Pösch m.«Rasen, Rasenstück» bei Maaler 1561(auch graspõsch), zu busch gehörig. Böschung ist am Anfang des 17. Jh.

als militärischer Ausdruck geläufig(1599 bei

Speckle Architectura). In nordd. Aussprache und auf der Bühne jetzt mit 5.

böse, gekürzt bös(Goethe Iph. 1877), adj. u. adv.: gehalt- und haltlos; nichts wert; unnütz; nachteilig zuwider seiend; feindlich mißgestimmt. Mhd. bœse, ahd. bösi; dazu mnd. u. mndl. bOse, nndl. 500s, afries. Däse. Vergl. ferner engl. to boast«prahlen, sich rühmen», norw. baus chitzig, heftig, über- mütigy, schwed.-dial. bös«wild, verwegen daherfahrend(Wadstein Btr. 22, 238). Für lie Grundbed. ist ahd. bs8a f. und gibõsi n. Possen, Dösön clüstern, scherzen», sowie das entlehnte prov. bauza f. Betrug» zu beachten.

zu ahd. 503zan, engl. fo beat«stoßen, schla- gen, aus bauttjo(S dann aus tt). Wadstein geht von einer Bedeutung«schwellen» aus, die in einigen Fällen im Slavischen vorliegt, russ. bahnut aschwellen, sich werfen» u. a. 4 BL. boshaft, adj. u. adv., 1535 bei Schwartzenberg Cicero 134, 1, älternhd. ge- wöhnlich boshaftig(auch bei Luther, schon 1470 im mlat--hochd.-böhm. Wb. 175 bohafftig). Bosheit, f., mhd.-ahd. bösheit f., auch in der Bed.«Nichtigkeit, Gehalt-, Wertlosigkeit». böslich, adj. u. adv.: auf böse, d. i. schlechte, tadelhafte Weise, mhd. bœsliche adv., selten bœslich adj. ZUS. bösartig, adj. u. adv., bei Dentaler 1709 bösärtig. Bösewicht, m. (-es, Pl.-e und-er): nichtswürdiger Ver- brecher. Mhd. bæsewiht(auch noch mit Flexion von bæse) m., zusammenges. mit zwiht «Wesen», dann Elender»(s. Wicht). Der Pl. lautet schon bei Luther auch Böseiwichter. böswillig, adj. u. adv., spätmhd. Dœsrwillic.

Boskétt, n.(-es, Pl.-e): Lustgebüsch. Aus dem gleichbed. franz. bosquel, ital. boschetto m., von ital. bosco m., das auf Busch(s. d.) zurückgeht. Im 18. Jh. entlehnt.

böslich, s. böse.

Boße, m.(·n, Pl.-n) u. f. Gebund Strohes, Flachses u. dgl. Mhd. 503e, ahd. 5636, mnd. bote m. Büschely», dann s. v. a.«Gebund Flachss. Davon Bößel, m.: kleines Gebünd- chen Flachs, deren eine Anzahl einen Boßen ausmachen, und bößeln, v.: den gerafften Flachs in Büschel(Bößel) binden. Wohl zu ahd. bzan«stoßen», in Hinsicht auf festes zusammenstoßendes Binden, vgl. Sto Haufey.

bosseln, v.: Kegel schieben, kegeln. Mit Kürzung des Vokals aus älterm boßeln(bei Stieler 1691 boselen), von dem dialektischen Boßel m.«Kegelkugel», abgeleitet von mhd. bõözen«Kegel schieben?, eig.«stoßen?(s. Am- b%). Davon Bosselleich, m.: Kegelbahn. Bei Luther Bosseleich, Bosleich. S. Leich.

*posseln, v.: in Kleinigkeiten arbeiten, zusammenflicken, künsteln. Vielleicht mit Kür- zung des Vokals aus spätmhd. 563eln, bazeln cklopfen, schlagen», Iterativ zu bözen«schla- gen»(s. 4boß), im 16. Jh. auch in der Bed. «künsteln, ausbessern, zusammenflicken, klein- lich arbeiten?(z. B. Hans Sachs Fab. 193, 24. Scheidt Grob. 1528). Doch ist auch nd. pöseln csich mit Kleinigkeiten beschäftigen» zu be- rücksichtigen. Davon Bossel, m.: Haus- knecht, eig. der kleinliche Arbeit macht

Herkunft noch nicht aufgeklärt. Vielleicht(Hans Sachs Fastn. 85, 143),