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bordieren, bortieren, v.: den Rand besetzen, einfassen. Aus dem gleichbed. franz. border, von bord m.«Rand, Saumꝰ, dem das deutsche Bord, Borte(s. d.) zu- grunde liegt. Bei Krämer 1678 bordiren, bei Erasm. Francisci 1668 bortiren.
1Borg, m.(-es, Pl. Börge): Schwein, s. Barch.
„Borg, m.(-es): Dargabe oder Annahme auf Zurückgabe(in der Redensart auf Borg, bei Schiller und Hebel auf Borgs durch Vermischung mit einem adv. borgs. Mhd. borc(Gen. borges) m.: was auf Zurückgabe dargegeben oder angenommen wird. Von borgen, v.: dargeben oder annehmen auf Zurückgabe; auf spätere Bezahlung geben oder nehmen. Mhd. borgen«bürgen, Bürge seiny, daneben aber in ursprünglicherer Bed. Nachsicht haben, schonen, Acht worauf haben», ahd. boragén«sich wovor hüten, Acht, worauf haben, schonen»; dazu ndl. borgen, ags. borgian, engl. borrow«borgen». Zu bergen und abg. brégq cich sorge für etwas», falls dies nicht aus dem Deutschen entlehnt ist.
Borke, f.(Pl.-/): die rauhe äußere Baum- rinde. Aus dem Nâd., wo mnd. borke f.; dazu engl. bark, anord. börkr m. Dunkler Herkunft. Häufig zu Birke gestellt, was aber keineswegs sicher ist. Bei Henisch 1616 Borcke, Barekce.
Borkirche, f.: erhöhter Zuhörerraum oder Chor in der Kirche. Spätmhd. borkirche f., zusammenges. mit ahd.-mhd. bor f.«xHöhe, oberer Raumꝰ, das mit mhd. bürn, ahd. baurian erheben» wohl zu ahd. beran«tragen» gehört; ebenso Borscheune, f.: der Scheunenboden über der Tenne, Borwisch, m.: runder Kehrbesen mit langem Stiel, um damit hoch hinauf wischen zu können. Vgl. empor.
Born, m.(-es, Pl.-e): wie Brunnen, Quell; Quellwasser. Dichterisch, auch mund- artlich in Mittel- und Niederdeutschland. Mit Abfall eines-e aus mhd.(in md. Quellen) burne, borne, dann auch born(so 1469 im Voc. ex quo, 1482 im Voc. theut. e lb neben prun); entsprechend mnd.-mnl. borne m., ndl. born f., afries. burna m., ags. burn f., burna m. und burne f. Identisch mit Brunnen(s. d.), nur mit Umstellung des r. Luther gebraucht Born neben Brun, auch ist es verzeichnet 1540 bei Alberus, dann 1616 bei Henisch. Die urspr. schwache Flexion ist der starken gewichen; Luther bildet den Pl. Börne.
börnen, v.: brennen. Bei Luther(Hiob 30, 28) und mundartlich in Mitteldeutschland.
Mhd. in md. Quellen burnen, börnen, auch 1482 im Voc. theut. e 1⁵ bornen oder brennen, 1540 bei Alberus Dict. Pp 4² ich börn æbrenney; entsprechend mnd. burnen(neben bernen), ags. byrnan, engl. burn«brennen). Gegenüber brennen(s. d.) zeigt b. Umstellung des r und abweichende Ablautsstufe. Vgl. auch Bernstein.
borniert, adj.: beschränkt. Eig. Part. Prät. von bornieren«begrenzen, beschränken?, das aus dem gleichbed. franz. borner von franz. borne f.«Grenzzeichen, Ziel». Im 18. Jh. ent- lehnt(von Campe 1795 besprochen).
Borretsch, m.(-es): als Salat und Ge- müse dienendes Gartenkraut mit behaarten Blättern und hellblauer Blüte, Gurkenkraut, borago officinalis. Spätmhd. burretsch, bor- retsch m., aus ital. borragine, franz. bourrache f., die auf der spätmlat. Benennung borãgo, borrãgo f. beruhen; dieser liegt das lat. burra f. czottiges Gewand’, ital.-prov.-span. borra, franz. bourre f.«Scheerwolley zugrunde. Der Name wegen der haarigen Beschaffenheit der Blätter.
Börs, s. Barsch.
Borsdorfer, m.: eine aus dem meißnischen Dorfe Borsdorf stammende veredelte Apfel- art. Schon bei Luther. Bei Musäus(Kinder- klapper 79) verkürzt Borsterapfel.
Börse, f.(Pl.-n): Geldbeutel; Versamm- lungsort und Gebäude zur Besprechung im Geldhandel usw. Spätmhd. burse f. ist«Geld- beutel, Kassey(1385 die Nebenform borse, borsen Gombert6, 19), auch«zusammenlebende Genossenschaft und deren Haus», ahd. burissa f.«Taschey, dazu mndl. burse, ndl. beurs f. Vgl. auch Bursche. Zugrunde liegt mlat. bursa, ital. borsa, franz. hoursef.«Beutel»(von Leder), diese aus gr. Bpca f.«abgezogenes Fell⸗, dann Leder». B. beruht in seiner Lautform zunächst auf dem Ndl.(in Brügge bezeichnete B. zuerst das Versammlungshaus der Kauf- leute, vgl. WB. d. Volkswirtschaft ²21, 500) und wird in dieser Bed.(aber auch als Studentenhaus) als Börs zuerst von Schottel 1663 und Krämer 1678 verzeichnet, während Henisch in gleicher Bed. noch Bars hat. Börse«Geldbeutel» wird zuerst von Adelung 1774 angeführt. Vgl. Bursche.
1Borst, m.(-es, Pl.-e): auseinanderge- brochene Stelle. Aus dem Md. Ndd., mnd. burst, borst m.; dazu ags. byrst m., engl. burst«Riß, Bruchy. Zu bersten. Dafür bei Luther Borste f.
2²Borst, m.(-es, Pl.-e): Gesamtheit starrer Haare. Oberdeutsch(Schubart 2, 53 mit den


