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Bonbon
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Bonbon, n.(Pl.-s): eine Art Zucker- werk, aus franz. bonbon, dem doppelgesetzten bon«guty. Im 18. Jh. entlehnt.
Bonmot, n.(-s, Pl.-s): Witzwort, wit- ziger Einfall, aus franz. bon«guty und mot «Worty. Anfang des 19. Jh. entlehnt.
Bönhase, m.(-n, Pl. ·n): Pfuscher, Un- berechtigter zum Handwerk. Aus ndd. bön- hase m. Handwerker, besonders Schneider, der, weil er nicht Meister ist, heimlich auf dem obersten Hausboden(ndd. böne f.) ar- beitet, wo ihn die Zunftmeister aufsuchen oder wie man sagt, jagen(deshalb Hase). Schon im 16. Jh. vorkommend(1568). Ent- lehnt ndl. beunhaas, schwed. bönhas, dän. bönhase m. Vgl. Walther ZfdW. 8, 191.
Bonne, f.(Pl.-n): dienendes Mädchen, namentlich zur Kinderwartung. Aus franz. bonne f.«Dienstmädchen», eig. F. des Adj. bon«gut», urspr. trauliche Anrede der Kinder. Neue Entlehnung.
Boot, n.(-es, Pl.-e, auch Böte): kleines leichtes offenes Wasserfahrzeug. Wie andre Seemannsausdrücke(s. Flotte, Tau) aus dem Ndd. entlehnt. Mnd. bot m. n., mndl. boot, entlehnt aus mengl. Dot n.(nengl. boat), dies aus ags. bãt n.; dazu anord. beit n., häufiger aber(nach dem Ags.) bäãty m., schwed. bat m., dän. baad. Auch franz. bateau m.«Fahr- zeug, Boote beruht auf dem ags. Wort. Das anord. beit gehört vielleicht zu biti m. Balken und weiter zu arm. phait«Balken», Lidén Uppsalastudier 34. Im Hochd. zuerst 1595 in Hulsius Schiffart als Boot m. n., z. B. 1, 19, dann auch bei Henisch 1616 ver- zeichnet, ferner 1657 bei Bellin S. 119 als Bool n.«ein kleines schifleiny, bei Schottel 1663, bei Stieler(als Bot m. n.), bei Ludwig 1716(als Bot, Boot, Both n.) usw.; in der Literatur z. B. bei Fleming 580 Both, häu- figer im 18. Jh. Der Pl. zuweilen als Böte gebildet(wohl von dem älternhd. M. Boot aus). Für die Zusammensetzungen Boots- knecht, Bootsmann usw.«Schiffer» er- scheint schon im 16. Jh. Boßknecht, Boß- gesell, Boßleute, deren Boß-(beruhend auf ndd. bös- aus 5ts-) allmählich durch Boots- verdrängt wird(Potsgesell bei Fischart Binenk. 103, Bootsmann bei Henisch 1616, doch kennt noch Stieler 1691 auch Bosmann, daraus entlehnt das gleichbed. frz. bosseman m.).
Borax, m.(es, Pl.-e): die natürlich vorkommende Verbindung der sogenannten Borsäure mit Natron. Alternhd. Boraß(1562
bei Mathesius Sarepta 80 b Borros), schon spätmhd. buras, aus mlat. boraæ f.(woher ital. borace m.), das auf arab. bäãzurag beruht.
Borch, s. Barch.
1Bord, m.(-es, Pl.-e): umfassender oberer äußerer Rand; Schiffsrand und damit bildlich auch s. v. a. Schiff. Mit d durch ndd. Einfluß(Adelung hat noch Bort). Mhd.- ahd. bort m. n. ᷑Rand, Schiffsrandy; dazu asächs. bord m. Rand, Schiffsrand, Schild- rand, Schildy, ndl. boord m.«Rand, Schiffs- rand, Ufer, Saumꝰ, ags. bord n.«Schiffsseite, Schildy, engl. board Rand, Schiffsrand', anord. bord, schwed.-dän. bord n. Rand, Schiffsrand. Damit berühren sich Worte mit br- im Anlaut, ahd. brort und brart m. cRand, Schiffsrand, Vorderteil des Schiffs?, ags. brord m.«Spitze, Khrenstachel» und breord m., anord. broddr m.«Spitzey. Wahr- scheinlich sind zwei Wörter zusammenge- fallen, ein bord, das eigentlich«Bretty be- deutet und mit diesem verwandt ist, und ein durch Schwund eines aus brord«Rand entstandenes bord, das zu abg. brazda f. «Furchey gehört und«Rand» bedeutet. Vgl. noch Borte.
2²Bord, n.(es, Pl.-e): Brett. Rheinisch, auch ndd., hd. eigentlich Bort. Aus dem gleichbed. mhd. bort n.(selten, vgl. auch Diefenbach-Wülcker S. 278 u. Alberus Dict. BB 2 bort«asser»); dazu ndl.-ags. boyd, engl. board, anord. bord’, schwed.-dän. hord n.«Brett, Tisch, Tafelꝰ, got.-baurd in fötubaurd n.«Fuß- brett, bank». Jedenfalls zu Brett gehörend, dem gegenüber B. Umstellung des und ab- weichende Ablautstufe zeigt. Vgl. 1 Bord.
Borde, s. Borte.
Börde, f.: sich hinziehende fruchtbare Ebene, besonders an einem Fluß, eine Fluß- ebene, z. B. Soester, Magdeburger Börde. Aus mnd. borde, boerde, auch geboerde f., das wohl nicht zu ndd. bord«Rand»(Fluß- rand) gehört, sondern zu mnd. boren, bœren «gebühren», also eig.«Gebührlichkeit, Kom- petenz⸗, dann Gerichtsbezirky.
Bordéll, n.(-es, Pl.-e): öffentliches Haus zur Unzucht. Aus dem gleichbed. franz. bordel, ital. bordello m., einer dimin. Bildung von afranz. bordé, span. borda f.«Bretterhütte, Bude», die auf das deutsche ²Bord(s. d.) zurückgehen. 1475 findet sich klevisch im Teuth. bordeel, dann bei Fischart Garg. 90 bordél, 1615 bei Albertinus Landstörzer 401 Bordel, Henisch 1616 verzeichnet Bordeel.


