Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
265-266
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265 Bole

spricht dem in Namen erscheinenden-bolt und geht zurück auf das Adj. mhd. balt, ahd. bald kühnn. Daraus ist von Dichtern ein Subst. Bold, m.: kleines Wesen(Rückert 3, 145) geschaffen worden.

Bole(bei Voß), f.: Kumpf für Speise oder Getränk, nach engl. bowl(s. Bowule).

bölken, v.: schreien, brüllen(vom Rind- vieh usw.). Aus dem gleichbed. mnd. bolken, auch ndl. balken und in Mitteldeutschland im 15. Jh. bällcen; Henisch 1616 verzeichnet hollcen und bölken. Lautnachahmendes Wort, wohl Nebenform zu blöken. Vgl. auch mhd. pullen, büllen, ahd. bullön æbrüllen, bellenv.

boll, bollig, adj. steif, ungeschmeidig(bes. pei den Lohgerbern vom Leder). Aus dem Ndd.(mnd. bol«hohl»), aus dem Henisch 1616 hol und Schottel 1663 bolt chohl, geschwollen, aufgeblasen» verzeichnen. Wohl zu Bolle(s. d.). 2Z0S. Bolleisen, n.: ungeschmeidiges, sprödes Stangeneisen. Bei Adelung 1774.

Bolle, f.:(Pl.-/): Zwiebel, überhaupt Wurzelknollen; Blütenknopf der Pflanze; Samenknopf des Flachses; langrundes, mul- denartiges Gefäß. Mhd. bolle f. m.«Knospe und oben wie unten enges, in der Mitte weites Gefäß zum Auffüllen und Abziehen des Weines», ahd. bolla f.«Fruchtbalg oder Knoten des Flachses» und in hirnibolla f. Hirnschales; dazu ndl. bol m.«Kugel, Ball, Blumenzwiebel⸗, ags. bolla m.«Gefäß, Becher und in héafodbolla f.«Hirnschale, engl. Pozol Gefaß, Napf, Bechery, anord. bolli m.«Schalev. Das Wort gehört zu mhd. boln, ahd. bolön«wäl- zen», dann«schleudern»y und bezeichnet urspr. überhaupt einen rundlichen Gegenstand. Ver- wandt ist Ball(s. d.).

Bolleisen, s. boll.

Böller, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kleiner Mörser zum Schießen. Alternhd. auch Böler(noch bei Ludwig 1716, bei Duez 1664 und Krämer 1678 Böhler), obd. Pöller. Spütmhd. boler m. Wurfmaschine, Schleudery, zu mhd. boln, ahd. holõn in der Bed.«schleudernꝰ, urspr.«wälzen).

bollig, s. boll.

Bollwerk, n.(-es, Pl.-e); Wall und Schanze zur Verteidigung; Festungswerk vor dem Hauptwalle. Mhd. bolezwerc, bolaberc n. Gerüste(Werk) zum Werfen oder Schleudern, Wurfmaschine», dann Gerüst oder Befesti- gungsanlage zur Verteidigung einer Festenusw., gebildet von mhd. boln«schleudern, werfen» und werc n. hier«Vorrichtung zur Arbeit, Maschine, Gerüsty. Daher franz. boulevard m.

Bombe 266

Bolz, m.(-es, Pl.-e) und Bolzen, m. (+H, Pl. wie Sg.): kurzer dicker Pfeil(danach auf ähnlich gestaltete Eisen übertragen, z. B. Schließnagel, Plättstahl). Mhd. bolz, selten bolze m., ahd. bolz m.; dazu mnd. bolte«Pfeil, Fußeisen?, ndl. bout Bolz, eiserner Schließ- nagel», ags. bolt m., engl. bolt«Pfeil, Riegel, Fessels, schwed. balt, isländ. bolti m. eiserner Schließnagel», dän. bolt«Bolz». Man ver- mutet Umdeutschung von lat. catapulta f. «Wurfmaschiney, dann auch«Wurfgeschoß, doch kann das Wort auch germanischen Ur- sprungs sein, vielleicht zu ahd. bolön«schleu- dern, abschnellen»(s. Böller), doch macht da- bei die Ableitung Schwierigkeiten. Lit. eldec anklopfen, anpochen» ist kaum verwandt, da dies zu poltern(s. d.) gehört. Bolzen hat sich aus dem mhd. schwach flektieren- den bolze entwickelt und hat Bola jetzt fast ganz verdrängt(dies z. B. bei Heine 1, 311).

Bombärde, f.(Pl.-n): großes Steinge- schütz, Donnerbüchse. Aus afranz. bombarde, einer Ableitung vongr.-lat. bombus m.(8. Bombe). Bei Wächtler 1711. 4BL. Bombardemént, n.(-S, Pl. s): Beschießen mit Bomben. Aus gleichbed. franz. bombardement m. Bei Spe- rander 1728. Bombardier, m.(-s, Pl.-e): Feuerwerker. Aus franz. bombardier, mlat. bombardarius m. Bei Rädlein 1711 Bombardir-

Gesellen. bombardieren, v.: mit Bomben beschießen. Aus franz. bombarder, mlat. bombardare. Bei Stieler 1691.

Bombasin, m.(-s): Art baumwollen- seidenes Zeug. Aus dem gleichbed. franz. bombasin m., das mit ital. ombagino m. auf ein mlat. bombacinium n. zurückgeht, einer Ableitung von mlat. bombaæ(Gen. bombacis) m. f.«Baumwolle», das seine Grundlage in gr. lat. bombyæ(Gen. bombycis), gr. Böhßue «Seidenraupey hat. Schon 1556 bei Frisius S. 14252 Bombasin cxylinum»(mhd. kommt dafür wammasin vor).

Bombast, m.(-s): Wortschwall, Schwulst. Aus engl. bombast«Wortschwall, aufgeblähte Redey, eig. mit Baumwolle ausgestopftes Zeug, von mlat. bombaæ m. f.«Baumwolle⸗ (s. Bombasin). Im 18. Jh. entlehnt(Gott- sched, Liscow 77).

Bombe, f.(Pl.-n): große gefüllte Hohl- kugel zum Schießen. Bei Krämer 1678. Aus franz. bombe, ital.-span. bomba f., gleichsam summendes Geschoßy, von gr.-lat. bombus, gr. é ßoc m.«dumpfer, tiefer Ton, Summen, Rauscheny.