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Bohle, f.(Pl.-n/): breites dickes Brett. Mhd.(in md. Quellen) bole f.; dazu anord. bolr m.«Baumstamm, Rumpf». Dunkler Her- kunft, vielleicht mit Balken(s. d.) verwandt. 4 BL. bohlen, v.: mit Bohlen belegen.
Böhmen, mhd. ahd. Béheim. Aus kelt.- lat. Boiohemum n. Wohnsitz des keltischen Volksstammes der Bojer. Davon Böhme m. und böhmisch, adj., mhd. béhemisch. Redensart: böhmische Dörfer cfremde, unver- ständliche Dinge», wie die slavischen Namen böhmischer Dörfer einem Deutschen vorkom- men(schon bei Rollenhagen Froschm. 1 2, 15). Bohémerweib, n.: Zigeunerin(bei Schiller Jungfr. v. Orl. 1, 3), nach franz. Bohémien m. Zigeuner», eig. Böhme.
Bohne, f.(Pl.-/): längliche Schotenfrucht. Mhd. böne, ahd. böna f.; dazu ndl. boon, ags. béan, engl. bean, anord. baun f. Das Ver- hältnis des Wortes zu den anscheinend ver- wandten lat. faba f., abg. bobi m.«Bohney oder gr. quxéc m.«Linsey ist schwierig zu be- urteilen, vgl. Hirt Btr. 22, 235, E. Schröder ZfdA. 42, 71.
bohnen, v.; mit Wachs glänzend reiben. Dafür mhd. büenen«glänzend machen, mit Glanz überziehen». Die nhd. Form kann aus dem ndd. bõönen abgeleitet werden; dazu ndl. boenen, ags. bönian eine Holzfläche blank reibeny». Doch kann auch nach obd. Laut- gesetzen(s. versöhnen) bohnen aus einem nicht umgelauteten mhd. buonen hervorgegangen sein(ponen schon bei Hans Sachs Fab. 30, 229, bone«Getäfel⸗ 1482 im Voc. theut. e 1⁵). Die Wurzel stimmt der Lautverschiebung ge- mäß mit gr. Paivetv«leuchten», aind. Dhdnus m.«Licht, Strahl?, air. bãn«xweiß»; vielleicht ist Bahn(s. d.) verwandt.
Bohnenlied, n. Redensarten: einem das B. singen ihm sagen, daß er sich entfernen soll, weil man seiner nicht mehr bedarf; das geht übers B.«weit über Gebühry. Schon in der 2. Hälfte des 15. Jh.: es ist mir übers bohnenlied(Mone Schausp. 2, 406, 78. Fast- nachtssp. 845, 28) d. i.«zu argy. Das Bohnen- lied ist ein weit verbreitetes Volkslied, in dem allerlei Torheiten geschildert werden, mit dem Kehrreim au gang mir aus den Bohnen(vgl. Uhland Volksl. 2, 614 fg.).
bohren, v.: stechen, daß es ein Loch gibt; drehend stechen. Aus mhd. born, ahd. borôn; dazu ndl. boren, ags. borian, engl. dän. bore, anord. schwed. bora. Der Lautver- schiebung gemäß stimmt lat. foräre cbohreny,
gr. Gopdeiv«pflügenꝰ, aind. bhuri f.«Scheeres. 4BL. Bohrer, m.: Bohrwerkzeug. 1482 im Voc. theut. e 1 b borer.
Boi, m.(6es, Pl.-e): Wollenzeug, feiner als Fries und gröber als Flanell. Aus dem ndd. baje f., ndl. baai f., engl. bay und baize, schwed. 507 n., dän. b0¹, bai n., die alle auf franz. boie, afranz. baie f. zurückgehen. Bei Henisch 1616 Bayh, Bay, bei Duez, Krämer und Ludwig Bay und Boy.
Boie, f.(Pl.-n): Wiege. In Mitteldeutsch- land, 1663 bei Prütorius Magdetröster 406 Boije, 1752 bei Frisch teutsch-frantz. Wb. 136 Boy*e f, obersächsisch auch Boheie f. Dazu boien, v.: wiegen, 1711 bei Rädlein boyen.
Boileine, s. Boje.
Boisalz, s. Baisalz.
Bojär, m.(-en, Pl.-en): adeliger Guts- besitzer in der Walachei. 1585 bei Laur. Müller polnische etc. Historien M. 42 Boiar. Rumänisch boiarin«Edelmann», aus serb. boljär der«Vornehme, Grofßes, von bolji«besser».
Boje, f.(Pl.-n): schwimmendes, mit einem Seil an einen Anker befestigtes Stück Hol⸗ oder Tönnchen, zum Zeichen, wo der Anker liegt; dann auch wie Bake(s. d.). 1720 im Robinson 1, 420 Boxh. Aus dem gleichbed. ndd. boje f., ndl. boei f., engl. buoy, die aus dem Romanischen entlehnt sind, wo franz. b0266, afranz. Doxye, span. boy*α, port. boie f. Diese aber stammen urspr. wie auch das bereits entlehnte mhd.-mnd. boie s. v. a.«Seil, Kette, Fessel, aus altlat. boôja f.«Lederriemen, Fessely. Z0S. Boileine f., Boiseil, n.: Leine, Seil, woran die Boje befestigt ist.
¹Bolch, m.: Belche(s. 1Belche)
‧Bolch, m.(-es, Pl.-e): Kabeljau. Ais Fisch- name begegnet bollich bereits 1329(Diefen- bach-Wülcker S. 275), ebenso in frühnhd. Glossaren ballich(1482 im Voc. theut. e 4a cpolipus), baclich, bolich, bolch mit verschie- dener Bestimmung; 1561 bei Maaler Bolch Kableny. Dazu mnd. basllik, baclilc, bulle m. cKabeljauy, ndl. ballc m.«eine Art Schell- fisch». Kaum zum vorausgehenden zu stellen; vielleicht von Bolle(s. d.) abgeleitet wegen der rundlichen, massigen Form des Fisches, vgl. engl.-dün. ballk«Klumpen, Masse».
Pold bezeichnet in Zusammensetzungen die Person, die dem in dem ersten Worte Ausgedrückten nachhüngt oder so ist, wie jenes anzeigt, z. B. in Rauf-, Trunken-, Tücke-, Witzbold. Mhd.-bolt in trunkenbolt, wankelbolt «Wankelmütiger», hetzebolt«Hetzhundo, ent-


