257 Blumenkohl
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Blüte wegen;(bildlich) das Allerschönste, Allerbeste; feinster Weinduft;(weidmännisch) Schwanz oder Schwanzspitze des Wildes. Mhd. bluome m. f., ahd. bluomo m. und bluoma f. (im Alem.-Schwäb. noch jetzt vielfach m.); dazu asächs. blömo m., ndl. bloem f., engl. bloom, anord. blömi m. und blöm n.(auch weiter abgeleitet blomstr m., schwed.-dän. blomster n.). Neben diesen Formen stehen andre, in denen der Ableitungsendung ein s vorausgeht, ndl. bloesem m., ags. blösma, blõstma, blõstm m., engl. blossom; sie teilen diese Erweiterung durch s mit lat. flös m.(Gen. flõris aus*flosis) und flörére. S. auch Blust mit der gleichen Erweiterung, dagegen blühen, Blüte. 4 BL. blümen, v. mit Blumen versehen (davon geblümt), mhd. blüemen. blumig, adj., älternhd. auch blamicht, mhd. Deomeht.
Blumenkohl, m.: Kohl mit eßbaren Blütenbüscheln. Nach ital. cavol fiore(cãvolo m.«Kohl»), span. coliflor, vgl. auch Karfiol. Pflanze und Name kamen nach Deutschland um 1600(1605 bei Hulsius Dict. Blumköl, 1616 bei Henisch Blumenköl), und zwar aus Italien, wohin jene im 16. Jh. aus der Levante gebracht worden war.
blümeränt, adj. u. adv.: mattblau. Volks- tümliche, an Blume angelehnte Umbildung des franz. bleu mourant sterbendes Blau» d. i. blaßblau, die bis in die Mitte des 17. Jh. zurückreicht(bei Grimmelshausen Vogelnest 1, 2 plümerant). Redensart: mir wird blü- merant, d. h. schwindlig.
blumig, s. Blame.
Blumist, m.(-en, Pl.-en): Blumenzüchter und-kenner. Aus ndl. bloemist m., mit latini- sierender Endung von bloem«Blumey. Bei Adelung 1774.
Blust, m. f. n.: Blüte. Obd., besonders alem.-schwäb. Mhd. bluost f., vgl. ags. blõstma m.(s. Blume).
Blut, n.(-es): die Flüssigkeit in den Adern des tierischen Körpers;(bildlich) Geschlecht, Herkunft; Verwandtschaft; Mensch. Mhd. bluot n.(auch schon s. v. a. Mensch, z. B. daz un- schuldige bluot), ahd. bluot n.; dazu asächs. blôd, ndl. bloed, ags. blõd, engl. blood, anord. hlõd, schwed.-dän. P od, got. bloß(Gen. boßis) n. Dunkler Herkunft; Zusammenhang mit blühen ist denkbar. In Zusammensetzungen ist blat- vielfach verstärkend, wobei z. T. wohl an blutt«bloßy(s. d.) anzuknüpfen ist, vgl. mhd. blutnacket; ferner ist auch zu be- rücksichtigen, daß beim Blut(nämlich Christi)
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
geschworen zu werden pflegte, so daß das verstärkende kreuz-(Lreuzbrav, Kreuzfidel) zu vergleichen wäre. 4BL. bluten, v.: Blut von sich geben;(in der Umgangsprache) Geld hergeben(bei Kindleben 1781 als studentisch). Mhd. blaoten, ahd. bluotén. blutig, adj.: Blut an sich habend(dagegen in Zusammen- setzungen, wo die Eigenschaft des Blutes be- zeichnet werden soll,-blütig, z. B. kalt-, rot-, vollblütig). Mhd. blauotec, ahd. bluotag; dazu asächs. Dlödag, ndl. bloedig, ags. blödig, engl. bloodyY, anord. blodugr. S. auch blatt. Z0S. 1) mit Blut-: blutarm, adj.: arm bis aufs Blut, d. h. nichts als das Blut(Leben) habend, sehr arm(oder zu blatt?), frühnhd.; arm an Blut(noch nicht bei Campe). Blut- bad, n.: Metzelei, eig. Waten im Blut (mhd. im bluote baden), bei Luther. Blut- bann, m.: Gerichtsbarkeit über Leben und Tod, mhd. bluotban m. Blutdurst, m.: Drang nach blutiger Tötung(vgl. mhd. nãch bluote dursten). Bei Luther, nebstblutdürstig adj. Blutegel, m.: blutsaugender Wurm, mhd. einfach egele, egel f., ahd. egala f., mnd. egel m., bei Luther(Spr. Sal. 30, 15) Eigel f.; später im 16. Jh. Blutegel(bei Fischart 2, 9 Kurz Plutägel) und seit dem 17. Jh. durch Vermischung mit Igel Blutigel m.(Schupp 2, 52), was später allgemein geläufig wird, doch erhält sich daneben das z. B. von Ade- lung verlangte Blutegel, zuweilen selbst als Fem.(Agel f. Lohenstein Soph. 40). blut- fremd, adj.: gänzlich fremd, im 17. Jh. Blut- gang, m.: Abgang von Blut auf natürlichem Wege, spätmhd. bluotganc«geschlechtliches Abgehen von Blut», namentlich als Krank- heit(bei Luther). Blutgeld, n.: durch Blut erworbenes Geld, bei Luther. Blutgericht, n.: Gericht über Leben und Tod, bei Luther. Blutgier, f.: wie Blutdurst, erst bei Ade- lung 1774, während blutgierig adj. schon bei Luther erscheint. Bluthund, m.: Schweiß- hund; blutgieriger Mensch, Wüterich(im 15. Jh. bei Beheim Wien. 35, 26); dicke Blut- wurst(Fischart Garg. 77, noch schweiz.). blutjung, adj.; gar jung, bei Steinbach 1734. Blutrache, f.: Rache für vergossenes Blut, namentlich für Verwandtenmord, bei Stieler 1691(aber schon bei Luther Blutrecher m. «der für vergossenes Blut Rache nimmt»). blutrünstig, adj.: verwundet, daß das Blut fließt. Spätmhd. bluotrünstec(neben mhd. bluotrunsec), abgeleitet von mhd. bluotrunst neben bluotruns f.«Abrinnen des Blutes, blut- 17


