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Mhd. bliuwwel, ahd. blhil m., dazu ndl. blouaoel m. Von bleuen, v.: heftig schlagen. Mit An- lehnung an blau auch oft bläuen geschrieben (bei Goethe 2, 89 bleien). Alternhd. findet sich namentlich in md. Quellen(wie brauen für bräuen, kauen für käuen) auch blauen (1691 von Stieler angeführt, 1773 bei Goethe Götz 1 plauen, d. j. Goethe 2, 244). Aus mhd. bliuaven(Prät. blou, Pl. blinven, Part. gebliawen), ahd. Dliurvan, dazu ndl. blouaven«Flachs schla- gen», engl. 5lOοο, got. bliggecan«schlageny. Zusammenhang mit blau(s. d.) ist unwahr- scheinlich, vielmehr ist das Wort zu lat. fligere aschlagens zu stellen, vgl. Walde s. v. An Stelle der starken Flexion ist die schwache getreten, doch kommt älternhd.(nicht bei Luther) noch das Part. Prät. geblauen vor.
Blick, m.(-es, Pl.-e): schnell auskom- mender wie schwindender Schein(z. B. mit blicken des blitzes Luther Hab. 4, 1, den Blick vom Pulver Goethe 19, 190);(bergmännisch) Aufleuchten des Silbers beim Schmelzen und die Masse selbst; woraufhin schnell fahren- der Augenstrahl. Mhd. blic(Gen. Plickes) Glanz, Blick, Blitz», ahd. blicch, blic m. «schnelles Glanzlicht, Wetterstrahl, Blitzy. Dazu ndl. blifc m.«Blick»(früher«Blitzo). Von blicken, v.: Licht ausstrahlen, beson- ders schnell schwindendes. Mhd. blicken, ahd. blicchen cLicht ausstrahlen, leuchten, glänzen, plicken. Mit einer Ableitungsendung von der Wurzel des ahd. blihhan cleuchten»(s. ³ pleichen) gebildet, vgl. Blite. 4BL. Blick- feuer, n.: aufleuchtendes Feuer. Schon ahd. (bei Notker) bligfiur n. Blicksilber, n. (s. die 2. Bed. von Blick). Frühnhd.(1562 bei Mathesius Sar. 90 b Plicksilber, 196 2 Blick- silber).
blind, adj.: aller Sehkraft unfähig; licht- los; bloß scheinbar, nicht wirklich, des rech- ten Wesens entbehrend, z. B. blindes Fenster, blinder Lärm. Mhd. blint(flekt. blinder), ahd. blint; dazu asächs.-ndl.-ags.-engl.schwed.- dän. blind, anord. blindry. Dazu blenden(s. d.). Verwandt ist anord. blunda aschlafen, die Augen zutun» und vielleicht got. blandan amischen, trüben, der Klarheit benehmen»
(s. Blendling). Auch gehört lit. blista«es
wird dunkely hierher. Weiteres bei Lidén Ups. Stud. 78. Vgl. noch blinzeln. 4BL. Blindheit, f., mhd. blintheit f. blindlings, adv., im 17. Jh.(Zesen Ibr. 490), dafür ahd. blintilingõn. ZUS. Blindschleiche, f.: eine früher für blind gehaltene Schlangenart. Mit
Wechsel des Geschlechts(bei Luther 3 Mos. 11, 30 der Blindschleich und noch jetzt obd.) aus mhd. blintstiche, ahd. blintslähho m.
blink, adj., als Ablautsbildung zu blank von Bürger geschaffen(blinkc und blank 354). blinken, v.: hellen Schein von sich geben; plickweise winken. Mhd. nicht vorhanden, aber mnl. mengl. Dlinkeen(daher engl. blink). Aus dem Ndd. zunächst ins Md. eingedrungen, wo es bei Luther und bei Alberus Dict. u 1² und Kk 35 erscheint; allgemein wird es erst im 17. Jh.(bei Stieler 1691 verzeichnet), fehlt aber noch den obd. Mundarten. b. ge- hört zunächst zu blank, beide gehen mit Einfügung eines a auf die Wurzel zurück, der blaken, blechen zugrunde liegt. Andere verbinden blinken direkt mit dem der i-Reihe angehörigen bleichen, asächs. blikan und be- trachten das schon altgerm. blank als Neu- bildung.
blinzen, v. und mit dim. Ableitung blinzeln, v.: mit fast zugezogenem, win- kendem Auge blicken. Mhd. blinzen(daneben auch schon blinzeln) geht mit Unterdrückung des mittleren e zurück auf blindzen, blindezen (abgeleitet von blind) oder eher auf blinkzen (vgl. bayr. blinkezen Schmeller 1, 328).
Blitz, m.(-es, Pl.-e): ausschießender Glanzstrahl; Wetterstrahl. Mit Ausfall eines k(doch älternhd. auch noch blirx, selbst bei Luther, vgl. schweiz. blitzg) aus mhd. blickeze, blikze, auch schon blitze m.«Blitz»(ahd., auch noch mhd. dafür blic, s. Blick). Dazu das weitergebildete asächs. blicsmo, ndl. bliksem m.«Blitzy. An Stelle der mhd. flachen Flexion ist die starke getreten, doch bei Luther im Sg. auch noch blitzen und durchgehend so im Pl., auch im 17. Jh. kommen noch schwache Formen vor(Hoffmannswaldau Held. 7 Akk.
Sg. den blitzen, Gryphius Trauersp. 149 Pl.
blitzen). Von blitzen, v.: glänzend aus- strahlen; den Wetterstrahl schleudern; unpers. es blitzt«der Wetterstrahl zuckt durch die Lufty. Mhd. blitzen, früher blikcezen, blekzen. ahd. blecchazzen, bleckazen«schimmern, leuch- ten, wetterleuchten, blitzen», ein mit der Endung-aazen, got.-atjan(vgl. lauhatjan cplitzen») gebildetes Frequentativ von mhd. blicken(s. blicken). ZUS. blitzblau, adj. ganz blau. Blitzbub, m.(Schiller Räuber 3, 2). Blitzmädel, n.(Lessing 1, 416). blit- ist hier nur verstärkend(wohl vom Fluch potz Blitz ausgehend), wie in vielen anderen Bildungen.


