Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
249-250
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249 Bläuel

Bleiche 250

16. und 17. Jh. der gute Montag); ins Blaue hinein reden eig. in die Bläue des Himmels, in die unbestimmte Ferne; einem einen blauen Dunst vor die Augen machen:(eig. von den Dampfen, die die Zauberer bei ihren Be- schwörungen aufsteigen ließen) ihn durch Vorspiegelungen betrügen(schon 1492 ain plaben tunst machen Liliencron 2, 197); eben- falls von den Gaukelbildern der Zauberer herrührend sein blaues Wunder sehen(1645 bei Zesen adr. Rosemund 97). 4BL. Bläue, f., mhd. blœwe f. blauen, v.: blau werden, bei Stieler 1691. bläuen, v.: blau machen, mhd. blœwen. bläulich, adj. u. adv.: ein wenig blau, frühnhd. Plaulicht.

Bläuel, s. Bleuel. bläuen(schlagen), s. Pleuen.

Blaustrumpf, m.(es, Pl. Blaustrümpfe): Angeber, Verräter. Im 17. Jh.(Weise Cath. 260). Bei Schiller Räuber 2, 3 der höllische Blaustrumpf«der Teufely». Eig. Spottname der Gerichtsdiener, die vielfach verpflichtet waren, blaue Strümpfe zu tragen. Erst im 19. Jh. B.«gelehrtes Frauenzimmer, nach engl. blue-Stockeing; blue-Stockings hieß ein Kreis, der sich um 1750 in London im Hause der Frau Montague versammelte, nach einem Mitglied, das blaue Strümpfe zu tragen pflegte, später besonders die weiblichen Teil- nehmer an den Zusammenkünften.

Blech, n.: dünn geschlagene oder ge- walzte Metallplatte; Geld;(seit etwa 1840 im gemeinen Leben nach dem studentischen Blech reden) schlechtes Geschwütz. Mhd. hlech, ahd. bleh n.; dazu ndl. blik, blek, schwed. bleck, dän. blilc n.«Blechs, aber anord. blik n. leuchtender Glanzy, dann Gold, Gold- plech». Zu bleichen(s. d.), die ursprüng- liche Bed. also«das Glänzende». Die 2. Bed. nach den ehemaligen Hohlmünzen aus Gold- oder Silberblech; sie findet sich schon im 16. Jh., und zwar zunächst im Rotwelschen 1510, dann bei Fischart Garg. 70 vil Amter und wenig Plech. 4BL. blechen, v.: Blech d. i. Geld geben, zahlen(Goethe Götz 2, Schiller Kab. u. L. 5, 6 heraus blechen). Als idiotischer Ausdruck bei Adelung 1774 und Kindleben 1781(für die Studentensprache) angeführt. blechern, adj. und adv.: aus Blech bestehend. Dafür spätmhd. blechen aus urspr. blechön, 1616 bei Henisch blechin neben blechern, noch bei Voß Idyll. 16, 96 die blechene Dose. Blechner, m.: Klempner. In Südwestdeutschland.

blecken, v.: sichtbar machen, bes. die Zähne. Mhd. blecken(Prät. blacte)«sichtbar werden, sich entblößeny, sowie chloßlegen, sichtbar machens, ahd. blecchen chervor- leuchten, blinken, schimmern». 5. gehört als Faktitiv zu einem nach der e-Klasse flek- tierenden nicht erhaltenen ahd. blehhan(vgl. bleichen), das zu gr. xeérerv«brennen, leuchten und weiter zu lat. flagräre«brennen», aind. bhrä)«leuchten gehört. S. blaken, blicken.

1Blei, n.(Jes, Pl.-e): sehr weiches, schwe- res, bläulich weißes Metall; Richtblei, Lot. Mnd. bl(Gen. bléwes) n. m., ahd. bl7o n.; dazu anord. bli, schwed.-dän. bi n. Dunklen Ur- sprungs; Persson Bezz. Beitr. 19, 273 vergleicht schwerlich mit Recht lit. blaivas clicht, klary, Braune Btr. 24, 195 stellt es wieder zu blaus. Vgl. noch Hirt Btr. 23, 354, der es auf rmliwom zurückführt und an einen durch Entlehnung vermittelten Zusammenhang mit gr. ueNoc, lat. plumbum. Bleiy denkt.

2Blei, m.(-Lels, Pl.-e): ein Fisch, s. Bleihe.

pleiben, v.(Prät. blieb, Part. geblichen): an einem Orte verharren; in einem Zustand verharren; von Dauer, Bestand sein; außerdem da sein(übrigbleiben); unterlassen werden (in bleiben lassen); nicht mehr von der Stelle kommen(das Leben verlieren). Mit Unter- drückung des e in der Vorsilbe be- aus mhd. beliben, bliben, ahd. biliban; dazu asächs. biliban, ndl. Plijven, ags. belifan, got. bileiban, ent- lehnt schwed. blifva, dän. blive. Das einfache nicht vorkommende ahd.-Eban gehört wohl zu gr. Anoc n. Fett, Xrrapc cfett, glänzendy, abg. lipnati, lit. lipti«kleben bleiben», so daß sich also(wie in gr. Nurapedv cbeharren») die Bed. des Verharrens aus der des«Klebens» entwickelt hätte. Vgl. noch Leib, leben. Das Part. Prät. mhd. beliben im 17. Jh. noch sehr häufig bliehen(doch verlangt schon Schottel 1663 geblieben), auch noch im 18. Jh. dich- terisch(Goethe 1, 112. 295), selten in Prosa (Lessing 11, 84).

pleich, adj. u. adv.: matt glänzend; schwach an Farbe, weißlich. Mhd. bleich, ahd. bleih; dazu ndl. bleek, ags. bläãc, engl. bleak, anord. bleilr, schwed. blek, dän. bleg. Zu bleichen. 4BL. Bleichsucht, f.: 1741 bei Frisch bleiche Suht.

1Bleiche, f.(Pl.-n): Kunst zu bleichen; Bleichplatz. Mhd. bleiche f. Zu 1 bleichen.

WBleiche, f.: bleiches Aussehen. Mhd. pleiche, ahd. bleich? f.; dazu mndl. bleke f. Zu bleich.