Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
247-248
Einzelbild herunterladen

247 blasiert

blau 248

Im Ags. hat bdzan, engl. 5!00ο(s. blähen) die Bed. von blasen; in diesem ist das s als ein Ableitungselement anzusehen, es gehört mit blähen zu lat. Hlãre. 4B L. Blüser, m.(‧s, Pl. wie Sg.), mhd. bläsœre. Z0S. Blasebalg, m. (vgl. Balg), mhd. bläsebalc m. Blasrohr, n., bei Schweinichen 1, 30 vom J. 1562. blasiert, adj.: abgestumpft, teilnahmlos. In neuerer Zeit aus gleichbed. franz. blasé umgebildet, dessen Herkunft unbekannt ist. blasonnieren, v.: ein Wappen kunst- mäßig ausmalend schmücken; ein Wappen kunstgerecht prüfen und erklären. Mhd. blasenieren aus franz. blasonner«Wappen maleny, von blason m. Schild, Wappen, Wappenkunde», dessen Herkunft unsicher ist.

Blasphemie, f.(Pl.-n): Gotteslüsterung. Aus dem gleichbed. kirchlich-lat. blasphemia, gr. BAocqnuia f. ehrenrührige Rede, gottes- lästerliche Rede», von gr. acpnueiv(s. bla- mieren). Früh im 16. Jh. eutlehnt(z. B. 1524 bei Emser, vgl. Gombert 6, 17) und bei Rot 1571 verzeichnet.

blaß, adj.(Komp. blasser, blässer, Sup. blassest, blässest): weißlich; schwach an Farbe. Mhd. blas(flekt. lasser), ahd. blas«weiß, weiß- lich, besonders an der Stirnen(ahd. blas 1 8); cpleich, farblosy(bei Nicolaus v. Jeroschin und Brun v. Schonebeck);«kahl, kahl an Ansehn, Wert, gering»(vereinzelt seit dem 18. Jh.), vgl. ndl. bles«kahl». In der jetzigen Bed. ist blaß im 16. Jh. selten(Luther hat nur er- blassen) und dringt im 17. Jh. von Mittel- deutschland aus vor, Schottel 1663 verzeichnet es. Der wahrscheinliche Grundbegriff«schei- nen, leuchten»(die Bedeutungsentwicklung wie bei bleich, s. d.) zeigt sich in mhd.-mnd. blas n., ags. blœse f., engl. blaze«brennende Fackel». 4B7. Blässe, f.: Farbenschwäche, erst im 17. Jh. zu blaß æbleich» gebildet und bei Stieler 1691 verzeichnet. Dlassen, v.: an Furbe schwächer werden oder machen. Im 17. Jh. Vgl. Blesse.

Blatt, n.(-es, Pl. Blätter): dünner ebener Pflanzenteil, der sich aus Wurzel oder Stengel entfaltet; ähnlicher dünner breiter flacher Teil wovon; Papierblatt. Mhd. blat(Pl. blat u. Pleter), ahd. blat(Pl. bletir), n.; dazu asächs. blad, ndl. blad, ags. blœd, engl. blade«Blätt- chen, Hälmchen», anord. Plad, schwed.-dän. blad n. Das Wort stimmt in seiner Wurzel mit lat. foliun, gr. GoxXov n. Blatt»; es ist als eine partizipiale Bildung mit dem Suffix -ko- und schwacher Wurzelstufe zu blühen

anzusehen, doch sind auch andre Verglei- chungen möglich, Hirt Btr. 23, 356. Luther hat Blat, Pl. Bletter, und die Form Blat mit gedehntem Vokal ist auch später sehr häufig, z. B. bei den schlesischen Dichtern (Logau 3, 50, Fleming 93, Günther 148), sie wird 1737 von Freyer S. 267 verlangt und noch 1775 von Heynatz erwähnt. Redens- arten: Kein B. vor den Mund nehmen agerade heraus reden», eig. wohl vornen in den Mund tun, um seine Sprache zu verstellen (Schon mhd.); das Blättlein wendet sich das Glück schlägt um», wohl von den Kunst- stücken der Gaukler ausgegangen(1534 bei S. Franck Weltb. Vorr. a das blätlin wirt sich unbkõren). 4 B L. 1) mit Blatt. blatten, v.: Blätter zahlreich abpflücken, durch Ab- pflücken überflüssiger Blätter derselben ent- ledigen;(weidmännisch) Wild durch Pfeifen auf einem Blatt locken(bei Rädlein 1711, oft blaten geschrieben). Mhd. blaten. 2) mit dem Pl. Blätter. blätterig, adj., mhd. bleteroht. blättern, v.: Blätter umschlagen, mhd. bletern in uüberbletern; wie Platten. Z0S. Blattgold, n.: dünngeschlagenes Gold, 1678 bei Krämer. Blattlaus, f., 1730 bei Frisch Insect. 8, 34.

Blatter, f.(Pl.n): kranker rundlich aufgeblühter Hautfleck. Mit Kürzung des Vokals(bei Luther Blatter) aus mhd. Plätere, blãter, ahd. blãtara f.«Blases; dazu ndl.(mit ausgefallenem d) blaar, ags. bläsdre, engl. bladder, anord. bladra, schwed. blädra, dän. bläre f.«Blase, Blattery. Aus einer Wurzel mit blähen und blasen(s. d.). 43 L. blatterig, adj.: voll Blattern, mhd. Pläterec.

blätterig, blättern, s. Blatt.

blau, adj.: luftfarbig. Aus mhd. N(flekt. bläwer), ahd. blão; dazu ndl. blaauu, ags. blãu, engl. hlue(aus franz. bleu?), anord. hlãr, schwed. blä, dün. blaa. Zusammenhang mit bleuen(s. d.), so daß blau urspr. die Farbe der Haut infolge einer Quetschung ausdrücken würde, ist kaum möglich; ebensowenig der mit lat. flãvus cblond» wegen der ganz ab- weichenden Bedeutung. Am ehesten zu gr. ue«ac«schwarzy, lit. mélinas«blau», wenn b! aus ml entwickelt ist. Redensarten: der blaue Montag eig.«der(durch blaue Altar- umhängung in den Kirchen ausgezeichnete) Montag vor Aschermittwoch, an dem nicht gearbeitet wurde, dann jeder Montag, den die Handwerker zu einer Nachfeier des Sonn- tags machen»(1719 bei Kramer, dafür im