Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
245-246
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245 Biwak

Blase 246

Biwak, n.(-s, Pl.-s): militärische Feld- wache, Feldlager. Aus dem gleichbed. franz. bivouac m., das auf einem ndd. biake«Bei- wachey beruht. Im 17. Jh. entlehnt.

bizärr, adj. u. adv.: auffallend seltsam und wunderlich. Aus dem gleichbed. franz. bizarre, dies aus span. bizãrro«tapfer, mutig, ritterlich, prächtig», dem baskisch bizarra Barty zu grunde liegt. Vgl. bigott. Im 17. Jh. entlehnt(1697 bei Thomasius Sitten- lehre 455).

blach, adj.: weit und breit ohne Erhaben- heit, namentlich in Blachfrost Frost ohne Schnees, Blachfeld(bei Luther)«das flache Feld». Mhd. selten blach, identisch mit flach, dessen Anlaut; hier weiter zu b verschoben wurde.

Blackfisch, m.(-es, Pl.-e): Tintenschnecke. 1563 in Forers Fischbuch 112. Aus ndd. blak- fisk; ndd. blak n. ist wie ags. blœc, schwed.- dän. blälc n.«Tinte»(auch älternhd. placke 1482 im Voc. theut. 2, ahd. blach n.), zu ags. blœc, engl. black, ahd. blah«schwarz», das vielleicht zu gr. uexac«schwarz» gehört, (germ. bla- aus mla-) Hirt PBrBtr. 23, 307.

blaff, interj. Knall und Fall! Lautnach- ahmend, vgl. baff, paff. 4BL. blaffen, v.: bellen(Lessing 10, 231). Spätmhd., auch ndl. blaffen, vgl. bãffen.

Blahe, f.(Pl.-n): großes grobes Leintuch (zur Bedeckung von Wagen, zum Trocknen von Früchten, als Fenstervorhang usw.). Spät- mhd. blahe f.«grobes Leintuch, dann über einen Wagen gespanntes Tuch». Auch Plache, Plane, Plaue(s. d.). Wohl nicht von lat. Paga f. Jagdnetz, ausgespanntesgroßes Tuch, Teppich, Bettvorhang. Die mundartlichen Formen (auch Blähe mit Anlehnung an blähen) führen auf ein got.*blahaba,*blazwa; verwandt ist anord. blcEja f.«gefärbtes Stück Tuchꝰ, schwed. blöja f.«Wickeltuch», dän. ble&Leintuch, Windel».

blähen, v.: durch Luft ausdehnen. Refl. sich blähen: dick(stolz) tun. Aus mhd. blœjen, blœn, ahd. bläjan, bläen; dazu mit urspr. reduplizierendem Prät. ags. blãwan (Prät. blεο), hauchen, blasen». Das Wort stimmt der Lautverschiebung gemäß mit lat. fläre cbla- seny, vgl. blasen, Blatter.

blaken, v.: flammen, qualmen. Ein ndd. Wort(mnd. u. mnl. blaken), das Heynatz 1796 aus der Berliner Sprache anführt und Campe 1807 verzeichnet. Verwandt mit gr. Aéfetv

engl. blou(Prät. blezo)«wehen,

cbrennen, leuchten⸗, hoös f.«Flamme», lat. flagräre(s. Walde s. v.)«brennens, fulgur n. und fulmen n.«Blitzy, aind. bhr) cleuchteny, vgl. blecken. 4BL. Blaker, m.(*s, Pl. wie Sg.): Wand-, Hängeleuchter. Das nd.-ndl. blalcer, von Frisch 1741 angeführt und von Voß 1, 117 gebraucht; vgl. auch ags. blœcern m. Leuchterꝰ.

blamieren, v.: beschämen. Refl. sich b.: sich der Beschämung aussetzen. Aus franz. blãmer, ital. biasimare, altsp. blasmar«tadeln), das auf mlat. blasimãre, blasmãre beruht, einer Zusammenziehung des kirchlich-lat. blasphé- müäre, das selbst wieder auf gr. Bkacqnueiv von jemand ehrenrührig reden» zurückgeht, vgl. Blasphemie. Im 17. Jh. entlehnt, aber zundchst in der Bed.«beschimpfen⸗, die jetzige Bed. wohl nicht vor der Mitte des 18. Jh. 48L. Blamäge, f.(Pl.-n). Im 18. Jh. mit der franz. Endung-age im Deut- schen gebildet, vermutlich in der Studenten- sprache, vgl. Renommage.

plank, adj. u. adv.: glänzend weiß; weib; glänzend rein. Mhd. blanc, ahd. blanch; dazu ags. blanc, ndl. engl. blank, anord. blalcker, schwed.-dün.(entlehnt) blank. Ins Romanische aufgenommen, franz. blanc, ital. bianco Weißy. Zu blinken. Mit Einfügung eines n zu der Wurzel, auf die blakcen, blecken zurückgeht.

blänkeln, s. plänkeln.

Blankétt, n.(-es, Pl.-e): leeres mit Namensunterschrift versehenes Papier zum Ausfüllen für einen Bevollmächtigten. Aus dem gleichbed. franz. blanguet m., von blanc weiß», eig. weißes Papier. Schon im Anfang des 16. Jh. entlehnt(Luther 7,358 b Jen. blanket).

Blankscheit, n.(es, Pl.-é): linealartiges Miederbrettchen. Das durch Anlehnung deutschverständlich gemachte gleichbed. franz. planchette f.(gespr. plangschett), das Dim. von planche f. cPlanke». Um 1700 in Mittel- deutschland üblich(1715 bei Amaranthes Blanck-Scheit, bei Günther 537 Blanck-Scheit, pei Gellert Lustsp. 317).

Blase, f.(Pl.-n): durch Luft oder Flüssig- keit rundlich aufgeblähte Haut oder haut- artige Fülle;(studentisch) freie Vereinigung. Mhd. bläse, ahd. bläsa f.«Harnblasey(jede andre Blase heißt mhd. blätere, ahd. blätard, s. Blatter); dazu ndl. blaas, schwed. blasa f. Von blasen, v.(Praät. blies, Part. geblasen): Luft forttreiben, stark, hörbar wehen. Mhd. bläsen, ahd. blãäsan; dazu ndl. blazen, anord. bläsa, schwed. bläsa, dän. bläse, got. blẽsan.

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