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Bischof 242
Binetsch, m.(-es): Spinat(s. d.). Wie dies Wort aus mlat. spinacea f., ital. spinaccio m. Obd. In frühnhd. Glossaren(Diefenb. nov. gloss. 345 b vom J. 1466), dann auch 1537 bei Dasypodius und 1533 in Rößlins Kräuter- buch 290 b.
Bingelkraut, n.: die Pflanze mercurialis. Bingel- mit i statt aus mhd. büngel, ahd. bungil n., das aber Name einer andern Pflanze, und zwar einer mit knolliger Wurzel, der Mauerraute, ist, von mhd. bænge, ahd. bungo m. «Knolleny. S. Bachbunge. Die Ubertragung auf mercurialis schon bei Maaler 1561, viel- leicht wegen der Fruchtknöllchen der Pflanze.
binnen, Präp. mit Dat., selten Gen.: in den Grenzen von—. Fast nur noch zeitlich; räumlich jetzt als Adv. in Zusammens. wie Binnenland usw. Mhd.(vorwiegend md.) binmen, wie mnd. und mnl., dazu afries. binna, ags. binnan. Zusammeng. aus bi(mit Unter- drückung des Vokals, vgl. bange) und innen. Von Luther(aber nur räumlich) gebraucht, während es dem ältern Obd. fremd ist.
Binse, f.(Pl.-n): Flechtpflanze mit mar- kigem Schafte, juncus. Mit s für 6 hervor- gegangen aus dem Plural des gleichbed. mhd. binez, bing, ahd. binuz m.; dazu asächs. binit (in dem Adj. binitin), ags. beonet, engl. bent. Alternhd. und jetzt in obd. Mundarten auch binz, binze; Schottel 1663 hat Bintz und Bins (Pl. Bintzen, Binsen), Stieler 1691 nur Binz m., Rädlein 1711 Binse neben Bintz(das Fem. Binse schon bei Rollenhagen Froschm. 3, 2, 5). Das Wort besteht wohl aus bi(wegen der Betonung ungeschwächt erhalten) und dem Worte naz, das aber kaum zu nass, sondern eher zu Netz, Nessel gehört. Nicht verwandt ist das gleichbed. ndl. bies f. 4L. Bin- sicht, n. Mit angetretenem t, da ahd. bi- nugahi, binzahi n. Z0S. Binsenwahrheit, f.: selbstverständliche Wahrheit. Erst in neuerer Zeit aufgekommen. Eig. wohl Wahr- heit wie eine Biuse dünn und dürftig. Zfd W. 5, 286. 6, 358.
Biogräph, m.(-en, Pl.-en): Lebensbe- schreiber. Aus dem gleichbed. gr. Jat. bio- graphus, gr. Biérpaqoc m., zusammenges. aus Bioc m. Leben und poqoc«Beschreiber» zu Tpdqeiv«schreiben?. Im 18. Jh. aufgenommen (Lessing 6, 298). 4BL. Biographie, f. Lebensbeschreibungy. Aus gr.-lat. biogra- phia, gr. Biorpoqia f.
Birke, f.(Pl.-n): der Waldbaum lat. bé- tula. Mhd. birke, birche, ahd. bircha, birihha
weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
f.; dazu ndl. berk m., ags. beorc und birce f., engl. birch, anord. björk, schwed. björk, dän. birk f. Urverwandt ist aind. bharjas m. Art Birken, osset. bärz Birkey, abg. breza f., lit. bérzas m. Birke», vielleicht auch lat. fraæinus und farnus«Eschey. Auch Borke ist wohl verwandt. 4BL. birken, adj.(auch in Birkenholz usw.). Mhd. birkin, ahd. birchin. ZUS. Birkhuhn, n.: Birkenknospen und Zäpfchen gern fressendes Waldhuhn. Mhd. birkhuon, ahd. birchuon, birichhuon n.
Birne, f.(Pl.-n/): die Kernobstfrucht lat. pirum. Hervorgegangen aus dem Pl.(mhd. birn) des mhd. bôre, bir, ahd. bira f., von dem Pl. des lat. pirum n. Vgl. auch got. baira- bagms m.«Maulbeerbaum». Während hier p zu b geworden, ist in dem auf roman.(ital.- span.) pera(franz. poire f.) beruhenden ndl. peer f., engl. pear das urspr. p festgehalten. Das ältere Bir findet sich im 16. Jh.(Luther hat Birn- in Zusammensetzungen) und noch jetzt mundartlich(alem.-schwäb. rheinfränk.), doch kommt Birne schon im 15. Jh. vor (Diefenbach-Wülcker S. 250). Die gewöhnliche älternhd. Form(noch bei Adelung) ist Birn. Ein Pl. Birn 1774 bei Goethe(D. j. Goethe 3, 295). ZUS. Birnbaum, m., dafür mbd. bir- boum, ahd. biraboum m.
Birsch, f.(Pl.-en) oder Pirsch: Waldjagd mit Spürhunden. Im 16. Jh. Von birschen, v.: mit Spürhunden im Walde jagen. Mit Übergang eines s in sch nach r aus mhd. birsen, das auf dem noch unerklärten afranz. berser«mit Bolzen oder Pfeil jagen und schießeny beruht. Auch pirschen und bürschen (so bei Adelung), pürschen geschrieben.
ibis, Imp.(altertümlich und dichterisch): sei, S. Sein.
2bis, den Zielpunkt in Raum oder Zeit be- stimmendes Adv., dann Konj. Mit s für 6½ aus mhd. biz, Adv. Präp. und Konj., von Mittel- deutschland aus vordringend und das echthd. unze, unz allmählich verdrängend. Zusammen- ges. aus bi und ahd. az zu», das dem asächs. at, ags. at, got. at, lat. ad entspricht, urspr. also bi-aæ. Im Alternhd. auch bitze, das ähnlich auf bi und ze zurückgeht.
Bisam, m.(-s): Moschus. Mhd. bisem (so auch bei Luther), ahd. bisam, bisamo m., aus mlat. bisamam n., das auf hebr. bésem, syrisch besmõ«Wohlgeruch, Salbe» beruht.
bis-chen, s. bißchen.
Bischof, m.(-s, Pl. Bischöfe): höchster Geistlicher;(seit der Mitte des 18. Jh., z. B.
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