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Knopf, Kapsel, Siegelkapsel, dann eine(urspr. mit einem Siegel versehene) Schrifty. Vgl. Billett. 1703 im LZeitungslex.(Bille) und bei Sperander 1728(Bill«Recht» bei Schottel 1663 und Stieler 1691 gehört nicht hierher, sondern ist aus Unbill erschlossen).
Billard, n.(*s, Pl. s,-e): Spiel mit Ku- geln, die auf einer ebenen Tafel gestoßen werden; diese Tafel selbst. Aus dem gleichbed. franz. hillard m., von franz. hille, ital. biglia, span. billa f. cbeinerne Kugel», die vielleicht auf das deutsche Biekel(S. Bichel*) zurück- gehen. Bei Fischart Garg. 262.
Bille, f.(Pl.-n): Hacke(Querbeil) zum Schärfen der Mühlsteine. Aus mhd. bil(Gen. billes) n.«Spitzhacke», ahd. hill n.«Schwert»; dazu asächs. bil, ags. Dill n.«Schwert», engl. bill«Axt, Hacken. Wahrscheinlich zu Beil (§. d.) zu stellen, so daß also bill- mit Assi- milation auf bidel- zurückginge, Sievers Idg. Forsch. 4, 339, dagegen E. Schröder ZfdA. 42, 60; s. auch Meringer Idg. Forsch. 18, 283. 4B2L. billen, v.: mit der Hacke Mühlsteine schärfen. Mhd. billen, ahd. billön«mit spitzem Werkzeuge hauen oder hacken».
Billétt, n.(Gen.-es, Pl. Billette, Billets): Zettel, Handbriefchen. Aus dem gleichbed. franz. hillet m., das von mlat. hilla(. Bill) abgeleitet ist. Bei Henisch 1616. Schon im 15. Jh.(Diefenbach-Wülcker S. 246) begegnet ein gleichbed. Bollet(noch jetzt mundartlich im Obd.), das auf ital. bolletta f.«Zettel» zu- rückgeht, einer Ableitung von mlat. bulla.
billig, adj. u. adv.: verbindlicher Anforde- rung, besonders der mildern des Rechtes eben- wäßig; im Verhältnisse des W9ertes mäßig. Mit Eintreten der Endung-ig(billig schon bei Stieler 1691, doch daneben hillich bis ins 18. Ih.) aus mhd. billich, ahd.(im 11. Jh.) billäch«eben- mäßig, angemessen, geziemend», mit der En- dung-lich von einem Subst. gebildet, das als bili- zu Anfang von Personennamen erscheint, auch dem ags. bilezwit ceinfach, unschuldig (dem mhd. bilezwiz, bileoiz m.«Kobold, eig. guter Geisty entspricht) zugrunde liegt und wahrscheinlich zu gr. pioc lieb» gehört. Ndl. billijlc. Vgl. auch Bild, Unbilde, Unbill, Weichbild. 4L. Dilligen, v.: der Anforde- rungebenmäßig, fürangemessenerklären. Mhd. billichen. Billigkeit, f., spätmhd. hillicheit f.
Billion, f.(Pl.-en): eine Million million- mal. Das franz. nach million gebildete billion m. Im Anfang des 18. Jh. aufgenommen (Brockes ird. Vergn. 4, 382).
Bilse, f.(Pl.-/): Pflaumenschlehe, dicke Schlehenart. Wetterauisch. 1540 bei Alberus im Dict. Gg. 2 b der Pl. Bilsen, aber schon 1471 im Grüninger Kirchenzinsbuch S. 13 No. 38 bylsenhecken. Dunkler Herkunft.
Bilsenkraut, n.: das Tollkraut hyoscy- amus. Mhd. bilsenkerüt, auch bloß bilse, ahd. bilisa f. Das s gehört einer Ableitung an, wie sich aus der dialekt. Form Bilme mit anderm Suffix ergibt; dazu noch mnd. bilene (Steinmeyer-Sievers 3, 719, 36) und bille(in billensãt f.), mndl. beelde f., ags. beolene f., dän. bulmeurt, schwed. bolmört und weiter russ. belenã f., poln. hielun. Vgl. auch lat. felix, filix«Farnkrauty, s. Walde s. v.
bimmeln, v.: in feinem, hellem Tone(bin! bim!) läuten. Ein lautnachahmendes Wort, schon mnd. bimmelen, dann bei Schottel 1663 verzeichnet.
Bims, m.(Gen. Bimises, Pl. Bimse) oder Bimsstein, m.: leichte, löcherige Steinart. Mit ĩ für ı(schon bei Dasypodius 1537 Bimß- stein) aus mhd. bümez, ahd. Pumniz, die auf dem gleichbed. lat. pimex(Gen. pümicis) be- ruhen. 43L. bimsen, v.:(mit Bimsstein) reiben, abputzen. 1482 im voc. theut. d8a bimſen.
bin, s. sein.
Binde, f.(Pl.-n): Streifen zum Binden. Mhd. binde, ahd. binta f. Von binden(Prät. band, Part. gebunden), v.: zusammenfügen, woran fügen, wodurch festmachen; durch Bande unfrei machen. Mhd. binden, ahd. bintan. Daau asaächs.-ags.-got. bindan, ndl. bindlen, engl. bind, anord.-schwed. binda, dän. binde. Urver- wandt ist aind. bandh(für rbhandh) cbinden), lat.-fend- in offendimentum n. Binde», gr. revo-(fůr pevo) in neicuo(für*revcuo) n. Tau». Alternhd. lautet wie mhd. der Prät. Plur. bunden(auch zuweilen Sg. bamd), Konj. bünde, die jetzigen Formen bei Bödiker. Z0S. Bindewort, n.: die Konjunktion, das Sätze verbindende Wort. Schon im 17. Jh.(bei Stieler 1691), dann von Gottsched verwendet. Bindestrich, m.: der zwei zusammenge- hörige Wörter verbindende Strich. Erst im 19. Jh. aufgekommen. Bei Adelung 1774 Bindezeichen n. Bindfaden, m., frühnhd. (1491 im Voc. rer. 15 b bindtfaden clicium). Bindriemen, m. Mhd. bintrieme, ahd. bintriomo m. Redensart: es geht an die Bindyriemen«es wird Ernst mit der Sache?, eig. es wird die letzte Hand an die Kleidung, Rüstung gelegt.


