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Bill 238
nuvdvouai(m aus ꝙ wegen des folg. e) cfragen, forschen, erfahrens, abg. büdéti, lit. budéti, wachen», aind. budh«wachen, Acht haben, beschenken». Die Bedeutungsentwicklung ist nicht leicht klarzulegen. Wahrscheinlich hatte schon das Idg. eine verzweigte Bedeutung. Alternhd. erscheinen im Präs. Ind. Sg. 2. 3. die Formen beutst, beut, Imp. beut, die noch Gottsched Sprachk. 344 verlangt, wührend sie Adelung für obd. erklärt; in der poetischen Sprache auch später durchaus üblich.
Bifang(-es, Pl. Bi-, Befänge), auch Be- fang, m.: das schmale erhabene Ackerbeet zwischen zwei Furchen. Mhd. bivanc, ahd. bifanc m. das Außere was einen Raum ein- füngt, Umfang, Umgrenzung, eingegrenztes Ackerbeets, zusammeng. aus dem wegen der Betonung ungeschwächten bi- und-vanc. Zu mhd. bevähen, ahd. bifähan cumfassen, be- grenzen?.
Bigamie, f.(Pl.-n): Doppelehe. Aus mlat. bigamia von lat- bi(bis)«zweimal, doppelt» und dem gr. weiblichen Adj. vouic cehelich. Schon im 16. Jh. entlehnt.
bigött, adj.: streng fromm. Aus franz. bigot«abergläubisch frommꝰ, dessen Ursprung bestritten ist; wahrscheinlich nachspan. hombre de bigote Mann von ernstem festem Charaktery, eig. der einen Knebelbart(Span. bigote m.) trägt. Vergl. Baist Roman. Forschungen 7, 407. Bei Adelung 1774.
Bildnz, f.(Pl. en): Rechnungsabschluß in Einnahme und Ausgabe. Aus ital. biläncia f. eig.«Wage», dann s. v. a. Gleichgewicht, hier zwischen Einnahme und Ausgabe, von lat. bilanæ(Gen. bilancis) czwei Wagschalen habend», vgl. balancieren. Im spätern 16. Jh. entlehnt(Fischart Garg. 288).
Bilch, f.(Pl.-e) oder Bilchmaus, f.: große Haselmaus, Siebenschläfer. Mhd. bilch, ahd. bilih f. Verwandt sind afranz. bele(wo- von nfranz. das Dim. belette)«Wiesel?, kelt. (kymrisch) bele«Marders, kaum aber russ. bellca Eichhorn». Vielleicht ist auch lat. félés«Katze, Marder, Iltis» verwandt, vgl. Walde s. v. Aus dem Deutschen stammt abg. plächl m. Bilchmaus».
Bild, n.(tes, Pl.-er): sichtbare Dar- und Vorstellung wovon; sich darstellendes Wesen, Person, z. B. Frauen-, Manns-, Weihsbild. Mit Abstoßung eines e(doch kommt Bilde noch bis ins 17. Jh. vor, z. B. bei Harsdörfer, Gespr. 3, 256) aus mhd. bilde, ahd. biladi, bilidi n.; dazu asächs. bilithi, ndl. beeld, afries.
bilethe n., im Engl. Nord. nicht vorhanden (schwed. bild, dän. billede n. sind aus dem Deutschen entlehnt). Wahrscheinlich ist in ahd. biladi, bilidi bil- als Stammsilbe anzu- sehen, sie hängt dann zusammen mit dem Subst., von dem billig(s. d.) gebildet ist und das urspr.«Ebenmäßigkeit, Gleichheit» bedeutet hat, so daß die Grundbed. von Bild cdas Entsprechende» wäre, vgl. Unbilde und das mnd. abgeleitete bildelik cbilligy. Vgl. Detter ZfdA. 42, 54. Anders Meringer Idg. Forsch. 18, 286, der, wie früher Weigand, eine Wurzel bil- mit der Bedeutung«spalten, be- hauenv» ansetzt. Bild wäre dann«das Gehauene⸗ Kluge sieht in bilidi eine Zusammensetzung aus bi- und einem Wort, das zu got. lipus m. «Glied» gehört. Der Pl. lautet bei Luther Bilde und Bilder, später nur die letzte Form. 4L. bilden, v.: zur Dar- und Vorstellung geeignet machen, ausgestalten, geistig ver- edeln. Mhd. bilden, ahd. bilidön. bildern, v.: in einem Bilderbuch blättern(bei Adelung 1774); sich in Bildern ausdrücken. bildlich, adj. u. adv., mhd. bildelich. Von bilden sind abgeleitet: Bilder, m.(Schiller 11, 318), gewöhmlich Bildner, m.: der zu sichtbarer Darstellung schaffende Künstler, der geistig Veredelnde. Mhd. bildœre, auch schon bildenaere m., ahd. bilidãri. Davon Bildnerei, früher Bilderei(bei Luther) f. und pildnerisch, früher bilderisch(bei Stieler 1691) adj. Bildnis, n.: wiedergebendes Bild, mhd. bildnisse n. bildsam, adj.: was sich bilden läßt. Erst um 1750 gebildet, Klop- stock hat 1748 im Messias 2, 387 unbildsand gebraucht, Wieland seit 1751 bildsam Ver- wendet(Gombert 7, 15). Bildung, f.: Ge- staltung; Gestalt(im 18. Jh., jetet veraltet); geistige Veredlung(bei Goethe). Mhd. bil- dunge f.«Bildniss, ahd.(bei Notker) bildunga „Vorstellung, Einbildung». Z0S. 1) mit Bild. Bildhauer, m., in frühnhd. Glossaren(1495 im voc. rerum f. 2° bildhauwer). Bildsäule, f., bei Luther bildeseul. Bildstock, m.: Stock, Säule mit der Statue eines Heiligen, spätmhd. bildestoc m. Bildwerk n., mhd. bildeꝛverc n. 2) mit dem Pl. Bilder. Bilderbuch, n., bei Stieler 1691. Bilderschrift, f. im 16. Jh. (Fischart Garg. 189). Bilderstürmer, w, bei Luther bildstürmer.
Bill, f.(Pl.-s): vor das Parlament ge- brachter Gesetzentwurf. Das engl. bill«Zettel, Schein, schriftlicher Aufsatz, Parlamentsaktes, zurückgehend auf mlat. billa, bulla f. Blase,


