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Beutel 226
betüchen und betücht, adj. u. adv.: still nachsinnend, still in sich gekehrt, ver- steckt verschwiegen. Urspr. Gaunerwort für cleise, still, verschwiegen, geheimꝰ aus hebr. bãtäach«Vertrauen habend, sicher», dem Part.(Pass.) von bãtach«vertrauen», von den deutschen Juden betäche ausgesprochen. Auch jüdisch-deutsch betũches(bei Hebel) astill in sich gekehrts, aus hebr. baftucho, einer In- finitivbildung aus bätach. In betucht ist- angetreten. Doch scheint auch Mischung eingetreten zu sein mit ndd. ndl. bedacht(cht aus ft) cbekümmert, besorgt, md.(wetterau- isch) bedãft, bayr.- österr. beduft, s. tüfteln.
betulich, adj.: sich tätig zeigend, rührig; gewandt und entgegenkommend im Verkehr (bei Goethe z. B. Paldopbr. 45). Von sich betun: sich geschäftig zeigen(bei Stieler 1691 auch«sich bequem ausbreiten»); im Verkehr gewandt und entgegenkommend sein.
Betzel, f.(Pl.-n): Haube oder Mütze, besonders weibliche. In Hessen, Franken, Preußen(thür. elsäss. betze). Mhd. bezel.
Beuche, beuchen, s. Bauche, bauchen.
Beuge, f.: Krümmung. Mhd. biacge f. beugen, v.: biegen machen; niederbiegen; niederbiegen zur oder in Demut;(gramma- tisch) flektieren(von Adelung 1774 als un- bequem abgelehnt). Mhd. bõugen, ahd.(bei Notker) bougen; dazu asächs. bõgian, ags. hẽgan, bigan, anord. beygja, schwed. böga, dän. böie; got. baugjan fehlt. Faktitiv zu biegen(s. d.). 4BL. beugsam, adj. Bei Krämer 1678.
Beule, f.(Pl.-n): knotenartig aufgelaufene Erhöhung am Körper, besonders von Schlag, Stoß u. dgl. Mhd. biale f., ahd. biulla, bülla (aus*bulia) f. Blatter; dazu ndl. buil f., ags. byle, byl m. Geschwulsty, engl. bile«Ge- schwür», anord. böla(für*bühlon-) f. Diese Form erweist, daß ein Guttural vor! verloren gegangen ist; Beule gehört mit Bühel(s. d.) zu biegen. Verwandt ist wohl noch(mit Ablaut) got. ufbauljan zaufblasen. Doch sind auch andre Erklärungen vorgeschlagen, vgl. Uhlenbeck PBrBtr. 20, 327, Johansson KZ. 36, 364, E. Schröder ZfdA. 42, 62, Walde s. V. foliun, fugio, furunculas.
Beunde, f.(Pl.-n/): umfassendes, urspr. eingefriedigtes, von den Rechten der Ge- meinde, besonders ihrem Viehtrieb befreites und so zu ausschließlicher wie jeder be- liebigen Nutzung des Berechtigten abge- schlossenes Grundstück. Mhd. biunt, biunde
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
ahd. biunt, biunta f. Da im mnd. bitbende entspricht, dürfte das Wort als zusammen- gesetzt aus mhd. bi und einer Ableitung von want anzusehen sein, eig. worum sich der Zaun windet.
1Beute, f.(Pl.-n): hölzernes Bienenfaß; (in Hessen) Backtrog, Backtisch; hohler Holz- kasten(in Leipzig Staarheute f.«Brütkasten für Staare»). Spätmhd. biute f.«Backtrog, Bienenkorb(1470 hd.-mlat. biota f.«weites tiefes langes Gefäß, Ständer» bei Diefenbach mlat.-hd.-böhm. Wb. 51), ahd. biatta f. Bienen- faßy. Dazu ahd. biot, afränk.-mlat. Deuudas, beodus(lex sal. 46, 2), got. biude m.«Tischy, (daraus abg. bljudo n.«Schüssel), ags. béod⁴ m.«Schüssel zum Auftragen», bayr. schwäb. biet f.«Kasten in der Kelter, schweiz. biet m. f. «Vorder- oder Hinterteil eines Kahns». Das Wort wird gewöhnlich zu bieten, got. biudan «dar-, vorlegen», gestellt. Vgl. indessen Meringer IF. 16, 159, Grienberger Wiener SB. 142, 8. Die Grundbed. ist vielmehr Holzblock; auf den Bienenkorb(urspr. ein ausgehöhlter Baumstamm) wegen der Xhn- lichkeit der Form übertragen. Für diesen findet sich übrigens im 15. Jh. auch pewonte f., entsprechend jetzt wetterauisch beune(aus beunde) f.«Backtrog»(Crecelius 156).
²Beute, f.: Kriegs-, Jagdgewinn. Mhd. in ostmd. Quellen bute, biute f., nebst dem V. büten, biuten cerbeuten, rauben, Beute verteilen», aber auch s. v. a.«Worte wech- seln, sich unterreden und tauscheny. Der Grundbegriff ist der des Wechsels, des Um- tausches, des Ubergehens in andre Hände. Das Wort ist aus dem Nâd. mit unverscho- benem t ins Hd. gekommen, mud. bute f. «ausch, Verteilung, Beutey und baten tau- schen, verteilen, erbeuten»; dazu ndl. buit m. Beutey, anord. bJti n.«Tausch, Beutey und byta«tauschen, verteileny. Franz. butin m. Beute» aus dem Inf. haten«erbeutenꝰ. Wahr- scheinlich zu air. bäaid n.«Siegy. Nhd. findet sich das Wort im Voc. theut. von 1482(e 4² bathen, peuten«wechßelny und y 8³ peꝛotnemer oder Pewtgeber predator*), dann 1517 bei Trochus bute«preda» und bei Luther, durch den es allgemein geworden ist. Obd. im 16. Jh. auch beugt, beigt mit Anlehnung an Beige.
1 Beutel, m.(es, Pl. wie Sg.): eine Art Meißel, auch in den Zusammensetzungen Lochbeutel, Stechbeutel. Mit ndd. t für hd. 6 und eu für ez(bei Frisch Beisel). Es ent-
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