Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
223-224
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223 vetreten

Bettler 224

schon 1755 bei Dornblüth S. 169 angeführt. Davon das genetivische Adv. betreffs(bei Campe 1807). Von betreffen, v.: bei etwas antreften, namentlich bei etwas Schlechtem, ertappen; befallen, zustoßen; angehen, Be- ziehung haben auf. In der letzten Bed. ist das Wort frühnhd.(auch bei Luther). Das Part. Prät. betroffen auch adjektivisch cunangenehm berührt, betreteny. Im 18. Jh. (bei Gellert, Wieland, Lessing).

betreten, v.: auf etwas treten; eintreten in etwas, beschreiten; bei etwas antreffen, ertappen, mhd. betreten«treffen, iiberraschen, ergreifen»; befallen, zustoßen(bei Luther). Das Part. Prät. betreten auch akjektivisch zunangenehm berührt, verwirrt»(bei Luther).

Betrieb, m.(-es, Pl.-e): das Treiben auf etwas, z. B. des Viehes; Ausübung einer Tätigkeit(bei Adelung 1774); Antrieb(früh- nhd.). Zu betreiben. 43L. hetriebsam, adj., bei Adelung 1774.

betroffen, s. betreffen.

betrüben, v.: trübe machen;(bildlich) freudlos machen und schmerzlich bewegen. Mhd. betrüeben. Das Part. Prät. betribt auch adjektivisch. 4L. Betrübnis, f., spätmhd. (md.) betriebmisse f. n.

Betrug, m.(-es): Täuschung zu Nachteil oder Schaden. Frühnhd. 1501 im Voc. opt. L. 5ᷓ bedruch«frausy, dann bei Luther Betrug). Mhd. dafür betroc m.«Betrugy, ahd. bitroc «Trugbilds. betrügen(Prät. betrog, Part. betrogen), v.: zu Schaden oder Nachteil täu- schen. Mhd. betriegen, ahd. bitriogan. Alter- nhd.(auch bei Luther) betriegen und so noch bei Gottsched und Adelung und im 18. Jh. herrschend; bei Goethe in der Ausgabe letzter Hand durchgeführt. Daneben findet sich seit dem 16. Jh.(im Anschluß an Betrug und unter Einfluß von lügen) betrügen, das im 18. Jh. häufiger wird; Heynatz 1796 zieht es vor und Campe 1807 führt es allein an. S. trügen. 4BL. Betrüger, m., 1482 im Voc. theut. d 6u betrieger. Davon Betrügerei, f., spätmhd. betriegeri. betrüglich, adj. u. adv.: zum Betrügen geneigt; Betrug mit sich führend. Spätmhd. betrieglich, dann auch bei Luther, sich mischend mit betrigelich, be- trogelich, das von betroc(s. Betrug) gebildet ist, ahd. bitrogalih«seltsam, scheußlichs.

Betschwester, f.: durch vieles Beten sich auszeichnende weibliche Person. Mhd. betschꝛwester f. ist«Nonne?, die jetzige Bed. im 16. Jh.(Nas Pract. E 75).

Bett(-es, Pl.-en), mundartlich und in der Dichtersprache auch Bette, n.: Lager- und Schlafstatt, sowie Schlafgestell und-gerät; Gerinne für das Wasser. Alternhd. Bette (so bei Luther), Bett, obd. auch Beth(s. Beæt). Mhd. bette, bet, ahd. betti, beti n.«Bett und Beet»; dazu asächs. bed, ndl. bedde, bed, ags. bedd, engl. bed, afries. bed n., anord. bedh m. «Polstery, schwed. bädd m.«Bett⸗, dän. bed n. Beet», got. badi n.«Betty. Schwerlich ist die Bed.«Beety als die älteste zu nehmen, vgl. Braune Btr. 23, 250, aber man kann mit, Meringer Wiener SB. 144, 6, 107 doch an Ver- wandtschaft mit lit. bedéti, lat. fodére«graben⸗ (vgl. Walde s. v.), lett. bedre«Grufty denken: Bett wäre dann eig. die in die Erde einge- wühlte Lagerstätte(der Tiere). Die 2. Bed. liegt bei afranz. bied«Flußbett» zugrunde. Der Plur. lautet mhd. und älternhd. bette, wie noch Gottsched Sprachk. ³ 232 ansetzt, doch daneben schon im 17. Jh. Betten(Zesen Ibr. 498, Weise Pol. Näscher 190), was Adelung als herrschend bezeichnet, doch daneben noch Bette(= Gebett) und als obd. Better; diese Form wird auch 1772 von Goethe 39, 16 ge- braucht. 48L. betten, v.: die Stätte zum Liegen, Ruhen bereiten. Mhd. betten, ahd. bettõn.

Bettel, m.(-à): das Bettelngehen; ärm- lich Geringfügiges. Im 15. Jh.(Wyle 161, 3). Von betteln, v.: anliegend demütig bitten; um eine Armengabe bitten. Mhd. betelen, ahd. betalön, betolön, abgeleitet von bitten; dazu ndl. bedeln. 4BL. Bettelei, f. bei Luther. bettelhaft, adj. 1691 bei Stieler. Bettler, m., mhd. betelœre, ahd. betaläri m. 2ZUS. bettelarm, adj.: bis zum Betteln arm. Bei Ludwig 1716. Bettelmann, m., mhd. betelman m. Bettelmönch, m., früh- nhd.(Brant Layensp. M 3 b bettelmünich). Bettelsack, m., mhd. bettelsac m. Bettel- stab, m., mhd. hetelstap m. Bettelvogt, m.: Bettelrichter, im 17. Jh.

betten, s. Bett.

Bettlade, f.: Bettgestell, bei Dasypodius 1537. bettlägerig, adj.: krank im Bette liegend, im 17. Jh.(Stieler 1691 hat dafür bettlägericht). Bettstatt, f.: Bettstelle, mhd. bettestat. Bettstelle, f. bei Adelung als niedersächsisch(Bedstelle) aufgeführt. Bett- stollen, m.: Bettpfosten, mhd. bettestolle m. S. Stollen. Bettzieche, f.: Kissenüberzug mhd. bettezieche f., ahd. betteziohha. S. Zieche.

Bettler, s. betteln.