Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
221-222
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221 besudeln

Betreff 222

usw.) auszuüben, sowie dieser Ort selbst»; ahd. besuoh(bei Notker)«Heimsuchung». Die jetzige Bed. bei Henisch 1616. Von besuchen, v.:(veraltet) durchforschen; wohin begeben, um dort eine Zeitlang zu verweilen. Mhd. be- suochen«suchen, aufsuchen, untersuchen, ver- suchen, feindlich angreifen; ahd. bisuohhen «versuchen, auf die Probe stellens.

besudeln, v.: beschmutzen. In Glossaren des 15. Jh. besudlen, bei Luther besuddeln. S. Sudeln,

besulbern, v. arg beschmutzen. Mit Uber- gang eines aw in b aus mhd.(in md. Quellen) besulavern, abgeleitet von mhd. besulaen, be- sülaen, dessen sulzen, sülwwen von ahd. sol n. Kotlaches(s. Suhle) abgeleitet ist.

betagt, adj.: in hohem Alter stehend. Mhd. befaget«in ein gewisses Alter getreten». Eig. Part. Prät. von einem V. betagen«mit einem Alter versehen»(mhd. nur sich betagen calt werdeny, während betagen«Tag werden, als Tag bescheinen, ans Licht kommen usw.» ist). Vgl. bejahrt.

betätigen, v.: tätig zeigen, durch Taten an der Tag legen. Refl. sich b.: sich tätig zeigen, namentlich in einer Eigenschaft. Zu- erst bei Heynatz 1796 als ein Wort der Aftergeschäftssprache, dann bei Campe 1807, seit 1805 oft von Goethe gebraucht.

betäuben, v.: empfindungslos, gehörlos, unfähig zum Denken, dumpf an Sinn und Geist machen. Mhd.(meist ohne Umlaut) be- touben, eig.«taub machen», dann«besinnungs- los machen, betören, entkräften, vernichteny.

1 Bete, s. Bede.

Bete, f.(Pl.-n): Strafsatz im Karten- spiel. S. Labet.

beteiligen, v.: Anteil geben, Teil nehmen lassen. Refl. sich b.: Anteil nehmen, dazu das Part. Prät. beteiligt. Erst bei Campe 1807 als obd. Wort angeführt. Alternhd. findet sich be- teilen«Anteil woran gebenꝰ, wie ndl. bedeelen.

Betel, m.(s): ostindisches Rankengewächs, dessen rotsaftige, bittere, wohlriechende Blätter gekaut werden. Aus franz. betel m., engl. betle, portug. betere und betele m., das aus dem Ma- layischen abgeleitet wird. Es kommt als Betele schon 1595 bei Hulsius Schiffahrten 1, 22 vor, bei Münster Cosmographey Asien Kap. 88. 104 Betele, Bettele.

beten, v.: eine Bitte an ein höheres Wesen aussprechen, überhaupt zu demselben feierlich sprechen. Mhd. beten, ahd. betön(mit Akk. der Person) eig. cbitten», dann«zu einem

höhern Wesen bitten, zu demselben feierlich, sprechenꝰ, abgeleitet von mhd. bete, ahd. beta, got. bida f.«Bitte, Gebet. Entsprechend asächs. bedon.

beteuern, v.: hoch und teuer versichern. Bei Henisch 1616. Nach den Lauten entspricht mhd. betiuren, das aber zu kostbar dünken» bedeutet, doch kommt spätmhd. beteurung schon in dem Sinne Beteuerung» vor.

Betönie oder Betunie, f.(Pl.-n): Glied- kraut, Schlüsselblume. Mhd. batönie, ahd. be- tönia, nach dem lat. Namen betonica f., nach Plinius hist. nat. 25, 46 aus gallisch vettonica nach dem am Tajo wohnenden Volk der Vettones. Vgl. auch Batengel.

Betracht, m.(es): Erwägung. Von Adelung als obd. Wort den Kanzleien zu- gewiesen, aber von Wieland 4, 10 gebraucht. Vgl. Anbetracht. Mhd. erscheint betrahte f. cBedachtsein worauf, Absicht, Erwägung, Überlegung. Von betrachten, v.: mit Auge und Geist hingezogen sein oder ver- weilen auf. Mhd. betrahten, ahd. bitrahtön «woraufhin denken, worauf achten, bedenken, erwägen, ausdenkens». 4BL. beträchtlich, adj. u. adv.: was in Betracht kommt, er- heblich. Frühnhd., in der jetzigen Bed. aber erst im 18. Jh. üblich werdend(Lessing 7, 38) und von Adelung 1793 verzeichnet. Betrach- tung, f., mhd. betrahtunge f.

Betrag, m.(-es, Pl. Beträge): die Summe. Bei Steinbach 1734(mhd. betrac m. ist«Ver- gleich»). Von betragen, v.: voll tragen, besonders mit edelm Metalle belegen, mhd. hetragen; zusammengetragen(berechnet) aus- machen(bei Duez 1664). Refl. sich b.: sich im äußern Verhalten zeigen. Mhd. sich be- tragen(aber mit schwacher Flexion Prät. betragete, Part. betraget) ist«sich nähren, sich behelfen, auskommen mit etwas», dann auch«mit einem auskommen⸗, diese Bedd. auch noch älternhd., die jetzige zuerst bei Nieremberger 1753. Davon der substantivierte Inf. Betragen, n.(Lessing 1, 430).

betrauen, v.: Treu und Glauben zu- wenden;(einen mit etwas betrauen): es ihm auf Treu und Glauben übergeben. Mhd. be- triuwen, betrſuen dn Treue erhalten, schützen; in frühnhd. Glossaren ist betrauen«trauen?. Stieler 1691 und noch Adelung 1793 bezeichnet das Verb als unüblich bis auf das Part. Prät. betraut.

Betreff, m.(-s): Beziehung auf. Aus der Kanzleisprache bei Heynatz 1796 und