219 bestätigen Bestandteil, m., bei Adelung 1774 aus der philosophischen Sprache.
bestätigen, v.: stetig(stätig) d. i. fest- stehend, beständig, dauernd machen(sich b. bei Goethe 35, 68); als giltig erklären, be- kräftigend giltig machen. Mhd. bestœtigen (daneben auch bestœten, s. Bestätter), ahd. bloß stãtigõn, von dem Adj. stätig«stetig»(s. d.).
bestatten, v.: feierlich zu Grabe bringen. Mhd. bestaten urspr.«an seine oder überhaupt eine Statt bringen», dann«eine Statt geben, mit allem Nötigen versehen», besonders«zur Heirat ausstatten, zu Grabe bringen'.
Bestätter, m.(-, Pl. wie Sg.): wessen Gewerbe es ist die Versendung von Gütern zu besorgen, der Spediteur. Am Rnein. Von bestätten«mit Leistung von Sicherheit ver- bundene Versendung von Gütern besorgen» mit Kürzung des Vokals aus mhd. bestœæten cbeständig machen, festgesetzt machen», dann «Sicherheit leisten für—». Schon im 15. Jh. in Frankfurt besteder(Diefenbach-Wülcker S. 209); Adelung hat noch richtiger Bestelter.
bestechen, v.: rings um etwas stechen; in etwas stechen, einstechend versuchen(in der Bergmannsprache, schon mhd.); durch Geld zu einer unrechten Handlung verleiten, die Vorteil bringt;(übertragen) für sich ein- nehmen. Die 3. Bed. erscheint frühnhd.(Sallust R 2), daneben auch einfaches stechen(2. B. mit gelt gestochen Sallust 8 2, stechen mit geschenchen Luther 5, 418 b Jen., mit gelt stechen Franck Chr. 66 b); sie geht vielleicht von der 2. Bed. aus, bestechen also eig.«auf die Probe stellen, versuchen»(in diesem Sinn auch mhd. stechen). 4BL. bestechlich, adj., erst bei Adelung 1793.
Besteck, n.(-Lels, Pl.-e): das Futteral, in das gewisse zusammengehörige Werkzeuge eingesteckt und in dem sie getragen werden, sowie diese Werkzeuge selbst; Messer und Gabel(die früher oft in einem Futteral ge- tragen wurden). Frühnhd.(Fischer 1, 937). Bei Stieler 1691 auch Gesteckc.
bestehen, v.: 1) intrans.(worauf, worin) Stand halten, fest bleiben, woraus gebildet oder zusammengesetzt sein, überhaupt sein. 2) trans. feindlich entgegenstehen; kräftig (fest stehend) unternehmen oder durchdauern; stehend räumlich einnehmen. Mhd. bestãn, ahd. bistantan, bistän«Stand halten, stehen bleiben; bleiben; umstehen, stehend besetzen, feindlich angreifen, überfallen, mhd. auchs. v. a. «als Lehensträger oder Mieter übernehmens.
Besuch 220
bestellen, v.: wohin zu festem Stand an- weisen(Jos. 10, 18; 2 Kön. 7, 17); in ein Amt einsetzen(2. Chron. 19, 5); wohin bescheiden oder zu kommen laden; beauftragen zu fer- tigen; in Stand setzen, bestimmt ordnen, zu- richten; zur Besorgung befördern. Mhd. be- stellen crings umstellen, besetzens(namentlich mit Bewaffneten),«einsäumen, in den Stand setzen, bestimmen, anordnen, ordnen, als Ei- gentum, zur Nutzung überweisen, zur Stelle bringen, besorgen», ahd. bistellen«rings um- stellen, umgeben». S. auch bestallt.
bestens, s. best.
bestiälisch, adj.: tierisch roh, viehisch. Aus lat. bestiäãlis«tierisch wild, viehischy, von bestia f.(s. d. f.). Frühnhd.(1538 bei Schaidenreißer Paradoxa 2 b, 1598 bei Albertinus Sendschr. 1, 207 b). Bestialität, f.: tierische, viehische Roheit. 1603 bei Albertinus Zeit- kürzer 50 b Bestialitet. Aus neulat. bestialitas f.— Bestie, f.: wildes Tier. Aus lat. bestia f.«wildes(Wald-) Tiers, bei Plautus auch Scheltwort. Schon mhd. bestie, frühnhd. auch als Scheltwort. Nd. früher Beest n., Pl. Beeste, jetzt auch Biest n., Pl. Biester.
bestimmen, v.; durch die Stimme be- zeichnen, entschieden bezeichnen, mhd. be- stimmen«benennen, mündlich bezeichnen, fest bezeichnen⸗; einem Gebrauche oder einer Auf- gabe zuweisen; nach unterscheidenden Merk- malen genau abgrenzen(bei Ludwig 1716); entscheidend zu etwas veranlassen(bei Ade- lung 1774, zunächst aus der philosophischen Sprache). Davon das Part. Prät. bestimmt in adjekt. Gebrauch«fest bezeichnet; genau abgegrenzt; entschieden, wie franz. décidé (erst bei Campe 1807).
bestreiten, v.: bekümpfen, mhd. bestriten; in der Rede entgegentreten; bewältigen, An- forderungen Genüge tun(bei Stieler 1691), namentlich in Bez. auf Kosten.
bestricken, v.: berücken eig. im Stricke fangen. Mhd. bestricken.
bestürzen, v.: durch Unerwartetes die Geistesgegenwart verlieren machen. Mhd. be- stürzen, ahd. bisturzen«überstürzen, umwen- den», dann«außer Fassung bringen, verwirrt machens». 4B1. Bestürzung, f., 1626 bei Zincgref Apophth. 1, 23.
Besuch, m.(-es, Pl.-e): das Sichwohin- begeben, um dort eine Zeitlang zu verweilen, sowie die besuchenden Personen selbst. Mhd. besuoch m. ist«das Gehen nach einem Orte, um dort ein Recht(des Weidens, Holzsammelns


