Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
217-218
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217 besoffen

Voc. theut. d 4*, aber in der Bed. Belagerung), dann bei Luther(5 Mos. 33, 23) in der Bed. Besitzung, besessener Grund und Boden» und später, doch anfangs noch selten. Mhd. dafür besez m. n. Im 18. Jh. im Besitz sein adie Macht wozu haben, in der Lage sein»(Schiller 4, 117). Von besitzen, v.: innehaben zu freier Verfügung. Mhd. besitzen, ahd. bisiazen, eig. cumsitzen», daher auch cbelagern), dann auch in der jetzigen Bed.; dazu asächs. bisittian, ags. besittan. S. auch besessen. 4BL. Be- sitztum, n., erst im 17. Jh.(Zesen Ibr. 427 Besitztuhm). Besitzung, f, mhd. besitzungef.

besoffen, als Adj. gesetztes Part. Prät. von besaufen(s. d.): aus Unmäßigkeit völlig betrunken(1697 bei Ettner unw. Doctor 841).

besolbern, s. besulbern.

besonder, adj.: für sich als Teil eines Ganzen von anderm getrenntw; als eigentümlich auszuscheidend; vor anderm hervorzuhebend. Das Adj. taucht erst im 14. Jh. spärlich auf, gebildet aus dem mhd. Adv. besunder«in Ab- gesondertheit, im einzelnen, vorzüglich», ent- standen aus be- als Abschwächung der mhd. Präp. bi«bei» und dem Adv. sunder, ahd. suntar(s. sonder). Davon mit genetivi- schem s das Adv. besonders. Frühnhd. (bei Liliencron 3, 395 v. J. 1521 besunders, bei Luther besonders).

besorgen, v.: mit Sorge bedenken, mit Sorge entgegensehn, mhd. besorgen, ahd. bi- soragén(auch refl. sich b. mit Gen.); Sorge um etwas tragen, die Sorge wofür über- nehmen(auch mhd. ahd.);(abgeschwächt) auszuführen übernehmen. Das Part. Prät. besorgt adjektivisch: Sorge habend worum, fürsorgend bedacht, angstbewegt, mhd. be- sorget. 4BL. besorglich, adj. u. adv., früh- nhd. Besorgnis, f., erst im 18. Jh.(Heynatz 1796 führt es als neues Wort auf, das von verschiedenen guten Schriftstellern gebraucht werde). Beide zu besorgen in der 1. Bed.

besprechen, v.: geradezu ansprechen (Schiller Zerst. v. Troja Str. 48); in Anspruch, in Beschlag nehmen(Goethe 21, 253; 29, 252. Schiller Parasit 1, 5); verabreden(Goethe 36, 153); durch Hersagen von Spruch oder Formel einwirken auf; mündlich be-, verhandeln. Refl. sich b.: sich miteinander unterreden, besonders worüber. Mhd. besprechen san- reden, bitten, beschuldigen, verabredenꝰ, auch sich b.«sich durch Sprechen miteinander beraten», ahd. bisprehhan auch cherabsetzen, tadeln, rügen, verurteilen». Die Bed.«zau-

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berisch einwirken auf erst bei Adelung 1774(doch schon mnd. bespreken), die Bed. «mündlich verhandeln» ist ganz jung(noch nicht bei Campe 1807).

besser, adj. u. adv.: anderm vorzuziehend, vorzüglicher; noch mehr als anderes. Der übliche Komparativ des Begriffes gut. Mhd. bezzer, ahd. bezziro(mit schwacher Flexion); dazu asächs. betero, ndl. beter, ags. betera, engl. better, anord. betri, schwed. bättre, dän. bedre, got. batiag. Als Adverb steht mhd. baz(s. baß, auch wegen der Etymologie), nhd. aber besser. 4L. bessern, v.: besser machen, refl. sich bessern«besser werdenꝰ. Mhd. bezzern, ahd. bezzirõn. Davon Besserung, f., mhd. bezzerunge, ahd. bezzirunga.

best, Superlativ zu dem Kompar. besser (s. d.). Mhd. begzest, bezzist, meist verkürzt (mit Schwinden des 3z vor s) best, ahd. bezzist: dazu asächs. betest, Detst, ndl. best, ags. betest, betst, engl. best, anord. beztr, schwed. büst, dän. bedst. Redensarten: zum Besten geben eig. cbei einem Fest als Preis(das Beste) aussetzen, dann«überhaupt für eine Gesell- schaft spenden, preisgeben»(im 17. Jh. bei A. Gryphius); zum Besten haben«verspotten, anführen», eig. wohl als Zielscheibe beim Preisschießen bestimmen», dann zum LZiel von Angriffen machen»(1715 bei Ettner Hebamme 196; im 17. Jh. dagegen um Besten haben als Gewinn davontragen). 4BL. bestens, adv., im 17. Jh.

bestallt, adj.: in ein Amt eingesetat, namentlich in dem kanzleimäßigen Wohlb. Ein erstarrtes Part. Prät. mit Rückumlaut von bestellen(s. d.), denn mhd. bestellen bildet im Prät. bestalte, Part. bestalt und bestellet. Zuweilen wird zu bestallt ein Inf. bestallen gebildet(schon mhd. in md. Quelle bestallen cbesetzen»). Bestallung, f.: Ubertragung einer Stelle; amtliche Stelle, sowie die damit verbundene Besoldung. Im 15. Jh. bestallange f. Gebildet von bestellen, wie Besatzung von besetzen.

Bestand, m.(-es, Pl. Bestände): das Standhalten, Festbleiben, Dauer; alles zu- sammen was ein Ganzes ausmacht;(obd.) Pacht, Miete(das Sein worin für eine Dauer). Im 15. Jh. bestant m., namentlich«Waffen- stillstandy, dann auch«Dauer, anhaltendes Sein, Pacht, Miete». Zu bestehen. 4 BL. Be- ständer(obd., auch Beständner), m.: Pächter. beständig, adj. u. adv.: festbleibend, un- unterbrochen dauernd, mhd. bestendec. ZUS.