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fen, md.-ndd. schuppen«durch einen kurzen Schwung schaukelnd in Bewegung setzen, hin und wieder stoßen, überstürzen»,(mundartlich dann) zübertölpeln, zum besten haben»(s. Schmeller²2, 441), vgl. auch mhd. underschupfen «ein Bein stellen und so zu Falle bringen, mit List verdrängen, überlisten». 1687 kommt in der Gaunersprache schuppen cbetrügen),
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beseitigen, v.: auf die Seite, weg schaffen. Weiterbildung eines ältern beseiten, nach Hey- natz 1796 nur in obd. Staatsschriften, dann bei Campe 1807.
beseligen, v.: in hohem Grade beglücken, eig. selig(s. d.) machen. Frühnhd.(auch bei Luther), aber in der Bed.«begaben»(noch bei Stieler 1691, doch daneben die jetzige Bed.).
1750 beschuppen vor; Adelung 1774 führt Besemer, s. Desem. den Ausdruck als ndsächsisch an. Besen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kehrwerkzeug, Beschwerde, f.(Pl. n): Schmerzempfin- Rutenbündel zur Zucht;(studentisch) Mädchen, dung, Betrübnis worüber, sowie Außerung, namentlich niedern Standes(seit Ende des Klage derselben; drückend Belästigendes. Mhd. 18. Jh. nachzuweisen, doch jedenfalls weit heswdærde f., zusammenges. mit ahd. sewdtrida f. älter, Haushäsem als Schimpfwort schon bei drückende Lasto, von schaoer, ahd. swäri.— Fischart). Mit Abschwächung des Suffixes zu beschweren, v.; schwer d. i. schmerzlich,-en(doch Besem noch bei Steinbach 1734, drückend, lästig machen und sein. Mhd. be- auch bei Goethe, z. B. 14, 308 auf Besmen) sircren, ahd.(bei Notker) besuwären. Refl. aus mhd. beseme(Gen. besemen, dann auch
sich beschaweren: sich eine Last aufladen; als stark), ahd. besamo m.; dazu ndl. bezem, ags.
Last empfinden(Sir. 7, 39); über Drückendes klagen(im 16. Jh. mit Gen. der Sache). 4 B L. beschwerlich, adj.; drückend lüstig. Früh- nhd.(bei Luther). Beschwernis, f.: drückend Belästigendes. Mhd. beswœyrnisse f. beschwichtigen, v.: durch Zureden ruhig machen. Aus dem Nd., mit ndd. cht für hd. ft, Ableitung von ndd. soichten, mhd. sewiften «stillen, dämpfen», das von mhd. Sewift cruhig» gebildet ist; ahd. gis:cirtοn«stille sein, schwei- geny. Der zugrunde liegende Stamm wohl
auch in got. sweiban aufhören, nachlassen).
Das von Adelung 1793 noch nicht angeführte Wort braucht 1778 Hermes Sophiens Reise 6, 636; 1795 wird es von Campe Bereicherung empfohlen; Wieland führt dann 1797 das schon 1774 von Klopstock gebrauchte schzwichtigen in die neue Bearbeitung der Belsora Suppl. 2, 65 ein(bemerkt aber S. 79, daß das Wort 1751 außerhalb Niedersachsens unbekannt ge- wesen sei), von da an wird b. oft gebraucht.
beschwören, v.: mit Beteuerungen bitten; durch Zauberspruch vergewaltigen, schwörend bekräftigen. Mit Entwicklung eines e aus ö (S. schcören) aus mhd. beszwern, ahd. bisewerian; got.(ohne J-Verstärkung im Präs.) biszwaran.
besebeln, v.: betrügen. In der Gauner- sprache. Schon frühnhd. auch literarisch(z. B. besebeln Mathesius Sar. 78 b, 224a, besefelen Fischart Garg. 302, davon dann Besebler Be- trüger? Mathesius Sar. 276a, Beseffler Mo- scherosch Phil. 2, 629). Eig. bescheißen(im Lib. vag. sefeln«scheißen») zu hebr. arm. zcbel «Mist, Kot⸗. Doch vgl. auch sabbeln, sabbern cden Speichel fließen lassen, beschmutzen).
hesma m., engl. besom. Dunkler Herkunft. Redensart: neue B. kehren gut«wer neu im Amt oder Dienst, ist zu eifrig, ist übertätig» (schon bei H. Sachs 21, 80 die neiwen Besen Keren wwol und im Vridanc 50, 12 der niuwe beseme kéret wol!). Dim. Besenchen, n., bei Goethe auch noch Besemchen und gekürzt Beschen(31, 99). ZUS. Besenstiel, m., mhd. hesemstil, bei Goethe(Faust 2308) auch s. v. a. Hexenmeister, vom Ritt der Hexen auf Besen (Ebd. 3835).
besessen, als Adj. gesetztes Part. Prät. von besitzen(s. d.): von einem innewohnen- den bösen Geiste ganz eingenommen oder geplagt. So schon mhd. besezzen.
besichtigen, v.: in Augenschein(Sicht) nehmen. Im 15. Jh. tritt besichten, daneben auch schon das weitergebildete besichtigen (1507 bei Wilwolt von Schanmburg 80, auch bei Luther) auf.
Besing, s. Beere.
besinnen, refl. v.: etwas durch feste Richtung der Sinne im Geiste wieder gegen- wärtig machen. Mhd. besinnen(mit st. u. schwacher Flexion)«mit fester Richtung der Sinne in Uberlegung ziehen, zur Erkenntnis bringen, erachten, refl. sich b. cnachdenkend sich bewußt werdeny. Das Part. Prät. als Adj. gesetzt besonnen: gefaßten Sinnes und überlegt, mhd. besunnen und besinnet(daher auch älternhd. bis ins 18. Jh. besinnt). 4L. Besinnung, f.: UÜberlegung; Kraft der Über- legung. Erst bei Adelung 1793.
Besitz, m.(-es): Innehaben einer Sache zu voller Verfügung. Im 15. Jh.(1482 im


