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Bescheid 212
Das Wort ist wohl schon im 16. Jh. ein- gedrungen, da Fischart im Garg. 117 besanet Schiff«mit der Besan ausgestattetes» hat; Ludwig 1716 verzeichnet zuerst Besaan f. Da- neben erscheint eine Form mit anlautendem m (im 16. Jh. bei Chytraeus Moysahn, bei Fleming 584 Meysan«Besansegel»), die dem ital. mezzana, franz. mizaine, engl. mizzen entspricht und als ursprünglicher anzusehen ist; zugrunde liegt lat. mediana die in der Mitte befindlichey.
Besatz, m.(-es, Pl. Besätze): das womit etwas eingefaßt(besetzt) wird. Junge, bei Adelung 1793 noch nicht verzeichnete Bil- dung von beselzen(wie Verlag von verlegen, Versand von versenden).
Besatzung, f.(Pl.-en): die in einem Orte liegende Mannschaft. Zu besetzen, mhd. besetzen«mit der nötigen Mannschaft ver- sehen, bevölkern?, wie Bestallung zu bestellen. Spätmhd. besatzunge(neben besetzunge) f. ist Befestigung»; Besatzung in der jetzigen Bed. erscheint bei Fronsperger Kriegsb. 1, 115, wüh- rend Luther dafür Besetzung hat(1. Makk. 4,2).
besaufen, v.:(veraltet) völlig trunken machen. Mhd. besüfen(Prät. besouf, Part. besoffen)«versinken, ertrinkeny, vermischt mit dem Faktitivum besoufen(Prät. besoufke), ahd. bisoufen ertrinken machen, ertränken, eintauchen». Jetzt nur refl. sich b.(zuerst bei Krämer 1678).
beschaffen, adj.: nach den Merkmalen erscheinend. Mhd. beschaffen, Part. Prat. von beschaffen«erschaffeny, ist«vorhanden, be- findlich, existierend, durch das Schicksal be- stimmt», während geschaffen, Part. Prät. des einfachen schaffen, auch die Bed. von sge- staltet, gebildet» hat, die bei beschaffen im 17. Jh. hervortritt. 43L. Beschaffenheit, f.: bestimmte Art des Erscheinens nach den Merkmalen. Bei Henisch 1616. Mhd. be- schaffenheit ist«Schöpfungy.
beschäftigen, v.: tätig(geschäftig) ma- chen. Gebildet von einem unbelegten, aber nach ndd. bescheftich«geschäftig» vorauszu- setzenden md. Adj. bescheftic(belegt ist nur in md. Quellen scheftic«geschäftig, tätig» und gescheftic). Bei Krämer 1678. In mhd. Zeit erscheint dafür md. bescheften.
beschälen, v.: dieStute befruchten. 4B 2. Beschäler, m.: Zuchthengst. 1482 bescheler im Voc. theut. d 3 b neben scheler ce 4², wofür mhd. einfacher schél, ahd. scélo m.«Schell- hengst»(s. d.).
beschaulich, adj.: auf innere Betrachtung gerichtet. Spätmhd. beschouewelich(in der deutschen Theologia), von beschouoen, das bei den Mystikern(nach lat. contemplãri) von der inneren seelischen Betrachtung ge- sagt wurde.
Bescheid, m.(-es, Pl.-e): genaue unter- scheidende Kenntnis; genaue Auskunft wor- über; schlichtende Erkenntnis in einer Rechts- sache; zukommende Erwiderung(auch beim Trinken, vgl. bescheyd thun bei Dasypodius 1537, Alberus Fab. 8, 60). Mhd. bescheit m. n. und bescheide f. Von bescheiden, v.:(ehe- dem völlig scheiden, dann) gehörig ausein- andersetzen; worüber genauen Bericht geben, bestimmt benachrichtigen; ein die Rechtssache schlichtendes Erkenntnis erteilen; vorladen; zuteilen. Refl. sich bescheiden«zur klaren Erkenninis wovon kommen, in einsichtsvoller Weise sich in seinen Wünschen und An- sprüchen beschränken». Mhd. bescheiden«völlig scheiden, entscheiden, schlichten, einrichten, bestimmen, benachrichtigen, zuteileny. Davon das alte Part. Prät. bescheiden als Adj. (aber sonst beschieden s. scheiden): 1)(ver- altet) Bescheid wissend, erkenntnis-, einsichts- voll(Schiller Tell 1, 4. 5, 1), mhd. bescheiden; 2) zum Refl.(ebenfalls veraltet) zurückhaltend, maßhaltend, zichtig(so zuweilen schon mhd., z. B. Wigalois 155, 1, dann in frühnhd. Glos- saren, z. B. 1482 im Voc. theut. d4 bescheydener ctranquillusꝰ, in andern Glossaren«modestus?, bei Maaler 1561«züchtig»); mäßig in Wunsch und Anspruch(im 17. Jh.). 43L. Be- scheidenheit, f.: Mäßigkeit in Wunsch und Anspruch. Mhd. bescheidenheit ist dagegen crichtige(alles wohl auseinanderlegende und haltende) Einsicht und Beurteilung, Verstän- digkeit»(so noch Luther, doch schon 1501 im Voc. opt. R 2 b«meßigkeit, modestia», bei Maaler 1561«moderatio, verecundia). be- scheidentlich, adj. und adv.: der Mäßigkeit in Wunsch und Anspruch gemäß. Mit ein- getretenem t aus mhd. bescheidenlich ver- ständig, den Umständen angemessen, ge- bührlich, deutlich». ZUS. Bescheidessen, n.: was man den Nachbarn von einem Schmause oder Schweineschlachten zuschickt, dann was Gäste beiseite legen und den Ihrigen nach Hause senden oder bringen, damit sie gleich- sam Bescheid tun d. h. nachessen. Im ältern Nhd. 1482 im Voc. theut. d 42 und noch 1717 Abrahamisches Bescheidessen des P. Abraham a. S. Clara.


