Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
209-210
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209 bersten

Besanmast 210

gleichbed. anord. berserler m., eig.«Bären- Keid»(ber- Bär», serkr«Kleid»), dann «Männer in Bärengewand, die von tierischer Wut befallen und mit unwiderstehlicher Ge- walt sich auf alles Lebende stürzen, um es zu vernichten?.

bersten(Imp. birst, Prät. barst, Part. geborsten), v.: auseinanderbrechen. Mit Um- stellung des r(entsprechend dem Md. Ndd.) aus mhd. bresten(Prät. brast, Pl. brästen, md. auch brusten, Part. gebrosten), ahd. brestan, unpers. anch«mangeln, gebrechen»(s. Ge- bresten); dazu asächs. brestan, anord. bresta und mit gleicher Umstellung wie im Nhd. ndl. barsten, afries. bersta, ags. berstan, engl. burst. Gehört zu brechen oder zu air. brissim cbreche», gr. mεο⁵αν αerstöre». S. Walde unter frustumn. Das Wort ist von Luther aus dem Md. eingeführt und dem Obd. urspr. fremd(bei Dasypodius, Maaler und selbst Dentzler nicht angeführt). Das Prät. lautet älternhd. auch borst(Schottel S. 581 erborst, auch noch Brockes 1, 151, Bürger 203), davon noch jetzt der Konj. börste. Imp. birst, Präs. birstet, birst auch schwach gebildet: berste, berstest, berstet.

Pert, an Mannsnamen wie Adelbert, Albert (s. A el), Hubert usw., bed. s. v. a.«glänzend, leuchtend. Aus mhd. berkht, ahd. beraht «glänzend, leuchtends; dazu asächs. berht, ags. beorht, engl. bright, anord. Ljartr, got. bairhts«offenbar». Weiter vergleicht man lit. bérsti«wird weißy, s. Wiedemann Idg. Forsch. 1, 512, gr. qopkév Aeuxév, oNv, bucév Hes., Grienberger Wiener SB. 142, 43. Vgl. auch hrecht. Davon der Frauenname Berta, mhd. Berhte, ahd. Berahta, Berhta. Zusammenges. mit bert ist auch der Mannsname Bertold, mhd. Berhtolt, ahd. Berahtolt, in dem-olt auf-walt zurückgeht.

Bertram, m. oder n.(-es, Pl.-e): die Geiferwur,, lat.-gr. pyrethrum. Frühnhd. auch noch berchtram, brechtram, mhd. ahd. berhtram an den deutschen Mannsnamen Berhtram, Bertram d. i.«glänzender Rabe, Glanzrabe? angelehnt und so mit deutschem Klang aus dem gr. lat. Namen der Pflanze Pyrethwunn, gr. mpepov n., abgeleitet von nôp n.«Feuer⸗ und nach dem scharfen brennenden Geschmack der Wurzel benannt. Der Name Geifer- oder Speichelwurz, weil die Wurzel gekaut den Speichel stark zusammenzieht.

berüchtigt, adj.: worüber übles Gerede (Gerücht) umläuft. Eig. das Part. Prät. von

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

berüchtigen«in übles Gerede bringeny, das aus dem Nͤd. stammt(mnd. beruchtigen, berochtigen neben der einfacheren Bildung beruchten), aber im 15. Jh. auch in md. Quellen zu finden ist(1469 beruchtigen im mittelrhein. Voc. ex quo«infamare?, 1501 im Leipziger Voc. optimus, vgl. auch Diefenbach- Wülccker 195). Uber rüchtigen s. ruchbar und Gerücht.

berücken, v.: listig täuschend fangen, eig. das Netz über die gefangenen Vögel rücken(Pred. 9, 12); unvermutet überfallen und zu Schaden bringen, betören. Durch Luther eingeführt.

berücksichtigen, v.: Rücksicht worauf nehmen. Zuerst von Campe 1807 als Wort der Umgangssprache angeführt.

Beruf, m.(-es, Pl.-e):(veraltet) Ruf, spätmhd. beruof«Leumund; Stellung, in die man eingewiesen ist, Bestimmung, Amt(bei Luther); innerer Antrieb. Von berufen, v.: herbei, zusammenrufen, zu etwas rufen, mhd beruofen, ahd. bihruofen; zur Rede setzen, tadeln(mhd. beruofen mit Gen. oder von, umbe); etwas unzeitig und zum Unheil nennen (frühnhd., wie beschreien, eig. nur laut von etwas reden, vgl. mhd. beruofen claut aus- rufen»). Refl. sich berufen(mit auf): jemand anrufen, an jemand appellieren, jemand oder etwas zur Bekräftigung einer Behauptung heranziehen(mhd. sich beruofen mit an, in, auch intr. beruofen). Davon das Part. Prät. berufen auch s. v. a.«berühmt»(bei Luther); berüchtigt, verrufen(bei Fleming 586).

berühmt, adj.: rühmlich bekannt. Bei Luther. Eig. Part. Prät. von berihmen, mhd. berüemen«rühmen?(später nur sich berühmen mit Gen.).

Beryll, m.(-es, Pl.-e): ein meergrüner Edelstein. Mhd. berille(Gen. berillen), barille aus dem gleichbed. gr.-lat. berollus, gr. BupuxXoc m. f., das aus prakrit. velurijam, vérulijam, aind. vaidurja stammt. S. auch Brille.

besabbern, s. sabbern.

besage, präp. mit Gen.: nach Wortlaut. Im Kanzleistil, schon frühnhd., gekürzt aus spätmhd. nãch besage, woraus sich ein spätmhd. besage f. Wortlaut, ausdrücklicher Inhalt⸗ ergibt, abgeleitet von besagen, ahd. bisagén caussagen.

Besänmast, m. Hintermast, Besänsegel, n.: Hintermastsegel. Jenes das ndl. bezaans- mast f., zusammenges. mit ndl. bezadn f. snächster Mast am Hinterteil des Schiffes».

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