Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
197-198
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197 bekommen

Beleg 198

s. Klamm). beklommen fehlt im ältern Nhd. (dafür in gleicher Bed. beklemmt) und ist erst im 18. Jh., nach Heynatz 1796 aus Nieder- sachsen, eingedrungen, es wird von Hagedorn, Klopstock, Bürger gebraucht.

bekommen, v.: 1) intrans. zum Gedeihen gereichen, überhaupt s. v. a. gereichen, Wir- kung haben. 2) trans. durch UÜberkommen von außen haben. Mhd. fast nur intrans.«bei- kommen, gelangen, hervorkommen, wachsen, gedeihen,(mit Dat. der Person) begegnen, zukommen,(mit Gen. der Sache) erhalten, gewinnen⸗; dies bei Luther schon häufig mit dem Akk. Ahd. biquéman auch mit Akk. cüberkommen, ergreifen»; vgl. asächs. biſcei- man, ags. becuman æzu etwas kommen, ge- langen», engl. become«werden, zukommen?, got. bigiman«überfallen). 4 BL. bekömm- lich, adj.: was wohl bekommt; was zu er- langen ist. In der 2. Bed. bei Maaler 1561 bekommlich, die 1. gehört der neuesten Sprache an(noch nicht bei Campe). Mhd. bekomen- lich, gebildet von dem Part. Prät. bekomen, älternhd. bekommlich ist«passend, bequem. S. auch bequem.

bekräftigen, v.: kräftig machen(Hiob4, 4); zuverlässig, sicher machen(auch bei Luther). Gebildet von dem Adj. kräftig. Mhd. be- kreften«stärken», gebildet von Kraft.

bekümmern, v.: Kummer verursachen, mit Sorge quälen. Refl. sich b.: Kummer empfinden, sich sorgend mühen, sich umtun. Mhd. bekunlbern, bekcümbern«in Not bringen, belästigen, beschüftigen»,(in derRechtssprache) «mit Beschlag belegen, vgl. mndl. bekonrmeren. Gebildet und zum Teil entlehnt von dem aus lat. incumulãre gewordenen franz. encombrer, prov. encombrar, ital. ingombrare, mlat. in- cumbrare«(durch Schutthaufen) den Weg versperren, verhindern». S. Kummer. 4BL. Bekümmernis, f., mhd. bekumbernisse f.

bekunden, v.: kundgeben, offenes Zeug- nis worüber geben. Erst bei Adelung 1793 als der Rechtssprache Niedersachsens angehörig.

Belag, s. Beleg.

belagern, v.: durch ein Lager einschließen und bedrängen. Spätmhd. belegern, auch Alternhd. belegern(bei Luther), belãgern(noch bei Stieler 1691).

Belang, m.(-es): Bedeutung, Wichtigkeit, eig. was weit reicht(s. belangen). Verschieden von mhd. belang m.«das Verlangen, Sehnen wonach», dagegen ist mnd. belang(substant. Form eines Adj., das im Mndl. als belang«zu-

gehörig, verwandt, gemäß, abhängig, darauf ankommendverscheint)«Bedeutung; das Wort dringt in die Kanzleisprache ein und wird nach der Mitte des 18. Jh. allgemein, von Heynatz 1775 noch beanstandet, doch schon vorher von Lessing und Klopstock gebraucht.

belangen, v.: 1) impers. sich worauf er- strecken, etwas betreffen(häufiger anbelangen). 2) trans. klagend vor Gericht ziehen eig. mit der Klage erreichen. Mhd. mich, selten mir belanget«mich verlangt», doch auch intrans. «sich erstrecken» und trans.«erlangen, er- reichen,, älternhd. dann«betreffenꝰ und«jem. mit etwas angeheny. Vgl. ndl. belangen«be- treffen, anbelangen», engl. belong«zugehören, betreffen.

belästigen, v.: lästig, beschwerlich fallen. Im 15. Jh. belestigen(Wyle 15, 1). Mhd. da- für belesten, gebildet von last.

1Belche, f.(Pl.-n), auch Belchen m.(s, Pl. wie Sg.): eine Salmart, salmo lavaretus. Daneben auch Balche(schon mhd. balche), Bolche und mit anderm Anlaut Felchen(s. d.). Dunkler Herkunft.

Belche, f.(Pl.-n): Wasser-, Bläßhuhn, fulica atra. Mhd. belche, ahd. belihha f., da- neben belinho m. Das lat. fulicaf. ist verwandt, auch gr. œœnpic f.«Wasserhuhn». Der Name von dem weißen Flecken auf der Stirn des sonst schwarzen Tieres, denn ahd. belihha gehört mit-ihha als Endung(vgl. Habicht, Kranich) zu gr. qœkéc, gäkoc, abulg. belä, lit. hältas«weißy; mhd. erscheint Belche auch als Name eines(weißen) Rosses. Vgl. Blesse.

Beleg, m.(es, Pl.-e): beigefügte be- weisende Urkunde, beigebrachter Beweis, ur- spr. namentlich die unter die Grenzsteine ge- legten dauernden Zeichen der Markmeister und Feldgeschworenen. Belege, n.(s, Pl. wie Sg.): an den Rand des Kleides gesetzter Streifen, um jenen steifer zu machen. Schon 1541 bei Frisius 502 b die belege eins Kleyds odeer leyste. Aus diesem Wort(urspr. über- haupt das Beigelegte, Beigefügte») geht auch Beleg hervor, bei Frisch 1741 und Adelung 1793 noch N.(doch kennt dieser das schon bei Rädlein 1711 angeführte M.«aus einigen Gegenden»); bei Heynatz 1775 Belege f. Da das meist im Pl. gebrauchte Wort auch Be- läge geschrieben wurde, so folgerte man da- raus auch fülschlich einen Sg. Belag, der schon 1673 bei Mühlpforth Leichenged. 155, sowie bei Lessing vorkommt. Von belegen: (ehedem) ringsum legen, belagern(2 Sam. 11,

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