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beklommen 196
dem Anfang des 14. Jh. begegnet bawort für Adverbium(Eckhart 271, 11), während sonst mhd. ahd. b'ort die Bed.«Sprichwort, Gleich- nisredey hat. Auch ndl. bı*ωοrd ist«Adver- bium»(schon 1719 bei Kramer). Dagegen schlug Helvicus 1619 Beiwort für Adjektivum vor, und diese Verdeutschung ist später viel- fach angenommen worden, auch von Gott- sched, aber schließlich doch durch andre zu- rückgedrängt worden. S. Adjektiv.
Beize, f.(Pl.-n): Jagd mit abgerichtetem Raubvogel oder auch einem andern Fang- tiere; zur Zubereitung nötiges Durchdringen- lassen und Mürbemachen von einer scharfen Flüssigkeit, sowie diese selbst. Alternhd. meist(auch bei Luther, noch jetzt dialek- tisch) Beiße, mhd. beize, beize, ahd. beiza f. (auch Alaun). Von beizen, v.: beißen machen, sowohl einen Jagdvogel, einen Hasen usw. durch einen abgerichteten Fangvogel, als auch etwas durch scharfe Flüssigkeit zum Mürbe- machen usw. Alternhd. meist beißen. Mhd. beizen, beizen, ahd. beigzan; dazu ags. böεtan czäiumen», eig.«beißen machen, anord. beita «zäumen, füttern, beizeny(daher engl. bait), got. wäre*baitjan anzusetzen. beizen ist das Faktitiv zu beißen. Bei der Flexion mußten sich Formen mit z und solche mit z ent- wickeln, worauf dann Verallgemeinerung ein- getreten ist; im Mhd. überwiegen die Formen mit Z, in der Schriftsprache seit dem 17. Jh. die mit z. Vgl. heizen, reizen, Weizen, mhd. meist heizen, reizen, weize.
beizeit und beizeiten, adv.: früh in Hinblick auf einen Zeitpunkt. Mhd. 57 zdte, auch mit Schwächung des bi bezite und be- ziten, bö mit dem Dat. Sg. oder Pl. von 24t.
beizen, s. Beize.
bejahen, v.: zu etwas ja sagen. Mhd. dafür das auch von mhd. jã abgeleitete be- Jjãzen(im 16. Jh. auch bejachzen), auch ein- fach Jãzen. bejahen zuerst bei Henisch 1616, aber in der Bed.«bewilligeny, später auf cja sageny(auf eine Frage) beschränkt.
bejahrt, adj.: hoch in Jahren seiend. Mhd. bejäret, eig. Part. Prät. zu dem V. be- jären«die Jahre hinbringeny. Vgl. betagt.
bekannt, adj.: zur Kenntnis gekommen; nicht fremd, vertraut. Eig. Part. Prät. von mhd. bekennen, ahd. bikennen in der im Nhd. verloren gegangenen Bed.«kennen, erkenneny. Davon das substantivische Bekannte, m. f. (mit adjektivischer Flexion). 4BL. be- kanntlich, adv. Im Mhd. erscheint bekant-
lich und bekentlich(von den beiden Formen des Part. Prät. von bekennen gebildet) als Adj., ebenso im ältern Nhd. bekanntlich(noch bei Steinbach 1734); bekanntlich als Adv. zu bekannt wird von Adelung den Kanzleien zu- gewiesen, aber von Heynatz 1796 empfohlen. Bekanntschaft, f., bei Krämer 1678. ZU0S. Bekanntmachung, f.: Kundmachung, erst 1807 bei Campe.
Bekassine, f.(Pl.-n): Wasserschnepfe. Aus franz. becassine f., von bec m.(gallisch- lat. beccus)«Schnabel». Neue Entlehnung.
bekehren, v. vom Unrechten zum Rechten wenden, besonders in geistlicher Beziehung. Mhd. bekéren, ahd. bikéren«anderswohin wen- den, umkehren», besonders in Hinsicht des Glaubens und der Sitte. Nachbildung von lat. convertere.
bekennen, v.: erkennen und seine Er- kenntnis aussagen; nach Bewußtsein aussagen; ein Geständnis ablegen; kundgeben. Refl. sich wozu b.: sich als Urheber oder als Zu- getaner erklären. Mhd. bekennen, ahd. bi- kennen ist zunächst«kennen, erkennen?(s. bekannt), mhd. belrennen aber auch schon zu erkennen geben, eingestehen»y. 4 BL. Be- kenntnis, n., selten f.(Liscow 446). Mhd. bekantnisse, bekentnisse f. n., abgeleitet von dem Part. bekannt, weshalb bis ins 18. Jh. auch Beklnnltnis geschrieben.
bekleiben, v.: woran fest haften,-hangen. Veraltet, aber noch bei Lessing, Wieland, Goethe, Rückert, Platen. S. Kleiben.
bekleiden, v.: am Körper mit Kleidung versehen; kleidartig überziehen oder bedecken; (ein Amt, eine Stelle b.) darin eingesetzt sein, eig. für dasselbe mit den Zeichen der Amts- würde bekleidet(investiert) sein. Mhd. be- kleiden. Die 3. Bed. bei Stieler 1691.
beklemmen, v.: einengen und zusammen- pressen, eig. wie bildlich. Mhd. belclemmen zusammenpressen⸗, ahd. biklemmen ver- sperren, eindämmen, verstopfen»; dazu asächs. billemmian«einsperren?, ags. beclemman cein- schließen, einsperreny». Das Faktitiv zu dem ältern V. beklimmen(s. d. f.).
beklommen, adj.: angstvoll wie einge- preßt. Mhd. in md. Quelle belclammen(vom Herzen), das Part. Prät. des starken V. be- klimmen, das wie das in md. Quellen er- scheinende einfache Klimmen und mnd. be- Klimmen einengend zusammenziehen be- deutet(vgl. auch mhd. verklummen«krampf- haft zusammengepreßty und klam m.«Krampfsé,


