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beilegen 190
Obd. häufig, bei Olinger S. 28 angegeben, noch im 17. Jh. bei Harsdörfer Gespr. 2, 17, im 18. bei Schubart 2, 302; auch Dornblüth 262 gibt bede vor beide den Vorzug. ZUS. beider- lei, adv. in beider Art. Bei Luther. S. Bei. beiderseits, adv.: von, nach beiden Seiten. Mit angetretenem-(schon bei Luther) aus mhd. béder, beider sit, das gekürzt ist aus ze bẽéder, beider sit, auch in, üf beider sit, worin béder eig. der Gen. Pl. ist. Von dem ältern beiderseit das Adj. beiderseitig (Gombert 7, 11 aus dem 17. Jh. bei Lohen- stein und Caniz). Beiderwand, m.(Ö): Zeug aus zwei Stoffen, aus Leinwand, die den Zettel, und aus Wolle, die den Einschlag pildet. 1741 bei Frisch Beider- Wand, 1790 bei J. G. Müller Straußfedern 2, 16 Beier- wand, noch mundartlich entstellt in Hessen und Thüringen. Wand Tuch», wie in Lein- wand, Gewand. beidlebig, adj.: sowohl im Wasser als auf dem Lande lebend. Nachbil- dung des gr. Jat. amphibium. Bei Krämer 1678. beieinander, adv.: das zusammengescho- bene bei einander, mhd. ba einander, mit vor- gerückter Präposition(vgl. auseinander).
beiern, v.: den Rand der ruhenden Glocken
mit den Klöpfeln durch befestigte Seile takt- mäßig anschlagen. Bei Voß Ged. 1, 11. Aus dem Ndd., wo im 16. Jh. beyeren(LfdA. 3, 91), ndl. beieren«mit dem Klöpfel(ndl. beiaert) an die Glocke schlagen». Dunklen Ursprungs.
Beierwand, s. Beiderwand.
Beifall, m.(*s):(urspr.) das Sichweg- wenden von einer Partei zur andern; Zu- stimmung. In beiden Bedd. bei Luther. 48L. beifällig, adj. u. adv., im 17. Jh.
Beifang, s. Bifang, m.
Beifuß, m.(-es, Pl.-e): als Küchengewürz gebrauchte Wermutart, artemisia. Mhd.(seit dem 14. Jh.) b'ν⁴α, ahd.(11. Jh.) bivog, biouz(Zfd Wf. 3, 247), mnd. b†5t, ndl. bijvote m. Dagegen mhd. ahd. b’böz m., was wohl als die ursprüngliche Form anzusehen ist, zusammenges. mit dem auch in ahd. anabo Amboß(s. d.) vorkommenden b3 zu bzan schlagen; also biböz eig. als Gewürz an Speisen und Getränke zu schlagendes oder zu stoßen- des Kraut. Das; scheint(mit Anlehnung an Fuß, vgl. Schrader Reallex.) aus dem Ndd. eingedrungen. Die Form Bi-, Beifiß findet sich schon in den meisten hd. Glossarien des 15. Jh., ebenso bei Dasypodius(unter artemi- sia), Frisius 123 ², Maaler beyfuß, dagegen 1482
im Voc. theut. d 7² noch beypoß; diese Form setzt sich auch noch in Volksmundarten fort.
Beige, ungut Beuge f.(Pl.-n): aufge- schichteter Haufe. Nur noch obd. Aus mhd. bige, ahd. biga f. und bigo m. Dunkler Her- kunft. 48L. beigen, v.: aufschichten. Im 16. Jh. schweiz.(bei Frisius, Maaler) bigen.
beiher, adv.: nebenher. Bei Stieler 1691 beyher. Ein md. Dialektwort, das Lessing, Goethe u. a. verwenden..
Beikind, n.(es, Pl.-er): uneheliches Kind. 1663 bei Schottel.
Beil, n.(es, Pl. e): keilartiges kurzge- stieltes Werkzeug zum Hauen des Holzes. Mit Auswerfung eines h(dial. noch beichel) aus mhd. hihel, zusammengezogen bil, ahd. bihal, bial n. Da im Anord. das gleichbed. bilda f.(für bidla) bäldr m. erscheint, muß das h von ahd. böhal, urspr. bihl auf 5 zu- rückgeführt werden, vgl. Gemahl. Verwandt ist wohl Bille(s. d.), vgl. Sievers Idg. Forsch. 4, 339(dagegen E. Schröder ZfdA. 42, 60) und weiter lat. findo«spalten», ai. bhinädmi «spalten, Grundform*bhid-klom.
Beilage, f.: was anderm zur Vervoll- ständigung bei- oder zugelegt wird, spät- mhd. bilage f.;(ehedem auch)«das bei einem zur Aufbewahrung Niedergelegte»(2. Makk. 3, 15).
Beilager, n.(—s, Pl. wie Sg.): Vollziehung der Ehe durch Beiliegen(Luther Tischr. 307 2); Hochzeitsfeier vornehmer Personen(bei Duez 1664). Mhd. dafür bileger n. S. Lager.
beiläufig, adv. u. adj.: nebenhergehend, nebenbei;(oberdeutsch) annähernd, ungefähr. Das Wort erscheint um 1500 in der 2. Bed. (Jansen Frankf. Reichskorr. 1, 772), in gleicher Bed. auch beileufftig bei Luther und bey- leifftig bei Hans Sachs Fastn. 25, 147(noch Steinbach 1734 verzeichnet beileufftig). In der 1. Bd. erscheint beyleufig bei Stieler 1691. Die Bed.«ungefähr» noch bei Heynatz 1796, doch mit Beschränkung aufs Obd.
beilegen, v.: neben ein anderes legen, zur Seite legen, mhd. bilegen;(veraltet) bei- seite, weglegen(bei Luther); beseitigen, schlichten, z. B. einen Streit(vgl. spätmhd. bilegunge«Schlichtung»);(das Schiff b.) die die Segel einziehen;(veraltet, vgl. Beilage) hinterlegen, zurücklegen(bei Luther);(mit pers. Dat.) zuweisen, zuerteilen. Intr. sich einer Sache hingeben, eifrig sein(Schiller Tell 1, 1 reit zu! wenn ihr frisch beilegt, holt ihr ihn noch ein).


