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es ältere Wörterbücher wie Ludwig und Steinbach noch gar nicht aufführen. Von älternhd. behören«gehören, gebührens», mhd. behœren in 2uo beheren zugehöreny.
Behuf, m.(es, Pl.-e): Erfordernis zum Zwecke, fördernder Zweck, fast nur noch in zum B. Mhd.(in md. Quellen) behuof m. «das zum Gelingen einer Sache Nötige», dann Geschäfty(für einen Zweck Betriebenes), Nutzen, Vorteil, Zweck, Absicht, Förder- lichesy; dazu mnd. behöf f. n.«Notdurft», ndl. behoef n., ags. behõf-lic«notwendigy, engl. behoof«Vorteil». Zu dem V. mhd. beheben (früher behefen), ahd. biheffen cerlangen, er- werbenv. Vgl. Meringer Idg. Forsch. 18, 224. Das Wort fehlt im 16. Jh. bei Luther und in den obd. Quellen(doch kennt es Hans Sachs), dringt aber im 16. u. 17. Jh. vom Md. aus zunächst in die Kanzleien ein(1598 beim Herzog v. Braunschweig Susanna 4, 2 eu dero behuff), 1678 bei Krämer. Der Gen. Sg. behufs als Adv. und dann als Präp. mit Gen. ist durch den Kanæleistil eingeführt (Vvon Heynatz 1796 erwähnt). behülflich, s. behilflich.
behutsam, adj. u. adv.: sich hütend, vor- sichtig. Frühnhd. Von dem älternhd. Subst. Bohuat, f.: Vorsicht.
bei, Präp. mit Dat.: in der Nühe oder in der Gegenwart von—, unfern von—; ohne Entfernung und selbst ungetrennt von— (z. B. bei Gelde sein, Pfeiler bei Pfeiler zer- borst); in zeitlicher Verbindung mit—, wäh- rend; in Verbindung mit—, in fester Be- ziehung auf— Z. B. beim Kleide fassen, bei Gott schaören). In der Volkssprache und bei einigen nhd. Schriftstellern(Luther 1. Mos. 37, 18. 4. Mos. 1, 52. Matth. 26, 58 usw. Klop- stock Mess. 12, 173. Goethe 28, 38, 1. I. Weimar verändert, 43, 102) findet sich auch bei mit Akk.(auf die Frage wohin): in die Nähe oder in die Gegenwart von—. Bei Zahlen ist bei s. v. a. cungefähr, um und nicht ganz» (gleichsam nahe an), z. B. bei 10 Gualden; auch hier zuweilen mit Akk.(Apostelg. 19, 34) Mhd. bö(mit Dat., zuweilen Akk., nament- lich bei Md.), ahd. bõ(mit Dat. und Akk.); dazu asächs. b?(mit Dat. und Ak.), ndl. 5*7, ags. bi(mit Dat.), engl. by, got. bi«ringsum, in Beziehung auf, gemäß», selten cbei, an⸗ (mit Dat. und Akk.). Urspr. identisch ist das in der Zusammensetzung abgeschwächte be-, mhd. be-, ahd. bi-. Die Bed. des Wortes im Got. weist auf Verwandtschaft mit gr.
dui, lat. ambi-«umher, umy hin und weiter mit un, ahd. umbi, skr. abhi zu, gegen, umo, wahrscheinlich auch mit lat. ob«gegen, auf— hiny, s. Walde s. v. amb. In Zusammen- setzungen ist bei Adv. und hat als erstes Wort in Subst., Adjektiven und Verben, so- wie als letztes in Adverbien den Ton.
Beichte, f.(Pl.-n): Sündenbekenntnis. Aus mhd. biht, zusammengezogen aus begiht, ahd. bigiht, bijiht f. Bekenntnisy, vom 12. Jh. an vorzugsweise«Sündenbekenntnis». Zu mhd. bejehen, ahd. bijehan, bigehan«bekennen», von mhd. Jjehen, ahd. jehan;, gehah«sagen»(s. Gicht ³). Alternhd. meist Beicht; Beichte, schon bei Luther, dann von Stieler 1691 an- gesetzt und im 19. Jh. durchdringend(Ade- lung 1793 kennt nur Beicht), scheint dem abgeleiteten mhd. bihte, begihte, ahd.(einmal) bigihtꝰ f. zu entsprechen. 43L. beichten, v., mhd. bihten, für das veraltete bejehen ein- getreten. Beichtiger, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Beichte Hörende, mhd. bihtegœre, abge- leitet von einem auf das Adj. bihtec, ahd. bijihtic«sündenbekennend» zurückgehenden Verbum. ZVS. Beichtkind, n.: der Beich- tende. Frühnhd.(um 1480 im Voc. inc. teut. p 4² peichtkind). Beichtstuhl, m., frühnhd. (Ringwald getr. Eckh. J 4). Beichtvater, m.: Beichtiger, mhd.(bei den Mystikern) bihtvwater m.
beide, Pl.: zwei zusammen. Im N. auch ein Sg. beides, doch nur alleinstehend. Mhd. beide und béde, N. beidin und bédiu, ahd. M. béde und beide, F. bédo und beido, N. heidiu und bédiu. Eine einfachere Bildung zeigt got. bai, N. ba, ags. M. begen, F. bä, N. bã, dazu auch anord. Gen. beggja. Dies entspricht der 2. Silbe von gr. äuqu, lat. ambo, abg. oba, lit. abi, aind.(Dual.) M. ubhäu, F. N. ubhé«beide. Im deutschen beide ist dies Pronomen mit dem Artikel verbun- den(vgl. got. ba H0 skipa«beide Schiffe») und zwar geht beim M. bécdle auf bé de, beim N. beidin auf bei diu zurück, durch Ausgleichung dann auch beide, bédia; entsprechend(mit Verallgemeinerung der Mask.-Form) asächs. béthia, N. béthiu, engl. both(o aus), anord. M. bäãdir, F. bãdar, N. bœdi; ndl. wie nhd. beide. In Mundarten findet sich jetzt noch Unterscheidung der3 Geschlechter, z. B. wetter- auisch M. b?d, F. bãd, N. bäd, bayr. M. béd,
F. 5d, N. beid. Während sich ein F. bode
literarisch nicht nachweisen läßt, ist das M. in der ursprünglichen Form bede im älteren


