Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
185-186
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185⁵ behandeln

Behör 186

bihaltan(dazu asächs. bihaldan, ags. bihealdan) sfür und in sich haben und bewahren, in Obhut haben, rein erhalten, hegen und pfie- gen, beobachten, bewachens, im Mhd. auch cbeherbergen, bewirten, ndl. behouden abe- wahren», engl. behold«genau schauen, be- trachteny. Die Bed.«im Gedächtnis bewah- rens, erscheint bei Luther. 4L. Behälter, m.(s, Pl. wie Sg.) selten n.(Goethe Faust 1473): Gerdt, Ort etwas aufzunehmen und auf- zubewahren. Spätmhd. behelter. Verschieden von Behalter«Bewahrery, mhd. behaltœre, ahd. bihaltäri m. Behältnis, n.: wie Be- nälter. Um 1480 im Voc. inc. tpeut. p 42 pe- haltniß«reservatorium, während mhd. behalt- nisse f. Prhaltung, Gewahrsam, Sicherheit», ahd. bihaltnissi n.«Wahrnehmung ist. be- haltsam, adj.: fühig etwas im Gedächtnis festzuhalten. Bei Henisch 1616, während mhd. behaltsam cheilsam» bedeutet.

behandeln, v.:(veraltet) mit den Hän- den bearbeiten; überhaupt bearbeiten, sich womit beschäftigen; sich im Verkehr gegen

jemand zeigen. Bei Krämer 1678 behandelen, v. Schaumburg 116, Janssen Frankf. Reichs-

in der 3. Bed. bei Adelung 1774.

behändigen, v.: einem andern eig. in seine Hand übergeben. Dafür mhd. behenden, abgeleitet von hant; gegen Ende des 15. Jh. erscheint in der Kanzleisprache behendigen, das 1524 von Luther(Bindseil 7, 315) als neues Wort angefochten wird.

behaupten, v.:(Siegreich) abwehrend einen Besitz festhalten; beharrlich festhalten; eine Ansicht mit Entschiedenheit(und urspr. erfolgreich) vertreten. Mhd. behoubeten ist centhaupteny, aber im 14. Jh. auch cfest- halten»(vgl. das einfache houbeten«als Herrn anerkennen, ansehen). Eig.«sich als Herr (Haupt) von etwas zeigen». Das Wort ist von Oberdeutschland aus vorgedrungen, Luther gebraucht es nicht, dagegen hat es Maaler 1561. In der 3. Bed. findet sich im 16. Jh. ein- faches haupten(Fischart Binenk. 8 5), Maaler kennt behaupten in Beziehung auf Rechts- haändel(causam tenere), bei Schönsleder, Duez, Krämer erscheint es in der Bed.«dartun, be- weisen», abgeschwächt dann zu zaufrecht halten, verteidigen?. cpekräftigen vor Gerichta.

Beheilf, m.: Hilfe Gewährendes in Er- mangelung von Besserm. Spätmhd. behelf m. Ausfucht, Vorwand, Zuflucht», auch mnd. behelp m. Hilfe, Vorwand, Ausreden. Noch von Adelung 1793 als Rechtsausdruck in der

Vgl. mnd. behoveden

Bed.«Ausfluchty angeführt, später dann all- gemeiner gebraucht. Von behelfen, v.: durch Hilfe fördern, mhd. behelfen, jetzt nur refl. sich behelfen: womit ausreichen in Ermange- lung von Besserm(mhd. sich behelfen csich einer Aushilfe bedienen).

behelligen, v.: bemühen, beschwerlich fallen. 1616 bei Henisch. Zusammenges. mit helligen, mhd. helligen, von hellig(s. d.).

behende, adj. u. adv.: geschwind mit Leichtigkeit und Gewandtheit. Mhd. behende (von Sachen) ebequem zu handhabend,(von Personen)«geschickt, gefügig, fertig wozu. Nicht entstanden aus bi hende cbei der Hand, woraus allerdings auch mhd. behende wurde, sondern wie mhd. gehende«bereit»(gleich zur Hand) zusammenges. mit einem von kant f. abgeleiteten, in Zusammensetzungen üblichen mhd.-hende, ahd.-henti. 4 BL. Behendig- keit, f., mhd. behendecheit, behendekeit, abge- leitet von dem Adᷓj. behendec, älternhd. behendig.

beherzigen, v.: sich zu Herzen nehmen. In der frühnhd. Kanzleisprache von Herz mit angetretenem-ig- gebildet(1507 bei Wilwolt

korr. 1, 772 v. J. 1509), aber 1524 von Luther (Bindseil 7, 315) angefochten. Alternhd. in gleicher Bed. auch beherzen. Mhd. beherzen aber ist«zu Herzen gehen, Herz haben, stand- haft seiny». Davon das Part. Prät. beherzt: ein unerschrockenes Herz, Mannheit besitzend. Spätmhd. beherzt, daneben beherze, geherze. behilflich, adj. u. adv.: wozu Hiilfe lei- stend. Spätmhd. erscheint in md. Quellen behulfelich, behulflich, dem behülflich bei Luther, Alberus(Fab. 18, 218) usw. ent- spricht, abgeleitet von frühnhd. Behülf n.(da- z mnd. behalp)«Beihilfen(in obd. Quellen dafür Behilf m., wahrscheinlich mit Vertau- schung von i und i). behilflich erscheint frühnhd. in obd. Quellen, findet aber in die Wörterbücher keinen Eingang und hat erst neuerdings behülflich(noch bei Adelung und Campe allein angeführt) zurückgedrängt. Behör, f.: wozu gehörige Sache. Im 16. Jh. Behörde, f.(Pl.-/): wie Be- hör; was gehörig, angemessen ist(vgl. mnd. behörde f. Gebühry, in dieser Bed. bei Frisch 1741, auch bei Adelung u. Heynatz); Ort wo etwas hingehört; die zuständige Gerichts-, Verwaltungsstelle. Das Wort scheint sich im 18. Jh. von den nordd. Kanzleien aus ver- breitet zu haben; in der letzten Bed. ist es Adelung und Heynatz ganz geläufig, während