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scheint ülternhd. begnädigen, abgeleitet von dem Adj. gnädig(begnadigen bei Duez 1642). begnügen, v.(mit Dat.): genug sein; zufrieden stellen. Mhd. begeniegen, gewöhnlich aber einfacher bendegen(auch bei Luther noch häufig benägen). Jetzt fast nur refl. sich b.: für sich genug haben oder sein. begraben, v.: eingrabend mit Erde be- decken; verbergend zudecken. Mhd. begraben, ahd. bigraban, entsprechend asächs. bigraban, ags. bigrafan, aber got. bigraban ist«mit einem Graben umgeben». 4BL. Begräb- nis, n., selten f.(Joh. 12, 7): Leichenver- senkung in die Erde, Totenbestattung. Mhd. begrebnisse f. u. n. begreifen, v.: mit den äußersten Glie- dern des Leibes(Händen, Füßen) fühlend anrühren oder fassen(1. Mos. 27, 21); er- greifen; umfassen; in sich fassen; geistig fassen oder in sich aufnehmen. Mhd. be- grifen, ahd. bigrifan«fühlend betasten, um- fassen, in Worte zusammenfassen, in sich fasseny, mhd. besonders bei den Mystikern auch«geistig auffassen) und«in sich auf- nehmeny. begriffen sein: die Ausführung von etwas aufnehmen, daran sein es zu tun. — 4B. begreiflich, adj.: geistig auf- zufassend. Mhd. begrifelich. Begriff, m. (Ces, Pl.-): räumliches Umfassen, räumlicher Umfang, mhd. begrif; Zusammenfassung; gei- stige Auffassung; Umfang und Inhalt einer Vorstellung(so schon bei den Mystikern, in der neuern philosophischen Sprache wohl durch Christian Wolff, † 1754, üblich geworden); das Daransein etwas zu tun(im Begrifye sein, erst bei Steinbach 1734 verzeichnet. begünstigen, v.: einem seine Gunst zu- wenden. Ausgehend von dem Adj. günstig. Bei Henisch 1616, älternhd. auch begunsten. begüten(Goethe Faust 8276), häufiger begütigen, v.: in gute Stimmung versetzen, besänftigen. Mhd. begieten ist«gut machen, mit Gütern versehen»(wofür jetzt begütern), das von dem Adj. gütig abgeleitete begütigen erscheint frühnhd. zunächst in der Bed.«gut machenꝰ, bei Dasypodius 1537 in der jetzigen. behaart, adj.: mit Haaren bewachsen. Ahd. dafür gihärét. Das V. behären bed. im Mhd. der Haare durch Ausraufen be- raubeny, dagegen kommt behär in der Bed. von behaart vor. behaaret bei Duez 1642. behaben, refl. v.: sich verhalten auf jemand oder etwas hin, sich benehmen. Mhd. behaben, ahd. hihabén ist cin sich fassen, be-
halten, fest halten, behaupten, in Bestand erhalten», mhd. sich b. an sich halten, sich behauptenv». Das nhd. sich b. gehört urspr. nur der Umgangssprache an(Campe, der es zuerst anführt, bezeichnet es als niedrig) und ist von Goethe(28, 38, 4, 286) in die Schrift- sprache eingeführt worden.
behäbig, adj. u. adv.: sich wohl haltend, Wohlhabenheit zeigend. Von behaben. Spät- mhd. bloß das einfache hühig, hebig, auch gehebig cbesitzend, wohlhabend», ahd. in Zu- sammensetzungen-habig chaltend,-haft, vgl. auch ungahab«inops». Frühnhd. erscheint behebig(auch beheb) als fest-, zurückhaltend, karg»(doch bei Dasypodius 153 wolhäbig copulentus»), die jetzige Bed. von behäbig, die jedenfalls in der Umgangssprache lebte, zuerst bei Goethe 49, 1, 264, während sie Frisch, Adelung und noch Campe nicht kennen.
behaft(Matth. 4, 24. Luc. 4, 38. Joh. 5, 4), jetzt gewöhnlich behaftet, adj.: fest- gehalten von etwas, eig. festgeheftet, dann besessen. Mhd. behaft(mit Rückumlaut) und beheftet(md. auch behaftet), ahd. bihaft und beheftet(bei Notker), sind das Part. Prät. von beheften, ahd. biheften«zusammen- heften, fest heften, fest halten, zu etwas verbinden oder verpflichten, womit beschwe- ren. behaftet(als Part. Prät. von behaften) schon bei Maaler 1561.
behagen, v.:(mit Dat. der Person) zu- sagende, wohltuende Empfindung erregen. Mhd.(namentlich in md. Quellen) behagen, ahd. nicht vorhanden; dazu asächs. behagon cgünstig sein, mnd. behagen«gefallen» ndl. behagen, afries. bihagia, ags. in andrer Zu- sammensetzung onhagian«passen, gelegen sein, anord. bloß haga zeinrichten, geraten, passeny(vgl. auch hagr ageschickt) und das ablautende hãgr«behaglich, angenehm)). Das ahd. Part. Prät. kihagan«gehegt», mhd. behagen(urspr. starkes Part.-Prät.)«frisch, freudig, stattlich», weist auf ein starkes V. hagan in der Bed.«schützen, hegen» hin. Verwandt sind Hag, hegen(s. d.); behagen ist also eig.«sich geschützte, dann«bequem und fröhlich fühlen». 4L. behaglich, adj. Mhd. behegelich, auch älternhd. behäglich (behaglich bei Krämer 1678, doch wird be- häglich noch bei Adelung und Heynatz er- wähnt und von Goethe oft gebraucht).
behalten, v.: innehalten, nicht weg- geben, in Bewahrung haben, geistig fest- halten, nicht vergessen. Mhd. behalten, ahd.


