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unter dem Kinne des Geistlichen;(danach seit 1812) auf beiden Seiten des Gesichtes steif emporstehender Halskragen, auch«Vatermör- dery genannt. In der 1. Bed. bei Voß Luise 2, 99, aus dem Ndd. Mund. beffe«Chorkappe, Chorhuty, im 16. Jh. ndl. bei Kilian 48 b befye cfellener Mantel, Kragen», neundl. bef m. «Kragen, Krägelchen». Vielleicht desselben Stammes wie bayr. Beffel m.«vorstehende oder überhängende Lippen», auch«Mundstück einer Klarinette», älternhd. Befze f.&Lippe?, ostfries. Beffe, Bef«über die Fensterrahmen vorstehendes keilförmiges Gesims». Worte mit solcher Bedeutung auch im Roman., span. befo«mit dicken Lippen, Unterlippe eines Pferdes», it. heffare«verspotten», frz. bafouer cbeschimpfeny.
befinden, v.:(Prät. befand, Part. befunden): nach Untersuchung in gewissem Zustand oder Verhältnisse wahrnehmen; nach Untersuchun g dafür halten. Mhd. bevinden, ahd. bifindan cfinden, erlangen, lernen, durch das Gefühl wahrnehmen». Refl. sich b.«an einem Orte (Wo?) oder in einem Zustande(wie?) sein». Frühnhd. Der Inf. als Subst. Befinden, n. (s): Dafürhalten(in nach B.), mhd. bevinden n. Wahrnehmung»;(zu sich b.) Zustand, Ge- sundheitszustand(bei Ludwig 1716). 4 BL. befindlich, adj.: an einem Orte sich be- findend(im 17. Jh., vgl. Gombert 6, 13 vom J. 1644, wührend im 16. Jh. die Bed.«wahr- nehmbar, bemerkenswert» vorkommt, z. B. bei Maaler 1561). S. Befund.
befleißen, v.(Prat. hefliß, Part beflissen): mit allem Fleiße worauf hin tätig sein. Nur in beflissen sein und sich b., meist mit Gen. der Sache. Mhd. dafür bloß vlizen, ahd. flzau. S. Fleiß. Daneben das auf das Adj. fleißig sich gründende üblichere sich befleißigen (bei Luther, wie auch b., mhd. dafür vlizigen).
befremden, v.: fremdartig, sonderbar be- rühren, auffallend erscheinen. In der Kanzlei- sprache des 15. Jh.(Janssen Frankf. Reichs- korr. 2, 152 v. J. 1461).
befrieden, gewöhnlich befriedigen, v.: durch Umhegen, Umzüunen gegen andre ab- schließen und so sicher stellen, schützen und schirmen; zufrieden stellen. Mhd. bepriden «Sicherheit, Schutz verschaffen, umzäunen», von vride m.; im 15. Jh. auch heuridigen.
befugen, v.: Zuständigkeit wozu geben, besonders rechtskräftige(Fug), fast nur in dem Part. Prät. befugt. Mhd. bevuogen oder beviüegen(nur in md. Quelle sich bevugen
Befugnis geben»).— Befugnis, f. selten n.(Goethe 47, 165). 1641 bei Schottel S. 334 Befigniß, aus Lehmanns Speyr. Chron. 1612.
Befund, m.(-es): das Finden wie etwas ist. Neues Wort, nach Adelung nur«in einigen obd. Gegenden», das aber Heynatz 1796 als auch im nd. Geschäftsstil nicht ungewöhnlich bezeichnet. Zu befinden.
begabt, adj.(eig. Part. Prät. von begaben, mhd. begäben«mit Gaben ausstatten»): mit Geistesgaben ausgestattet(in diesem Sinne bei Ludwig 1716 hochbegabet).
Begüngnis, n.(Leichen-) Bestattung. Mhd. begancnisse, begenenisse n. S. begehen.
begatten, refl. v.: sich geschlechtlich ver- einigen(bei Henisch 1616). Mhd. begaten ist cpassend machen, einrichten, verschaffen⸗, erst nhd.(unter Einwirkung von Gatte) asich ver- mählen, die Ehepflicht erfüllen».
begeben(Prät. begab, Part. begeben, s. gehen), v.:(als Trans. veraltet) hin-, über-, aufgeben(Röm. 12, 1), mhd. begeben, ahd. bigehan«wovon ablassen, hin-, aufgebenꝰ. Refl. sich b.: sich hin-, dargeben(Röm. 6, 16);(mit Gen. der Sache) das Wollen, die Verbindung auf etwas hin aufhören lassen, aufgeben, mhd. sich b.«sich entäußern?, auch«in ein Kloster gehen» d. i. die Welt aufgeben; sich wohin bewegen und so daselbst gegenwärtig sein; in der Zeit wirklich werden(diese beiden Bedd. bei Luther). 4 BL. Begebenheit, f, von dem Part. Prät. begehen: das Wirklich- gewordensein in der Zeit(bei Duez 1664; mhd. hegebenheit f. ist dagegen«Hingebung»). Be- gebnis, f. und n. Im 15. Jh. begebnuss. Von Adelung als obd. Wort bezeichnet.
begegnen, v.:(mit Dat., zuweilen Akk., 2. B. Lessing 6, 215. H. v. Kleist zerbr. Krug 72. Goethe 24, 219) entgegen- und so zusammen- kommen, zusammentreffen, eig. wie bildlich, (mhd. begegemen, begagenen, ahd. bigaganen), entgegenkommen, feindlich entgegentreten; gegenüber abhaltend tätig sein, entgegen- wirken; sich gegen jemand benehmen; zu- kommen in der Zeit, vorkommen(bei Luther mit Dat., seit Anfang des 18. Jh. auch ohne Dat., was Heynatz 1796 als obd. bezeichnet). In den 3 ersten Bedd. wird durch Einwir- kung von frz. rencontrer auch haben als Hilfs- wort verwendet, z. B. Schiller Karlos 3, 3. Jungfr. v. Orl. 3, 4(mit Akk.); Lessing 1, 283, Goethe 21, 258. 4 BL. Begegnis, f. und n., 1641 bei Schottel S. 334 Begegnis; nach Ade- lung und Heynatz 1796 obd.


