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daneben Deutsamkeit N. W. 1, 266). Bedeu- tung, f. Mhd. bediutunge f. ist«Auslegungy, im 15. Jh. im jetzigen Sinn.
bedienen, v.: durch Dienstleistungen sorgsam versehen. Frühnhd. Refl. sich wessen b.: cihn, es wozu gebrauchen». In dem älter- nhd. bedient sein«dienlich sein» hat bedient aktive Bedeutung. Daher Bediente, m. (mit adjektivischer Flexion): Diener. Im 17. Jh.(Zesen Ibr. 451). Auch Bediente f. (Gellert Lustsp. 273). 4 BL. Bedienung, f., bei Krämer 1678.
Beding, n., auch m.(-s), fast nur in mit dem B.: beschränkende Bestimmung. Bei Luther, aus der Kanaleisprache(mhd. dafür gedinge n.). Von bedingen, v.: durch Ver- handlung oder als Unterstellung festsetzen; beschränkend bestimmen; als etwas Abhän- giges, damit Verbundenes, daraus Hervor- gehendes usw. notwendig machen. Mhd. be- dingen«Vertragsbestimmungen festsetzen, wo- für ahd. gidingon oder auch bloß dingõn, von mhd.-ahd. dine n. crechtliche Verhandlung, Ver- tragy. Die Flexion ist ursprünglich schwach, doch dringt seit dem 17. Jh.(bei der 1. Bed. des Wortes) auch starke ein, Prät. bedang, bedung, Part. bedungen, die Adelung ver- langt. 8. dingen. 4 BL. Bedingnis, n. und f.(Schiller Kab. 3, 1). Nach Heynatz 1796 obd., Adelung unbekannt. Bedingung, f. bei Luther.
bedrängen, v.: allseitig, sehr drängen. Mhd. bedrengen und bedrangen. 4BL. Be- drängnis, f. und n. In der frühnhd. Kanz- leisprache bedrengnisse.
beducht, s. betucht.
bedünken, v.: den Umständen nach der Ansicht sein, fast nur unpersönlich mich bedunkt, bedeucht(s. dünken). Mhd. bedünken, bedunken. Früher, namentlich bei Oberdeut- schen, auch bedunken(Rückert 3, 126). Da- von der Inf. als Subst. Bedünken, n.(*s): Erachten, Meinung(schon mhd.). 4 BL. be- dünkeln, v. mit dimin. Endung(Goethe 6, 95).
bedürfen, v.(Praäs. bedarf, Prät. bedur fte, Part. bedurft, s. dürfen): nötig haben, erfor- derlich sein, besonders insofern aus irgend einem Mangel der Zweck nicht erreicht werden kann. Mhd. hedirfen, bederfen, ahd. bidur fan. 4BL. Bedürfnis, n., früher auch f.(Les- sing 6, 258). Frühnhd.(1482 im Voc. theut. c 6 b bedar fnusse æindigentias). bedürftig, adj., abgeleitet von dem älternhd. Beclur ft, f.(vgl. Notdurft). Spätmhd. bedlur ftic.
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beduseln, refl. v.: sich ein Räuschchen antrinken, s. daaseln.
bedutzt, adj.: betroffen und bestürzt wovon(Goethe Clav. 4, 1). Eig. Part.-Prät. von dem mit Akk. der Person verbundenen mhd. betitzen(Prät. betutzte, Part. betutzt) cbetören, heimlich hintergehen. Vgl. verdutzt.
beeidigen, v.: eidlich verpflichten. 1618 bei Schönsleder B 2 beaidigen, neben dem schon früher(1580 bei Schwartzenbach Sy- nonyma) vorkommenden heeiden.
beeinträchtigen, v.:(in die Quere kommen und so) Eintrag tun. Von älternhd. Eintracht(Luther 3. Mos. 13, 48 usw.) statt Eintrag m.:«Querfäden des Gewebes». S. Eintracht und Eintrag. Zuerst 1641 bei Schottel S. 489; 1741 bei Frisch als ein «seltsames Juristencompositum,» verzeichnet, auch Adelung 1793 schreibt es nur der Rechtssprache Oberdeutschlands zu, dagegen empfiehlt es Heynatz 1796.
beendigen, v.: zu Ende bringen. Bei Adelung neben beenden als Kanzleiwort an- geführt, von Heynatz 1796 noch beanstandet.
beerdigen, v.: der Erde übergeben, begraben. 1663 bei Schottel S. 1310 be- erdigen.
Beere, f.(Pl.-n): Kleinere fleischige Samenkapsel der Pflanzen. Aus dem Pl. des mhd. N. ber(Pl. diu ber, md. auch bere), ahd. beri n.; dazu asächs. beri(in winberi n.), anord. ber, schwed. dän. bär n., got. mit dem ursprünglichen s basi(in weinabasi n.), ebenso ndd. bes im Dim. besing, ndl. bes f.; ags. mit Ableitung berie f., engl. beyry, ndl. bezie. Vielleicht zu ags. basu croty, vgl. Lidén Idg. Forsch. 18, 416. Bei Luther er- scheint Beer, Beere meist als Pl., so noch 1741 bei Frisch, der einen Sg. Beer n. an- setzt(Beere als Pl. nicht selten im 18. Jh. und noch bei Uhland); daneben wurde(ver- einzelt schon bei Luther) Beer, Beere als Sg. eines F. genommen und später dann ein Pl. Beeren neugebildet(z. B. bei Lohenstein Rosen 100, dann 1716 bei Ludwig usw., Beere als Sg. verlangt Adelung).
Beest, n.(es, Pl.-er), die ndd. Form für Bestie(s. d.).
Beet, n.(nes, Pl.- e): abgeteiltes Stück Gartenland zur Anpflanzung. Das Wort ist eins mit Bett n.(s. d.), geht aber auf die in md. Quellen erscheinende Nominativform mhd. bet(gleich asächs. bed) statt bette zu- rück. Die Scheidung entstammt dem Md.


