Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
173-174
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173 Becher

bedeuten 174

haltiger. Das e der 1. Silbe wird jetzt teils offen(z. B. in Sachsen, danach bei Adelung), teils geschlossen gesprochen. Mit e für 1 (bei Luther, früher selten in md. Quellen) aus mhd. biben, ahd. bibén; dazu asächs. bidon, ags. beofian, anord. bifa, schwed. bäfba, qän. bäve. Verwandt ist ai. bhis f.«Furchty, dazu das dem Deutschen genau entsprechende reduplizierende V. bibhéti«er fürchtet. sichy, abg. bojq se«ich fürchte mich», lit. bijti-s csich fürchten», bãımé f.«Furcht. Luthers heben hat das frühere obd. bidmen(s. d.) ver- drängt. 48L. bebern, v.(bei Bürger): cheftig bebens. Iterative Bildung, entsprechend anord. bifra, dän. bãvre. Bebung, f.(Schiller Kab. u. L. 4, 2).

Becher, m.(⁸s, Pl. wie Sg.): Trinkge- schirr. Mhd. becher, ahd. behhar, behhari m., dazu andd. bikeri, ndl. belcer, anord. bilkarr m., schwed. bägare n., dän. bäger n. Aus mlat. biccarium n.(ital. bicchiere m. «Glass), das auf gr. Bixoc m. Gefäß zurück- geht. Auch Kelch(s. d.) ist entlehnt. 4L. bechern, v.: den Becher weidlich leeren (im 18. Jh.).

Beck, s. backen.

Beckelhaube, s. Pickelhaube.

Becken, n.: flaches scheibenförmiges Ge- fäß zum Aufnehmen einer Flüssigkeit; Me- tallscheibe zum Aneinanderschlagen in der Musik; rundliche Vertiefung zwischen erha- benen Stellen. Mhd. beckin, becken, becke n., ahd. becchin, becchi n. Aus spätlat. haccinum n.«Becken»(bei Gregor v. Tours 9, 28 bacchinon n. cflache hölzerne Schaley, ital. bacino, franz. bassin m. Becken»), ab- geleitet von bacca f. Wasserfaß, s. Backc.

bedacht, adj., eig. Part.-Prät. von be- denken: gesammelter Gedanken worüber oder worauf seiend. Mhd. bedäht. Davon Be- dacht, m. Mhd. bedht f.(in vor- bedäht), im 15. Jh. auch bedacht m. 4L. bedäch- tig, adj. u. adv. Mhd. bedœhtic, ahd. bidãh. tic. bedächtlich, adj. u. adv. Als Adv. im 15. Jh. z. B. um 1480 im Voc. inc. teut. p. 3 b pedechtlich«premeditative». bedacht- sam, adv. u. adv. Frühnhd.(Fischart Binenk. 231²).

Bedarf, m.(es): das wozu Erforder- liche. Aus dem Präs. von bedürfen gebildet. Schon mnd. bedarf, bederf, aus der Kanalei- sprache von Henisch 1616 angeführt, nach Adelung 1774 veraltet, doch von Campe Be- reicherung 1795 empfohlen.

bedauern, v.: Leid worüber haben oder zußern. Aus mhd. betüren und(seltener) hetiuren(unpersönlich, mich betaret, betiuret eines dinges), das zunãchst«kiure(teuer) sein, viel kosten, schätzeny bedeutet, dann choch anschlagen, schwer drücken, verdrießen, Leid verursachen». S. 2dauern. Bei den Mittel- deutschen des 17. Jh. gewöhnlich bekauenen, betauern, so noch Lessing 2, 167. 4 BL. bedauerlich, adj., bei Stieler 1691. Bede, f.(Pl.-/): Abgabe, die ursprüng- lich Freie bezahlten. Mit ndd. und westmd. d für t entsprechend mhd. bete f.«Bittey, dann auch cerbetene Unterstützung, Abgabe', besonders der Freien, ahd. beta f.«Bittes zu bitten. Es erscheint z. B. 1417 als bedle, rente, stüre(Jansen Frankf. Reichskorr. 1, 305), 1540 bei Alberus Dict. G 2° als bed (doch beet pp 4 und X 4²b), dann im 17. Jh.(Stieler Beede und Behte), wührend hd. Quellen aufangs bet, bett(1537 Dasypo- dius) haben, das auch später noch vorkommt (Goethe Faust 10947 Beth').

bedenken, v.: von allen Seiten in Ge- danken betrachten;(einen) an ihn denkend begaben. Refl. sich b.: von allen Seiten Uber- legung anstellen. Mhd. bedenken, ahd. bidlen- chen(in der Bed.«beschenken» erst spätmhd., dann mhd. auch in der von«Verdacht auf befallen werden», vgl. Bedeenken, bedenk- lich). Der Inf. als Subst. Bedenken, n.: Vber⸗ legung, zweifelnde Uberlegung. In der Kanz- leisprache des 15. Jh. 4BL. bedenklich, adj. u. adv.: in zweifelnder Uberlegung be- fangen; zweifelnde Uberlegung hervorrufend. Frühnhd.(Rollenhagen Froschm. 331). Z0S. Bedenkzeit, f. Frühnhd.

bedeuten, v.: zum Verständnis bringen; wozu anweisen; Anzeichen wozu sein; Gel- tung haben; von Wichtigkeit sein. Mhd. pediuten«völlig zum Verständnis bringen, geistig worauf hinzeigen, klar anzeigeny». Das Part.-Präs. bedeutend bed. als Adj. auch «von erheblicher Wichtigkeit, ansehnlich» (in dieser allgemeinen Bed. namentlich durch Goethe aufgekommen, Adelung kennt es mur als aWichtiges anzeigend», wie auch noch oft bei Goethe). Davon(mit ausgefallenem ) Bedeutenheit f.(Goethe 46, 10 1. H.). 4B. bedeutsam, adj. u. adv. Um 1770 aufgekommen und von Adelung 1793 als neugebildetes Wort verzeichnet; Goethe ver- wendet daneben auch deutsam(27, 122). Davon Bedeutsamkeit(Goethe 22, 132. 174,