Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
171-172
Einzelbild herunterladen

171 Baumwolle

beben 172

Baumwolle, f.: die nach Herodot 3, 106 aus Indien stammende, auf einer baumartigen Staude wachsende Wolle. Mhd. im 12. Jh. boumawolle, boumaol(Prec 7703) f. 4L. baumwollen, adj., spätmhd.(1380 boum- Wwollen Germ. 28, 360).

Bausback, s. Paushack.

Bausch, m.(-es, Pl. Bäusche): ausge- dehnter Wulst; dickgelegte Verbandleinwand; Gebund Stroh. Redensart: in B. und Bogen ceins mit dem andern, ohne auf mehr oder weniger zu achtenv, eig.«mit auswärts sich dehnender Grenzfläche(B.) und mit einwärts biegender(Bogen)». Mhd. büsch m. ist stump- fer, schwellenmachender Schlag, Beule, Sat- telschwulsty. Von bauschen, v.: wulstartig schwellen machen. Mhd. bäschen, biuschen cschlagen, schwellen machen». Verwandtist viel- leicht russ. buchnuti«schwellen, sich werfen?, neuslow. buhnoti«anschwelleny, vgl. Wad- stein Btr. 22, 240. Spätmhd. und älternhd. er- scheint auch busen, bausen«aufschwellen, her- vorstehen, schwelgen»(dazu mnd. bäsen, engl. bouse«schlemmen, zechen»), baus f.«schwel- lende Fülley und auch später gehen bausen und bauschen nebeneinander(Stieler 1691 hat bausen und bausten, auch Adelung kennt noch bausen, vgl. auf bauschen). büschen steht neben bäsen wie mhd. krischen neben xrizen, lüschen neben läzen, Grundbed. wohl«schla- geny, wie jetzt noch vielfach mundartlich, vgl. noch mhd. bäzen«schwelleny, schweiz. büss«Schlag, Beule»y. 4BL. bauschig, adj.: frühnhd. bauschecht. Vgl. auch Bäuschel und Pauschal-

Baute, f.(Pl.n): Aufführung eines Baues; aufgeführter Bau. Adelung 1774 führt Bauten als niedersächsischen Pl. zu Bau an, ebenso Heynatz 1775 als ein kame- ralistisches Wort; Jean Paul gebraucht 1801 den Sg. Baute, ebenso Goethe im Faust 11157. Er geht auf mnd. blete f.«Bauy(blewete n. Gebäude») zurück, dagegen mhd. mit Verschiebung des t gebillweze n.«Gebäude».

Bauwerk, n.: Erzeugnis der Baukunst, Gebäude. Mhd. bäwwerc n.(Altd. Pred. 1, 358, 30 Schönbach).

bauz! Interj. des aufschlagenden Falls. Aus der mittel- und nordd. Umgangssprache 1781 bei Kindleben angeführt(1775 bei Goethe Götz 3, bei Voß 1, 282).

baxen, refl. v.: ringend schlagen. Aus nd. haltsen d. i. bales(Schläge) geben. Aus der Umgangssprache bei Kindleben 1781 an-

geführt(bei Bürger 59, Schiller Fiesko 5, 7, Blumauer An. 2, 153, hinausbaxen bei Voß 1, 277). Vgl. boxen.

Bayer, m.(-n, Pl.-n), Volksname. Mhd. Beier, ahd. Baigari, Baigiri, mlat.-germ. (seit 6. Jh.) Bajoarius, Bajuvarius, der aus Baja oder Bohemum Stammenden, d. i. einer von den früher dort angesessenen Marko- mannen, auf die der Name des von ihnen aus dem Lande vertriebenen Volksstammes der Boji allmählich übergegangen war. Da- von der Landesname Bayern, mhd. Beiern für ze den Beiern, also Dat. Pl. des Volks- namens, und das Adj. baylelrisch, mhd. beierisch.

be-, eine untrennbare stets unbetonte Zusammensetzungspartikel, die allseitige Ein- wirkung, volle Bewältigung, ein tätiges ein- wirkendes Nahesein, endlich bloß Verstär- kung des Begriffes des einfachen Wortes ausdrückt. Mhd. be-, ahd. bi-, als abge- schwächte Form neben bi- Präp. cbein; dazu asächs. bi-, ndl. be-, afries. bi-, ags. bi-, be-, engl. be-, got. bi-, im nord. urspr. fehlend. In manchen Wörtern erscheint be- zu bloßem b abgeschwächt, s. bange, barm- herzig, Beichte, binnen, bleiben, Block. Die mit be- zusammengesetzten Verba sind Tran- sitiva und gehen zunächst auf Verba, dann aber auch auf Subst. und Adjektive zurück, indem das vortretende be- hier einerseits das Vorhandensein oder Betätigen wovon oder das Versehen womit, anderseits das Wozumachen ausdrückt; viele der von No- minibus gebildeten Verba nehmen nach dem Muster der von Adj. auf-ig ausgehenden die Endung-igen an, z. B. beschädigen, be- kreuzigen, bekõstigen. Allen mit be- zu- sammengesetzten Substantiven liegen Verba gleicher Zusammensetzung zugrunde.

Beamte, m.(mit adjektivischer Flexion ein Beamter, der Beamte, Gen. eines, des Beamten, Pl. Beamfte, die Beamten): wem ein Amt übertragen ist. Bei Henisch 1616. Von beamt, der verkürzten Form des Part.- Prät. beamtet, von dem frühnhd. V. beamten «mit einem Amt verseheny.

bearbeiten, v.: Arbeit verwenden auf. Spätmhd. erscheint sich b.«sich bemühen'», was auch das ältere Nhd. noch kennt; Stieler 1691 hat auch beurbeiten labores subire», die jetzige Bed. bei Frisch 1741.

beben, v.: in geschwinder Wellenbe-

wegung sein, besonders starker und nach-