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zusammenkleben». Vielleicht zu bachen(aus backzen, backezen).
batzig, s. pataig.
Bau, m.(-es, Pl. Baue, Bauten[s. d.): Bearbeitung des Bodens zu Ertrag und Ge- winst, Betrieb der Bergwerke, was gebaut, d. h. zum Aufenthalt errichtet oder gemacht wird; Handlung des Bauens usw.;(über- tragen) Anlage, Gestaltung. Mhd. ba(Gen. bios) m. n., ahd. hi m.; dazu asächs. DE n., ndl. boulo m., anord. bũ n.«Wohnungy, schwed.-dän. bo n. Von bauen(s. d.).
Bauch, m.(-es, Pl. Bäuche): der den Magen, überhaupt die Eingeweide enthal- tende Körperteil; vortretende Wölbung. Mhd. buch(Pl. biuche), ahd. bah m.(Pl. bühhi); dazu ndl. buik m., ags. bãc m., anord. bükr m. Leib, Körpers, schwed. buf m., dän. bag «Bauchy. Die Herkunft ist unsicher. Viel- leicht ist gr. Pöcan«Magen, dicker Darmꝰ), aus*purckn verwandt. Anders Osthoff Bezz. Btr. 29, 254 f., der als Urbedeutung«Gefäß aus Buchenholz(s. Buche), rundes Gefäß⸗ an- sieht, vgl. zur Bedeutungsentwicklung Bottich, engl. body’"«Körper». 4 BL. bauchen, refl. v.: sich wie ein Bauch biegen. bauchig, adj.: bauchartig(in Zusammensetzungen bäuchig, z. B. dick-, großbäuchig), mhd. bücheht, bei Stieler 1691 bauchig, beuchig. bäuchlings, adv.: auf dem Bauche liegend, mhd.(mit der adv. Endung-en) biuchelingen. ZUS. bauch- bläsig, adj.: schweratmend mit Husten ver- bunden, von Pferden(1768 bei Moerbeek 38). Bauchfluß, m.: Durchfall(bei Maa- ler 1561). Bauchgrimmen, n.: Leib- schmerzen. Mhd. in gleicher Bed. grinme m., bei Luther grimmen n. Es liegt jeden- falls Vermischung mit mhd. Krimmen«knei- pen» vor, wie auch daneben Bauchkrimmen (noch bei Rückert 2, 141) vorkommt.
Bauche, f.(Pl.-/): das Einweichen in Lauge. Frühnhd.(bei Montanus 397, 28 die Wäsche selbst). Von bauchen oder bäu- chen, v.: durch Lauge weichen. In Nieder- und dem westlichen Mitteldeutschland, so- wie im Schwäb.-Alemann. üblich. Spätmhd. büchen, biuchen; duzu mnd. Düken, engl. baack, schwed. bya, dän. byge, böge. Da das Wort den altgerm. Dialekten fehlt, denkt man an Entlehnung aus dem Roman. Vgl. afranz. buer(mit Verlust eines Gutturals)«-bauchen), eig.«durch ein mit kleinen Löchern ver- sehenes Tuch seihen», zu ital. bacare zein Loch(ital. buca f.) stechen»; dazu noch
franz. buée f. das Langen»(durch Durch- laßlöcher),«Waschen mit Lauge», ital. bucato m.«Wäschen. Entsprechend gehört schweiz. sechten, bayr. sechteln claugen» zu seihen. Andre nehmen besser an, daß die roman. Wörter aus dem ndd. bäken entlehnt sind, und bringen dies mit Bauch in Zusammenhang. Neuer- dings geht Osthoff Besz. Btr. 29, 249 von einem urgerm.*bäk«Buche» aus(im Ablaut zu gr. onrc Eichey, lat. fägus stehend), dessen Bedeutungsentwicklung zu«Gefäß aus Buchenholz, Waschkübel» usw. führte.
Bauchfluß,-grimmen, bäuchig, bäuchlings, s. Bauch.
Baude, f.(Pl.-n): Hirtenhütte auf den Gebirgen von Schlesien, Böhmen und Sachsen. Nebenform von Bude(s. d.). Ein schlesisches Wort, das Gombert 6, 12 aus schlesischen Urkunden des 15. Jh. nachweist; verzeichnet 1734 bei dem Schlesier Steinbach. Vgl. noch Lohmeyer Mitt. der Litauischen lit. Ges. 5, 57.
bauen, v.:(veraltet) wohnen, bewohnen; zum Aufenthalt errichten oder herstellen; durch Bearbeiten erzeugen, tragbar machen. Mhd. baννεn, biuwen, bouwen(Prät. schwach bute, bouwete, aber Part. stark gebsawen, ge- bouzwen), ahd. ban(Prät. büta, Part. gi- büan); dazu asächs. biäan, ndl. bourven, ags. bãan«wohnen», anord. bãa(Prät. noch stark bO), schwed.-dän. bo«wohnen?, got. bauan (Prät. bauaida, aber Part. stark bauans) «wohnen». Das V. stimmt mit lat. fuli ich bin gewesen), gr. ꝓberv chervorbringen, schaffeny,;ovoi entstehen, werden), lit. bäti, aind. bhü«sein». Uber die Grundbedeutung vgl. Meringer Idg. Forsch. 18, 263 f. Vgl. auch bin. Das Part.-Prät. lautet älternhd. auch noch gebauen(z. B. Moscherosch Phil. 1, 130), wie noch jetzt obd., doch hat Luther gebarwet.
„Bauer, m. und n.(-s, Pl. wie Sg.): gegitterter Behälter für sonst wilde Vögel. Frühnhd. Baur. Mhd. bür m.(Pl. biure) schon in jener Bed., aber ahd. buür m.(Pl. buüri)«auf- erbauter Behälter, Kammer, LZelle, Haus»; dazu asächs. bäör, ags. bäãr n.«Wohnung', engl. bower Laube, Hütten, anord. bär n. Gemach, Speisekammer», schwed. bur m., dän. bur n.«Gemach, Käfigy». Mit ableiten- dem r von bauen. Das N., das wohl eig. dem kollektiven Gebauer(so z. B. schlesisch für Bauer) zukommt, tritt erst im 17. Jh. auf, doch bleibt das M. üblicher(Adelung hat das B. und erklärt das M. für mund- artlich).


