Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
165-166
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165 Bastei

Batzen 166

in dem in Urkunden des 13. u. 14. Jh. für B. vorkommenden Ausdruck Jils de bast. Dies afranz. bast«ungesetzliche Ehey geht zurück auf mlat. bastum, franz. bãt, ital. hasto(S. Bast) cSaumsattel?, also B. s. v. a. auf dem Saum- sattel Erzeugter, denn Saumsättel dienten den Maultiertreibern des Südens, wie z. B. Spaniens und der Provence, in Wirtshäusern zu Betten, auf denen Verkehr mit Mägden stattfand. Vgl. Bankert in seinem Ursprunge.

Bastei, f.(Pl.-en): Bollwerk einer Festung. Spätmhd. bastie aus ital.-mlat. hastia f. von mlat. hastire, franz. bãtir(früher bastir) cbaueny.

basteln, v.: Kleine Handarbeit machen, mangelhaft zurecht machen. Ein der Um- gangssprache angehöriges Wort(bei Adelung und Campe noch nicht verzeichnet), das aber schon seit dem 15. Jh. vorkommt(Schmeller? 1, 297), früher bästeln(bei Stieler 1691 bestelen), eig. wohl dimin. Bildung zu mhd. besten cbinden, schnüren»(s. Bast), also«notdürftig zusammenbinden, zusammenflicken, oberfläch- lich arbeiten?.

Bastion, f.(Pl.-en): was Bastei(s. d.). Aus franz. bastion nach ital. bastione m., das gleichen Ursprungs mit ital. bastia(s. Bastei). Im 17. Jh. entlehnt.

Bastonnade, f.(Pl.-n): Tracht Prügel, Stockschläge. Aus dem gleichbed. franz. bastonnade f., das auf ital. bastonata(von bastone, franz. bãton m. Stock) zurückgeht. Schon 1617 im teutschen Michel angeführt.

Bataillon, n.(-S, Pl.-e): Kriegsschar als größte Abteilung eines Regiments. Aus franz. bataillon m. nach ital. battaglione m., abge- leitet von franz. bataille, ital. bataglia f. «Schlachty, das auf einem volksmäfiig lat. battalia, eig. batualia(Pl. eines Ntr. batuale als Kollektiv) beruht, von lat. batuére, mit Verdoppelung des t später battére(woraus franz. battre)«schlagen, kümpfen». 1616 bei Wallhausen Kriegsmanual 116.

Batengel, m.(-S, Pl. wie Sg.): heilkräf- tiger Gamander; Lachenknoblauch(teucrium scordium); Schlüsselblume(primula veris) u. a. Umgestaltet aus mhd. batonie, batenie, batenge, das auf lat. betonica beruht, viel- leicht unter Einfluß eines Dim. betonicula. Die Form Bathengel schon im 16. Jh.

Batist, m.(-es, Pl.-e): feinste Leinwand. Aus franz. batiste f. Der Name soll auf Batiste(Baptist) Chambray aus Cantaing zu- rückgehen, der im 13. Jh. die Leinwandweberei in Flandern sehr in Aufnahme brachte.

batten, v.: wozu helfen, wozu dienlich sein, nützen. Unpersönl. es battet mich«es nützt mir. Nur noch mundartlich(in Nieder- und dem westlichen Mitteldeutschland, im schwäb.- alem. Gebiet, Bayern). Im 16. Jh. wird das Wort noch gebraucht von Alberus(auch im Dict. Il 42 es batt), Scheidt, Fischart. Mhd. baten, abgeleitet von bate f.(?)«Förderung, Nutzen?. Mnd.-ndl. baten chelfen, nützeny, mnd. bate f. n., ndl. baat f.«Vorteil, Gewinn» können nur unter der Voraussetzung berangezogen werden, daß das Wort aus dem Nd. ins Hd. eingedrungen ist, wofür spricht, daß es im Mhd. eine geringe Verbreitung hat(batten bei dem Sachsen Albrecht v. Halberstadt, bate bei Herbort, im Passional und sonst ver- einzelt, 1482 im Voc. theut. c 62 bathange «Nutzen) und daselbst q 2* das abgeleitete badmen). batten würde dann zu baß gehören. Doch erscheint schon ahd. unpata unbehilf- lich, langsamꝰ und das asächs. gibada f. Hilfe, Trost» scheint für eine Wurzel bad(mit hd. Verschiebung hat) zu sprechen, vgl. auch nass.- hess. unbdãden m.«Unheil⸗. batten wure dann mit den ndd.-ndl., in der Bedeutung über- einstimmenden Wörtern nicht verwandt. Ein mundartliches(ostfränk.) barten aus hearten «gedeihen) ist fernzuhalten.

Batterie, f.(Pl.-n): Geschützstand; die Geschütze eines Geschützstandes; Pfannen- deckel am Gewehrschlosse; Flaschenreihe zu elektrischen Versuchen. Aus franz. batterie f. eig.«Schlägerei, Gefecht, schlagende Kriegs- schary, aus mlat. batteria von mlat. battére, franz. battre«schlagen?(s. Bataillon). 1617 bei Wallhausen Corp. mil. S. 210 Batterei und S. 215 Batterie, 1616 im Kriegsmanual 76 Batteria und Batterie.

Bätz, s. Petz.

1 Batzen, m.(-S, Pl. wie Sg.): ehedem Münze von 4 Kreuzern rheinisch; Geld über- haupt, z. B. der hat B.«viel Geldy. Früher Batze, Gen. Batzen. Um 1492 als. kleine Münze zu Bern mit dessen Wappen, dem Betz(s. Petz) d. i. Bůren geprägt(1562 bei Mathesius Sar. 234 b Schaweitzer patzen haben vom bern oder petzen den namen), darum auch früher Betzen. Vgl. Kreuzer, Rappen. Doch ist fraglich, ob nicht eig. mit ² Batzen identisch als cdicke Münze», vgl. Groschen.

² Batzen, m.(-é, Pl. wie Sg.): Klumpen von Lehm oder sonst einer weichen, klebrigen Masse. Mundartlich(schon frühnhd.), dazu auch ein V. batzen cklebrig, weich sein,

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