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oder wasze,«soror matrisy, bei Luther Wase Vaters- oder Mutterschwester(7, 230°₰ en.), Frau von des Vaters Bruder»(3. Mos. 18, 14), aber bei dem gleichzeitigen Alberus Dict. ee 35 Was f.«Vaterschwestery und überhaupt Ver- wandtey(lat. cognata), auch Fab. 46, 11 Wase, Was f. Dies Wase findet sich schon im 10. Jh. als wasa und mhd.(bei dem Hessen Herbort v. Eritzlar) als awase; später noch öfter bei Mittel- und Niederdeutschen(Gellert 3, 335, noch Heynatz 1775 erwähnt die Form). Base und Wase gehören urspr. wohl der Kinder- sprache an und sind vielleicht durch Kürzung aus ahd. faterswestar entstanden, vgl. ags. facli, afries. fethe«Vaterschwestery zu Vater, vgl. Bas. Anders, aber gar nicht überzeugend Wiedemann BB. 27, 225.
Base, basieren, s. Basis.
Basilikum, n.(-s): das Königskraut. Das gr.-mlat. basilicum n., eig. das als Subst. ge- brauechte N. des lat. Adj. basilicus, gr. Backixöc cköniglichs(von ßac-ebc m.«Königs). Der Name wegen des edlen, gewürzhaften Duftes, den das ganze Gewächs von sich gibt. Mhd. finden sich die Formen basilie f., basilig m. f.
Basilisk, m.(-en, Pl.-en): die fabelhafte, Kopf, Flügel und Füße des Hahnes an sich tragende Schlange, deren Blick tötet. Mhd. basiliske aus gr.-lat. basiliscus, gr. Backicxoc m. cdie asiatische Königseidechsey(von Backebc m.«König») und der Name daher, weil man sie wegen eines weißen Flecks auf dem Kopf als gekrönt ansah(Plinius hist. nat. 8, 33).
Basis, f.(Pl. Basen): Fußgestell, Grund- lage, Grundfläche, Grundlinie, Grund, worauf etwas beruht. Mhd. basis f. aus gr. Jat. basis f. «Fuß-, Untergestell, Grundmauery, gr. Bacic f. «Schritt, Gangy, dann«Fuß, Fußsohle, Grund- lage, Grundgestell, von ßaiverv ægehen». Dar- aus auch franz. base f.(das als Base«Schafft- Gesimse» 1716 in Wolffs math. Lex. und 1787 bei Goethe 31, 112 erscheint). 4 BL. basieren, v.: worauf gründen. Aus franz. baser, einer Ableitung von base. Erst um 1800.
Baß, m.(Gen. Basses, Pl. Bässe): die tiefste Stimme; dieser Stimme gemäßes großes Streich-Tonwerkzeug. Aus dem gleichbed. ital. basso m., das auf mlat. hassus adick, fett», dann«niedrig» zurückgeht. Im 15. Jh. entlehnt. 4 BL. Bassist, m.(-en, Pl.-en): Baßsänger(1517 bei Trochus prompt. C 4 b bassiste m.).
baß, altertümliches Adv.: besser; mehr, leichter, eher;(als Positiv genommen) tüchtig,
sehr. Mhd. ahd. baz; dazu asächs. bat, bet, ags. bet, anord. betr; got.*hatis(nach dem Adj. batiza) ist nicht erhalten. Es ist(im Westgerm. mit abgefallenem Komparativ- suffix) das Adv. zu dem Adj. besser(s. d.), als Positiv gilt wohl. Dazu mit Ablaut Buße(s. d.). Als verwandt stellt man hin- zu skr. bhadräs«glücklich, vorzüglich», doch ist dies wenig wahrscheinlich, da das ind. a auf zuräckgeht.
Bassin, n.(-*s, Pl.-5): Wasser-, Brunnen- becken. Aus franz. bassin m. Becken), das mit ital. bacino m. aus dem gleichbed. mlat. bacinum n.(s. Becken) beruht. Im 18. Jh. entlehnt.
Bast, m.(-es, Pl.-e), selten n.(Bürger 246): die unter der äußern Rinde liegende innere, besonders insofern siezum Binden und Flechten dient; als Binde- und Flechtmittel taugliche Pflanzenhaut; Haut des Menschen, bei den Jügern des Hirsches usw. Mhd. bast m. n. (ahd. nicht belegt); dazu ndl. bast m. ags. bœst m., engl. bast, anord.-schwed. bast n., dän. bast m. Dazu mhd.-ahd. besten«binden, schnüren» und(mit Ablaut) buost«Baststrick», wozu auch gehört ital. imbastare, franz. bãtir (aus bastir)«mit weiten Stichen zusammen- nähen, heften, ferner wohl auch span.ital. hasto, franz. bãt«Saumsattelꝰ, vielleicht auch ital. bastone, franz. bãton m.(geschälter, ent- basteter) Stab». Vielleicht zu lat. fascia Binde, Band, Bandagey, fascis«Bund, Bündel, Paket,, ir. bask«Halsbandy, vgl. Walde s. v. Auch ist ganz entfernte Verwandtschaft mit binden denkbar.
basta!: genug! genug davon! Der ital. Imp. basta des ital.-mlat. bastare, span.-port. hastar«genug sein, hinreicheny. Schon 1617 im teutschen Michel angeführt.
Bastard, m.(-es, Pl.-e): außerehliches Kind, besonders das mit einer Uneben- bürtigen erzeugte. Mhd. bastart und basthart (diese Form auch noch älternhd.) m.«un- echtes Kindy, besonders einerseits von hoher Herkunft, dann auch unechtes Zeug. Das Wort ist aus dem Roman. entlehnt(afranz. hastard, jetzt bãturd, ital. span.-portug. hastardo m.). Mlat. bastardus m. kommt zuerst in der 2. Hälfte des 11. Jh. von Wilhelm dem Eroberer, dem natürlichen Sohne des Herzogs von der Normandie Robert II.(des Teufels) vor. Afranz. bastard zeigt in zweiter Silbe das auch sonst als Suffix verwandte deutsche hart, und hast erscheint als selbständiges Wort


