161 barsch
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welches Adj. mlat. zu persus, ital. perso, franz. pers wurde; doch ist das Wort wohl germ. Ursprungs und zu Borste(s. d.) zu stellen, der Fisch hieße also nach seinen stacheligen Floßfedern«der Borstigen. barsch, adj. u. adv.:(mundartlich) von scharfem Geschmack, ranzig; hart mit Wor- ten anfahrend. Ein ndd. Wort(mnd. im 16. Jh. basch aus barsch, noch bei Overbeck Ged. 155 basch im Reim auf rasch, ndl. barsch, schwed.-dän. barsk entlehnt), das hochd. zuerst von Stieler 1691, dann 1716 von Ludwig angeführt wird, während es Frisch 1741 und Adelung 1774(1793 führt er es als ein niedersächsisches Provinzial- wort in den Bedd.«scharf von Geschmack, rauh zum Anfühlen, mürrisch» an) noch nicht kennen. In übertragener Bed. wird es von Bürger 392 und andern Niederdeut- schen verwendet, aber von Heynatz 1796 noch als nicht schriftsprachlich bezeichnet. Die Grundbed. ist jedenfalls«scharfy, so daß Zusammenhang mit Borste, Bürste, wohl auch Barsch(s. d.), wahrscheinlich ist.
Barschaft, f.: bares Geld. Mhd. bar- schaft f.(Germ. 28, 360 vom J. 1363).
Bart, m.(-es, Pl. Bärte): Kinn- und Backenhaar; dem herabhangenden männlichen Kinnhaar Khnliches. Mit Dehnung des a aus mhd.-ahd. bart m.; dazu ndl. baard m., ags.- engl. beard m., afries. berd m.(anord. dafür skegg n.). Verwandt ist abg. brada, lit. barzdâ f. und(mit b für dh) lat. barba f. Barty». Vgl. noch Pedersen Idg. Forsch. 5, 72 f,, Walde KZ. 34, 505. Redensart: um des Kaisers Bart streiten d. h. um Dinge, die sich nicht entscheiden lassen.
1Barte, f.(Pl.-/): Beil mit breiter Schneide(Luther Ps. 74, 6, noch jetzt obd. und md.). Mhd. barte, ahd. barta f., dazu asächs. barda f., anord. barda f. Axty. Ab- leitung von Bart, weil das Eisen vom Stiel in Bartgestalt herabhängt(ebenso anord. skeggja f. Barten von skegg n.«Bart); andre Auffassung bei Walde s. v. fastigiun. Vgl. Hellebarde.
2 Barte, f.(Pl.-n): Fischbeinzahn in der oberen Kinnlade des Walfisches. Bes. im Pl. Barten, entsprechend ndl. baarden, schwed.- dän. barder. Auch franz. les barbes, span. las barbas zu franz. barbe f., span. barba f. Barty». Der Name, weil die aus der oberen Kinnlade herabhängenden Zühne den Bart- haaren verglichen wurden.
weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
Barthel, Kürzung der Personennamen Bartholomãus oder Barthold(ndd. für Bert- hold, s. d.). Redensart: der eiß, 20 B. den Most holt(schon im 17. Jh.), d. h. er versteht sich auf alle Kniffe. Aus der Gauner- sprache vgl. DW. s. v. Most.
Bartholomäus, Mannsname. Aus gr.- lat. Bartholomaeus, dies aus hebr. bar talmai «Sohn des Furchen- oder Landreichenn.
bärtig, adj.: einen Bart habend. Dafür mhd. bartoht.
Barütsche, Birütsche, f.(Pl.-n): halbbedeckter Wagen in Osterreich. Aus ital. barõccio m.«zweiräderiger Karren», aus dem gleichbed. mlat. bärrota f., lat. birota f. cleichtes zweiräderiges Fuhrwerk», eig. F. des als Subst. gebrauchten Adj. bérotus«zwei- räderigy. Bei Blumauer An. 2, 22 Pirutsch, 1, 14 Pierutsch n., bei Thümmel Reise 7, 250, 253 Perutsche f.
Bas, m.:«Meisters als ehrende Anrede (des Gesindes an den Herrn, der Gäste an den Wirt), auch ndl. baas, dän. schwed.(ent- lehnt) bas-Obmann». Im Friesischen und Westnd. heimisch, 1597 bei Kilian als baes camicus, herus, paterfamilias» und 1767 im brem. Wb. 1, 58 als Baas Meister» ver- zeichnet, später z. B. bei Immermann Münch- hausen 2. Buch 5. Kap. Man bringt Bas mit Base(s. d.) in Verbindung, so daß es urspr. Kosewort für Vater oder Oheim würe.
Basalt, m.(-es, Pl.-e): dichte, aus Augit, Labrador(einer Feldspatart) und Magneteisen bestehende vulkanische Felsart. Aus gr. lat. basaltes m.(Plinius hist. nat. 36, 11), urspr. afrikanisch. In deutscher Form erst im 18. Jh.
Basär, m.(-J, Pl.-e),(früher Bazar ge- schrieben) auch Bäzar(Schiller Br. v. Messina V. 813): Reihe kostbarer Warenläden urspr. an orientalischen Handelsplätzen. Aus frz. bazar m., das auf persisch bãzãr«Marktplatz⸗ beruht. Schon 1582 bei Rauwolff Reise 36 Batzar, bei Hulsius Schiffart 15, 61 Basart; Jablonsky 1721 erklärt B. als eine aus Kauf- mannsläden und Gewölben bestehende Straße, später auch in erweiterter Bed.
basch, s. barsch.
Base, f.(Pl.-n): Verwandte, Tante(auch als ehrende Anrede üblich), Geschwisterkind. Mhd. base, ahd. basa f.«Vaterschwester», wäh- rend mhd. muome, ahd. mauoma f.(s. Wuhme) Mutterschwester». Doch schon 1482 im Voc. theut. cé ² und bei Keisersberg Base Vater- und Mutterschwester», bei Trochus E b eine medder
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