159 Bärmutter
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aymès adj.«army gebildet, wie sich lat. miseréri cerbarmen» zu miser army verhält; ahd. armherzi gebildet nach lat. misericors. Vgl. erbarmen. 4B L. Barmherzigkeit, f., mhd. barmherzecheit.
Bärmutter, f.: Gebärmutter; Mutter- beschwerde. Mhd. bérmuoter f., zu bérn«tra- gen, gebären.
Barn, m.(-S, Pl.-e): Krippe, Raufe; Abteilung der Scheuer, wo das Futter auf- bewahrt wird. Nur noch in obd. und md. Mund- arten(s. auch Paar). Mhd. barn(in späten md. Quellen auch bern, vgl. bärheitig), barne, ahd. barno m.; dazu ags. bern n., engl. barn «Scheuery». Abzuleiten von dem im Adj. barizeins erhaltenen got. baris m. Gerstey, ags. bere m., engl. barley«Gerstey, die zu lat. far n.«Getreide, Speltꝰ, abg. brasino«Speise» stimmen, also eig.«Gerstenfutterbehälters, vgl. Banse oder einfacher zur Wz. her«tragen). 4BL. Barnbeißer, m.: s. v. a. Krippen- beißer(s. d.). Vgl. auch bärbeißig.
barock, adj.: schiefrund; unregelmäßig, seltsam, wunderlich. «schiefrund(von Perlen), dann«sonderbar), von portug. barroco m.«rohe, ungleiche Perley, eig.«unebener Fels», span. barracco m.«ungleiche runde Perley, berrucco m., «Warze, Fels, nicht recht runde Perles, deren Herkunft bestritten ist(kaum zu lat. verruca f.«Warze, Auswuchs an Edelsteinen»). Zuerst in der 2. Hälfte des 18. Jh. als ba- rockisch.
Barometer, m. n.(-s, Pl. wie Sg.): Wetterglas. Aus einem gr.-neulat. barome- trum n.(Luft-) Schwermessery, gebildet aus gr. Bäpoc n.«Schwere, Druck» und gr. uérpov n.«Maß, Maßstaby». Das Instrument wurde von Eyvangelista Torricelli(† 1647) zu Florenz erfunden.
Baron, m.(-s, Pl.-e): Freiherr. Aus franz. baron, das mit ital. barone m. zunächst auf mlat. baro(Gen. baronis) zurückgeht. Dies ist nicht das altlat. baro m. Dumm- kopfs, dann«Troßknechto, sondern entstammt dem German., daher häufig in den Volks- rechten(auch bei Isidor durch Vermittelung des Westgot.) in der Bed.«Mann, Krieger, Lehensmann?, vgl. mhd. bar«Mann?, zu anord. berjask«streiten, abg. borjq«streiten. Vgl. Uhlenbeck Btr. 19, 329. Mhd. erscheint harin m., nur in ndrhein. Quellen barön; Baron ist unter dem Einfluß des Nfranz. seit dem 16. Jh. herrschend(z. B. bei Rollen-
Aus franz. barogue
hagen Froschm. 3, 1, 4). Der Pl. wurde früher auch schwach gebildet(Baronen bei Goethe Reineke 4, 100).
Barre, f.(Pl.-n): Stange; Querstange, Riegel; Schlagbaum. Mhd. barre f.«Riegel, Schrankey mit mhd. bar f.«Stange, Balke, Schrankey, ndl. baar, im 16. Jh. ndl. bei Kilian 23 b baere f.«repagulumy, aus franz. harré f., ital. span. harra f., mlat. harra«Stange, Querstange, Schlagbaum). Dies wird von Walde s. v. als germanisch angesehen und zu lat. forus Schiffsgang, Sitzreihe, Gang um ein Beet, Spielbrett gestellt. 43I. Barlaufen, n.: ein turnerisches Spiel. 1618 bei Schönsleder parlouffen«cursum certarey, mhd. die b. loufen; dazu 1597 ndl. bei Kilian de baere jaeghen«cursu ad metas contendere?,
baerenspel«ludus gymnicusy.
Barren, m.(-s, Pl. wie Sg.): Stange; Metallstange;(durch Jahn eingeführt) ein Turngerät, das durch zwei Querstangen ge- bildet wird. Aus Barre f.(s. d.) entwickelt und schon frühnhd. vorhanden(Murner Narr. 11, 106).
Barriere, f.(Pl.-n): Schlagbaum, Schutz- gatter. Aus franz. barriere, ital. barriera f. «Schlagbaumꝰ, dann«Pfahlwerk zum Schutz, aus dem F. eines auf lat.-arius ausgehenden Adj., das abgeleitet ist von franz. barre, mlat. bayra f.(S. Barre). Bei Wächtler 1711.
Barrikade, f.(Pl.-/): Straßensperre mittelst Verschanzung. Aus dem gleichbed. franz. barricade, ital. barricata f.«Schlag- baum, Schutzgatter», span. barricada f. Ver- rammelung gegen feindlichen Angriffy, ab- geleitet von span. barrica f., franz. barrigue f.«mit Sand oder Erde gefülltes Schanzfaß zum Schutz im Kriege, großes Warenfaß?, das vielleicht von mlat. barra(s. Barre) aus- geht. Im spätern 17. Jh. entlehnt.
Barsch, m.(-es, Pl. Barsche und Bärsche), selten Bars, Börs(obd. nur weitergebildet bärsich, bärsching usw.): ein schmackhafter Raubfisch, lat. perca. Mit Dehnung des a und Ubergang des s nach r in sch aus mhd.(in späten mid. Quellen) bars, berse und(abge- leitet) bersich, spätahd. bersih m.; dazu ndl. baars, ags. bœærs, bears m., engl. barse, aschwed. zusammenges. agborre(rr aus ·s, Vokal abweichend urspr. ²), uschwed. dän. aborre m. Man knüpft an die mlat. Be- nennung parca, perca an, gr. Jat. perca f., gr. méprn f. d. i. die Dunkelfarbige, denn gr. népaoc ist«schwärzlich, dunkelfarbigy,


