Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
155-156
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155 Baracke

Hießendem Wasser. Wohl nicht entstellt aus Wehr n., sondern eher aus mhd. bar«Riegel, Schrankey(s. Barre). Bei Henisch 1616 neben Barre angeführt(vgl. auch Schmeller 1, 257).

Baracke, f.(Pl.-/): Feldhütte der Sol- daten; elendes Gebäude. Aus franz. baradPue f. «Feldlagerhüttey und dies aus ital. baracca f., abgeleitet von provenz.-span.-ital. barra f. «Querstangey». Im 17. Jh. entlehnt.

Barbar, m.(-en, Pl.-en): roher, wilder Mensch. Spätmhd. barbar, barber(so auch noch älternhd.) aus gr. Jat. bärbarus«Aus- länder, Fremder?, gr. Bäãpßapoc Nichtgrieche, roher, ungeschliffener Menschy, dem substan- tivisch gebrauchten Mask. des Adj. Bdßapoc cnichtgriechisch». Im 17. und 18. Jh. ist B. in engrer Bed. Bewohner Nordafrikas»(bei Stieler 1691), dafür jetzt Berber(s. Barber- r06). Der Ton lag bis ins 18. Jh.(Uz, Ramler) nach gr. Jat. Vorbild auf der ersten Silbe, dann drang allmählich die französische Betonung auf der zweiten Silbe durch(bei Gellert 1, 139 W.) Dazu der Name Bärbara, volkstümlich Bärhel, Bärbchen. 4 BL. Barbarei, f. Aus lat. barbäria f. Ausland; Ungebildetheit, Roheit⸗. Spümhd. harbarie hat nur die 1. Bed., während 1558 bei Lindener Katzipori Kap. 49 Barbarey im abstrakten Sinne steht. Im 16. bis 18. Jh. in engrer Bed.«das Land der Berbern, Nord- afrika(1530 bei Seb. Franck Cron. d. Türkey L 2 b, 1561 bei Maaler), auchdie Barbaresken, pl.: die Raubstaaten Algier, Tunis und Tripolis (aus dem ital. Adj. barbaresco«berberisch»). barbarisch, adj.; ausländisch(spätmhd.); roh und grausam(1648 bei Kemnitz schwed. Krieg 1, 266 b). Nach gr. lat. barharicus, gr. 8opßapixõc snichtgriechisch, ausländisch, un- gesittet.

Barbe, f.(Pl.-n): der Bartfisch aus dem Karpfengeschlecht. Mhd. harbe f.(?), ahd. barbo m. aus dem gleichbed. lat. barbus(Au- sonius Mosella 94. 134) von lat. Darba f.«Barty, denn die Barbe zeichnet sich durch vier Bart- füden aus. Aus jenem lat. Wort auch gleichbed. ital. barbo, barbio, span. barbo m. und franz. harbedu m.(aus dem mlat. Dim. barbellum).

bärbeißig, adj.: zänkisch, auffahrend. Nach Adelung 1774 ein Wort des gemeinen Lebens. Wohl nicht zusammengesetzt mit Bär(«bissig wie ein Bär oder wie ein Bürenbeißer(2)), sondern entstellt aus bernbeißig, zu Bern m. Krippen, Nebenform von Barn(s. d.), also eig. vom Pferde gesagt und s. v. a. Krippen- heißer(s. d.).

Bardiet 156

Barberroß, n.: Pferd aus der Barbarei (Schiller Jungfr. v. O. 5, 11). Barber ist iden- tisch mit Barbar(s. d.) und geht hier auf die Bewohner der nordafrikanischen Küstenstriche (dafür jetzt Berber). Heynatz 1775 kennt noch das einfache Barbar, Barber(mit Ton auf der 1. Silbe) für«Pferd aus der Barbareiv.

Barbier, m.(-s, Pl.-e): Bartscherer. Aus franz. harbier, ital. harbiere m., das auf mlat. barbarius m.(von barba f.«Bart») beruht. Spätmhd. barbierer, das von dem ebenfalls spätmhd. V. barbieren abgeleitet ist, erst älternhd. Barbier. Im älternhd. und noch jetzt mundartlich auch sehr häufig Balbier m. und balbieren v. durch Dissimilation der beiden r.

Barch, m.(-es, Pl. Bürche): verschnittenes männliches Schwein. Mhd. barc(Gen. barges) und barch, ahd. barug und barh; dazu udl. harg, ags. bearg und bearh, engl. barroto, anord. börgr m. Im Nhd. schwankt Barch und Barg und außerdem Borch und Borg. Nicht zu lat. porcas. Wie sich slav. brabu «Schöps» oder«geschnittener Eber» dazu ver- hält, ist unklar; beide gehören vielleicht zu einer Wurzel bher«schlagen», lat. ferlre, falls die Bedeutung«verschnittenes Tiery die ur- sprüngliche ist.

Barchent, m.(-s, Pl.-e): auf der einen Seite rauhes Baumwollenzeug, dessen Kette Leinen ist. Mhd. barchant, harchent, barchat, haurchet, ursprünglicher barkän, aus mlat. bar- canus, barracandas«Art Zeug aus Kamelshaarem (Camelot), abgeleitet von arab. barrakdn«Art langen schwarzen Gewandes».

bardauz,(bei Goethe 36, 112 1. H. Baradlauz) Interj. desschallenden Falles. Lautnachahmend, vgl. ndl. pardoes, perdoes, schwed. hurdas, dän. bardus und weiter zu bauz! gehörig. Bei Lauremberg 2, 693 pardues, bei Grimmels- hausen Vogelnest 1, Kap. 20 pordutz. Khnlich lit. burdingst(Idg. Forsch. 13, 190).

Barde, m.(-n, Pl.-n): altkeltischer Dichter und Sänger. Aus kelt.-lat. barcdas, ir.-kymr. bard. Schon im 17. Jh. auch auf deutsche Dichter angewandt(vgl. Schottelius S. 1018 Barden sind die alten Tichtere oder Poeten bey den Teutschen gewesen), seit den 60er Jahren des 18. Jh. besonders durch Klop- stock üblich geworden.

bärden, s. gebärden.

Bardiet, n.(es, Pl.-e): altdeutscher Kriegsgesang. Durch Klopstock(und zwar als M.) mit der«Herrmanns Schlacht»(Ham-