153 Bannmeile
Bär 154
bandiera f., span. bandera f., mlat. banderia f. ZUS. Bannerherr, m.: mit fremdem Banner belehnter oder ein eignes Banner zu führen berechtigter hoher Adeliger. Spätmhd. banyrherre vexillifer» Diefenbach Gl. 617 9. Bannmeile, f.: Weichbild(eine Meile große Umgebung) eines Ortes als Gerichts- pezirk; Stadtbezirk, innerhalb dessen kein Fremder Handel oder Gewerbe treiben darf. Mhd. banmile. Danach franz. banlieue f. Bannwald, m.: gehegter Wald, der der freien Benutzung entzogen ist. Frühnhd. (vgl. das mhd. gleichbed. banholz n. und mhd. banwart Forstaufseher, Flurschütze). Banse, f. m.(Pl.-n): weiter Scheunen- raum zur Seite der Tenne. Im 15. Jh. in md. Quellen banse m., später z. B. bei Tscher- ning Ged. Frühling 124 belegt, bei Stieler 1691 aus dem Thüringischen als Bans, Banse m. ver- zeichnet, auch im Nd. vorkommend. Dazu ags. bõs(aus*hans) m.«Krippe», nordengl. boose, anord. bãss(aus*hans) m. Krippe im Kuhstall», schwed. bäs, dän. baas m. «Ständerpfosten im Stall; got. abweichend bansts m.«Scheuney. Vielleicht urspr. Ge- flecht zur Aufnahme von Getreidey und dann zu binden zu stellen(band mit angetretenem Suffix-ta- konnte hansa- ergeben), vgl. franz. banse f. großer Korb». Windisch Idg. Forsch. 3, 76 stellt das Wort zu air. 5bss, bés m.«Gewohnheit, Sittey. Im aind. ist bei Lexikographen bhäsa-«Kuhstall» über- liefert. 4BL. bansen, v.: in die Banse schichten. Bei Stieler 1691. bar(früher gewöhnlich baar), adj.: unbe- deckt; den Blicken frei(z. B. bares Geld vor Augen aufgezähltes»); durch nichts andres ver- deckt, nichts anders als bloß(z. B. bare Er- findung); entblößt, gänzlich benommen(z. B. aller Ehren b. Schiller Tell 2, 2). Das Wort ist in der neuern Dichtersprache hauptsäch- lich durch Wieland(vgl. sein Glossar zum Oberon) wieder aufgekommen, während es älternhd. fast nur in bezug auf Geld gebraucht wird. Mhd. bar(flektiert barer, md. verein- zelt, durch Verwirrung der Schreibung, barzwer), ahd. har(flektiert barér); dazu asächs.(in Zu- sammensetzungen) bar, ndl. baar, ags. bœr, engl. bare, anord. berr, schwed.-dän. Dar. Das r geht auf s zurück(got. ist baza- zu ver- muten); verwandt sind abulg. Dosi, lit. bãsas «barfüßigs, urspr.«nackty, arm. box aus *osltos cnackty. Weiteres bei Walde s. v. fãnum.
par, Suffix für Adjektive in der Bed. ctragend, an sich tragend, bringendo, dann auch die Möglichkeit bietend zu—, 2. B. achtbar, danlhar, fruchtbar, kostbar, lastbar. Mhd.—bœre, ahd.-bäri, urspr. ein selb- ständiges Adj., von ahd. beran«tragen»(s. gebären) gebildet, vgl. ai.-Phärin-«bringend. Die Form-bar(dafür älternhd. oft-ber, aber Luther-bar) hat sich unter Einfluß des Adv. mhd.-bäre festgesetzt. Die Endung tritt an Subst. und Verba, kaum an Adjektive an (offenbar geht von mhd. offen n., Kundhar von Kunde aus). Die Bildungen von Verben, wie brauehbar, eßbar, trinbar, zahlhar gehören zum großen Teil erst der neuern Sprache an.
1 Bär, m.(-es, Pl.-e): schwerer Klotz zum Einrammen der Pfähle, Rammklotz. Bei He- nisch 1616(mhd. erscheint ber f.«Schlag, Streich»). Ableitung von mhd. hern«stampfen, schlagenꝰ, ahd. berian«treten, stampfeny(dazu anord. berja«schlagen»), die zu lat. ferire «stoßen, schlagen, hauen» stimmen.
² Bär, m.(-en, Pl.-en): das vierfüßige Raubtier, lat. ursus; dichtbehaarte Raupe(1721 bei Frisch Insekt. 2, 38 Bürenraupe) und deren Schmetterling; die Sternbilder der große und der Kleine Bür, d. i. der große und der kleine Himmelswagen, 1616 bei Henisch Großbär, Nordbür nach griech.-röm. Überlieferung, schon bei Homer Apxroc«Bäry und duosa f. «Wagen⸗ für das größere Sternbild. In urspr. Bed. bei Dasypodius 1537 Bär, bei Luther Beer, mhd. bér(Gen. bern), ahd. bero m.; dazu ndl. beer(Gen. beers), ags. bera, engl. bear, anord. schwed.-dän.(mit ableiten- dem n, urspr. nu-) Ljörn m. Verwandt ist wohl lit. béras cbraun, Grundbed. also «der braune, wie der Bär auch im Tierepos den Namen Brün führt und weiter zu ai. bhallas aus*bharlas Bärs, russ. berlõga«Wild- lager, Bärenlager», vgl. Uhlenbeck Btr. 20, 37. Seit dem 17. Jh. kommt vereinzelt starke Flexion vor(besonders im Sg., Lessing 1, 108 auch Pl. Bäre). Redensart: einen Bären an- hinden, s. anhinden. 4 BL. Bärin, f., mhd. berin, aͤlter birin f.
s Bär, m.(-, Pl.-e): Zuchteber. Mhd.- ahd. bêr m.; dazu asächs. bér(in bérszwwin n. Eber»), ndl. beer, ags. bär m., engl. boar Ebery. Vgl. auch longobard. pahir, pair als zweites Wort in einigen Zusammensetzungen. Dunkler Herkunft.
4 Bär, m.(-, Pl.-e): starkgemauerter Querdamm mit scharfem Rücken in oder an


