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Bänkelsänger
Bänkelsänger, m.(-s, Pl. wie Sg.): wandernder Sänger oder Dichter, der zur Belustigung vom Bänkel aus dem Stegreif singt oder dichtet. Bänkel ist mundartliches (südd. oder ost-md.) Dim. von Bank. Nach ital. cantambanco d. i. canta im banco«sing auf der Banklo Wohl im 17. Jh. gebildet, da nach Gombert 7, 11 schon 1709 Bänk- leinsänger in übertragener Bed.(Neukirchs Sammlung 6, 343 die gelehrten Bäncklein- Sänger); Bänkelsänger zuerst 1730 bei Gott- sched crit. Dichtkunst 13. 75.
Bankerott, Bankrrott, m.(-es, Pl.-e): öffentlich erklärte Zahlungsunfährigkeit zum Verluste der Gläubiger. Aus ital. banco rotto (rotto aus lat. ruptus cgebrochen») m. oder hanca rotta f., franz. banqueroute f.(daher die Form Bankrutt); der Name deshalb, weil dem zahlungsunfähigen Wechsler auf dem Foro(öffentlichen Gerichtsplatze) sein Wechs- lertisch(Wechselbank) zerbrochen wurde. In der 1. Hälfte des 16. Jh., zunächst in ital. Form(z. B. bei Hans Sachs Fastn. 78, 242 panca rotta, 1533 bei Weller Dichtungen des 16. Jh. 97 banckarotten spilen), eingedrun- gen; Henisch 1616 hat auch Banckerott.
Daher bankerott, bankrott, adj.: öffent-
lich zahlungsunfähig, 1741 bei Frisch. 4 B T. Bankerottierer, Bankrottierer, m.: wer Bankrott macht. Bei Fischart Garg. 186, während 1562 pei Mathesius Sar. 2242 mit deutscher Endung Panckerotter, 1540 im Edikt Karls V. an die Flanderer a 3* Bancka- otter. Vom V. bankerottieren(1572 bei Fischart Prakt. Großm. 14), woneben mit deutscher Endung 1616 bei Henisch banckerotten.
Bankert, m.(-s, Pl.-e): unchliches Kind, eig. auf der Bank(nicht im Ehebett) erzeugtes. Spötmhd. bankart, banchart, dessen-hart von Eigennamen wie Geb-, Reinhart übertragen ist, älternhd. bankart. Vgl. ndl. bankaard. Alternhd. kommt in gleicher Bed. auch Bank- Kind, Bänkling, Bankhein(Lessing 1, 212) vor, vgl. auch mlat. scaninifeg«spuriusy(2u scammnum n. Banky) und Fastnachtssp. 250, 32 mein valter machet mich auf einer penkx. S. Bastard.
Bankett, n.(-es, Pl.-): festliches Gast- Aus franz. banguet und dies aus ital.
mahl. banchetto m.«Gastmahlꝰ, eig.«Bank- Tisch— Gelage», abgeleitet mit dim. Endung von ital. banco m., auf das deutsche Bank zu- rückgehend. 1495 bancket bei Reuchlin De-
mosthenes I. olynth. Rede S. 26 Poland,
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dann bei Hans Sachs Fastn. 8, 346, Franck Weltb. 131. 4BL. bankettieren, v.: fest- lich schmausen(bancketieren Franck Chr. 85, banckatieren Waldis 4, 96, 59, dafür bei Luther 4, 440 b Jen. und im 15. Jh. bei Ehingen Reisen 27 fg. mit deutscher Endung bancketen). Nach franz. banqueter, ital. ban- chettare.
Bankier, m.(-s, Pl.-s): Inhaber einer Bank(s. Bank²), Wechsler. Bei Henisch 1616 als Banckier verzeichnet.
Banknote, f.(Pl.-n): schriftlicher, über- all zahlbarer Schein(Note) einer Geld-, Wechselbank, der statt baren Geldes dient. Erst bei Adelung 1774.
banko, s. Bank.
Bann, m.(-es, Pl.-e): Gebot oder Ver- bot unter Strafandrohung(z. B. der Heerb. Einberufung zum Heeren), sowie diese Strafe selbst(z. B. der Kirchenb. Ausschluß aus der Kirchengemeinschaft»); dem geistlichen oder weltlichen Richter ausschließlich zu- stehende Gerichtsbarkeit(z. B. der Blath. Recht über Leben und Tod), sowie deren Bezirk; abgegrenztes, gehegtes Gebiet;(über- tragen) Zwang, Fessel. Mhd. ban(Gen. hannes), ahd. han m.; dazu asächs. Dan, ndl. ban, afries. bon, ban, ags. bann, engl. bann «Aufgebot, Banny, anord.(entlehnt) bann n.
«Verbot, Exkommunikation?, schwed. bann’n.,
dän. band. Mlat. bannus, bannun. Von ban- nen, v.: den Bann ausüben und mit dem Banne belegen(in allen Bedd. des Subst.). Mhd. bannen(Prät. bien), ahd. bannan; dazu ags. bannan, anord.(entlehnt) banna. Ins Mlat. entlehnt bannire, woraus franz. bannir, wohl auch ital. handire(s. Bandit). Ver- wandt ist anord. hön f.,«Bitte, Gesuchy; man vergleicht noch gr. ꝙnui, dcxu«sprecheny, lat. faãri, fänum, fäbula, arm. ban«Wortꝰ(un in bannan müßte dann Präsenssuffix aus nu-, n*νᷣ— sein). Im Germ. wäre das Wort auf feierliche Aussprüche von priesterlicher oder richterlicher Stelle aus beschränkt. Auch an Zusammenhang mit got. bandava f. Zeichen», wofür ital.-span. Dano m. Aufge- bot, Bann», ital. handire«entbieten, bannen? (s. Bandit) sprechen könnte, lüßt sich den- ken(bannan aus vhandnan).
Banner, n.(-s, Pl. wie Sg.): Heerfahne. Spätmhd. banner, aus mhd. baniere f. n., hanier(s. Panier), zurückgehend auf franz. banniéere f., von afranz. ban«Falmey, eig. «Fahnenstreifen, Bande», vgl. 2Bande, ital.


