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geben», dann centbieten, vor Gericht laden, verurteilen, bannen»). Es zeigt sich zuerst in der Bed.«Verbannter» in schweizerischen Quellen(schweiz. Id. 4, 1282 mit Beleg von 1517, auch bei Frisius und Maaler verzeichnet), seit Ende des 16. Jh. allgemein. Die Bed. Verbrecher, Straßenräuber» tritt nebenbei
hervor(z. B. bei Fischart Binenkorb 230, Zincgref 1, 356) und verdrängt später völlig
die ursprüngliche Bed., die sich aber bis ins 18. Jh. erhalten hat.
Bandmesser, n.: handbeilartiges Messer zum Behauen der Faßbänder(Reife). Bei Henisch 1616.
Bandwurm, m.: ein langer, weißer Ein- geweidewurm mit vielen Gelenken, der die Form eines Bandes hat. Bei Adelung 1774.
bang, bange(Komp. bänger, Sup. bängst, auch banger, bangst), adj. und adv.: be- engendes, beklemmendes Gefühl habend. Mhd.(in md. Quellen) bange, aber nur als Adv., aus be-ange, dessen ange das Adv. von enge(s. d.); dazu mnd.-ndl. bange. Auch Luther gebraucht bange nur als Adv., das sich später auch im Obd. ver- breitet. Die schlesischen Dichter verwenden das Wort dann auch als Adj.(wie schon früher im Ndd. üblich), und so wird es schon von Krämer 1678 aufgeführt. 4BL. Bange, f., mhd.(md.) bange m., auch benge, d. i. ahd. bengi f. bangen, v.:«bange machen; bange werden», dies auch unpersönlich mir(mich) bangt. Mhd. bangen in beiden Bedd., später aber verloren gehend und erst durch die neuere Dichtersprache wieder aufgekommen. Ade- lung 1793 kennt nur sich bängen(«in einigen gemeinen Mundarten»), erst Campe 1807 hat bangen. Dies scheint durch Wieland einge- führt, der es im Oberon in der Bed.«zagen) und(nach etwas b.)«sehnsüchtig sein» ver- wendet. Bangigkeit, f., spätmhd.(Bech Germania 18, 260) bangekeit. bänglich, adj. und adv., mhd. bangliche, nur adv.
Bangert, m.(-s, Pl.-e); angelegter Obst- baumgarten. Mit UÜbergang des m in n aus mhd. boumgarte m. Vgl. Wingert.
Banier, s. Panier.
1Bank, f.(Pl. Bänke): langer erhöhter Sitz(daher die Redensarten: durcCh die B. ohne Unterschied, nämlich der Daraufsitzen- den, schon mhd.; unter der B. liegen, als verachtet(16. Jh.); auf die lange B. schie- ben, im 17. Jh. bei Leibniz Unvorgreifl. Gedanken§ 109, wie uf die langen banck
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iehen u. dgl. bei Keisersberg, 1574 bei Hö- niger Narrenschiff 1132 duff die lange bancke sparen c«auf die Gerichtsbank, die lange Bank- truhe, in der man die Akten verwahrte, zu- rücklegen, den langen Weg Rechtens gehen lasseny, dann clang aufschieben überhaupt»; von der B. fallen, sowohl«mit einer Frauens- person ein uneheliches Kind zeugen», als auch «unehelich geboren werden? s. Bankert, die Bankk hier im Gegensatz zum Ehebett; sich hinziehende seichte Sandstelle im Meer; Tisch oder Gestell zu gewerblichen Zwecken (daher die Redensart durch die B. ziehen, eig. durch die Hechelbank, wie durchhecheln clästern), bei Schupp 535); Fleischertisch, das Fleisch zum Verkauf auszulegen(daher die Redensart zur B. hauen cöffentlich zer- hauen, nichts Gutes an jemand lassen, bei Luther); Brustwehr eines Walles(spätmhd.), daher über B. schießen, wenn keine Schieß- scharten in der Brustwehr sind(1757 in Eggers Kriegslex. 1, 216). Mhd. banc m. und f. (Pl. benke), ahd. banch m.(Pl. benchi); dazu asächs. Dank, ndl. hank, afries. benc, ags. benc f., engl. bench, anord. bekher m., dän. bänkc. Das M. ist noch jetzt im Schwäb.-Alem. üblich (darnach Mörike 2, 222). Dunkler Herkunft, vielleicht mit der Grundbed.«Erhöhung» zu anord. babci, schwed. backe, dän. batce m. «Hügel» zu stellen. Vgl. aber NMeringer Wiener SB. 144, 6, 97.
2Bank, f.(Pl. Banken): öffentliche Kasse für den Geldverkehr; das Gebäude dieser Kasse; der Spieltisch und das ausgesetzte Geld des Spielhalters im öffentlichen Geldwagespiel. Aus ital. banca(daraus franz. banque f.), das auf das deutsche Bank(vgl. mhd. wehsel- banc m. Tisch des Wechslers», in gleicher Bed. auch bloß banc m., schweiz. Id. 4, 1383 von 1409) zurückgeht. Bei Henisch 1616. Da- neben wurde auch ital. banco m. entlehnt in der Bed.«Wechselbank, öffentliche Geldnieder- lagey, dann auch«Münzfußy, nach dem bei der Geldbank gerechnet wird(daher hamburgisch Mark Banko). Banco Banky noch im Schelmufsky 61 und bei Ludwig 1716.
Bankbruch, m., eine von Campe 1795 vorgeschlagene Verdeutschung von Banle- rott(s. d.). Das abgeleitete Adj. bank- brüchig wird schon im 16. Jh. bei Fischart Garg. 78 gebraucht.
Bankeisen, n.: Eisen zur Befestigung einer Bank, dann auch eines Gestelles, Schrankes usw. an die Wand. 1741 bei Frisch.
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