Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
147-148
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147 Bambus

Nebenform Falz unerklärt. der urspr. Bed.«klopfen» zu dem 2. Teil von nld. aanbeld, mnd. anebelt, ambolt«Amboßy zu stellen(Falz zu dem gleichbedeutenden ahd. anafalz, ags. onfilt, engl. anvil). Vgl. ZfdPh. 38, 521.

Bambus, m.(Gen. wie Nom. und Bam- busses, Pl. Bambusse): ost- und westindisches Knotenrohr zu Spazierstöcken; der Spazier- stock davon. Aufgenommen zunichst aus ndl. bambhoes m., dazu franz. bamhou, engl. bamboo, span. portug. hamha, aus dem gleich- bed. malayischen bambi. Im 17. Jh. entlehnt (Belege von 1668 und 1686 bei Gombert 6, 10).

bammeln, v.: herabhangend hin- und her- schwanken. Dafür auch bambeln(Maaler Müller 1, 165) und pœmpeln(Luther 3, 374 b Jen. und Mathesius Sarepta 732 und 144), das man auf lat. pampinas, mlat. auch pampilzs m. Rebschoß, Rebrankey, älternhd. pampel, bampel m. zurückgeführt hat. Es ist aber wohl eher lautnachahmend neben bimmeln, bummeln, baumeln, vgl. auch himban! Krämer 1678 verzeichnet bammelen neben bonzmelen.

bamsen, v.:(das Fell) durchklopfen. Nicht identisch mit wanisen(s. d.), sondern geht auf mhd. bamhas, bams(Germania 23, 308) «dickes, haariges Fell an einem Sattel» zu- rück(Frisch 1, 54⁵).

banal, adj.: alltäglich= gemein. Aus franz. banal«der Zwangsgerechtigkeit unter- worfen, jedem zugänglich,(von Reden) ab- gedroscheny, beruhend auf mlat. bannalis cdem Bann unterworfeny, von hannus m., das das deutsche Bann(s. d.) zur Grund- lage hat. Erst um 1800 auftretend(Goethe 29, 85).

Banane, f.(Pl.-n): Paradies-, Adams- feige. Aus franz. banane, engl.span.-port. hanana, dem eine afrikanische Benennung zu- grunde liegt. Als Bananas 1595 bei Hulsius Schiffart 1, 24, Bonanas bei Münster Cos- mogr. Asien Kap. 106.

Banause, m.(Pl.-en): handwerksmäßig Arbeitender, gemein Denkender. Aus gr. Bvoucoc adj.«handwerksmäßig, gemein». Um 1800 aufgekommen, vgl. Zfd W. 5, 257. A B L. banausisch, adj.

Band, m.(-es, Pl. Bände): zusammen-

Vielleicht mit

zubindender Teil eines Sechriftwerkes; Buch-

schale, Einband. (unter ndd. Einfluß, mud. baut m.) und zu- erst bei Duez 1664 verzeichnet.

Abgezweigt von Banden.

Bandit

²Band, n.(-es), Pl. Bänder und(in der Bed. Fesseln) Bande: was zum Binden dient, Bindungsmittel, eigentlich wie bildlich; Bin- dungsmittel um Glieder des Gefangenen; langes, schmales Gewebe zum Binden. Mhd. bank(Pl. bant und bender, md. bande), ahd. bant n.(Pl. bant und bentir); dazu asächs. band(in höbidhand«Diadem), ndl. band m., afries. Dand n., engl. band, anord. band n., (Pl. bönd), schwed. band n., dän. baand n. Zu binden. Mit andrer Ableitung got. bancdli f., afr. bende f., ags.-engl. bend.

Bandage, f.(spr. Bandäsche, Pl.n): Verband einer Wunde. Aus franz. handage f. von bande f.«Binde, Band, Streif», das auf das deutsche Band zurückgeht. Bei Spe- rander 1728.

¹Bande, f.(Pl.-n): Rand(Einfassung), 2z. B. einer Billardtafel. Aus franz. bande f. (s. Bandage).

Bande, f.(Pl.-n): zu einem Zwecke in Verbindung stehende Personen, mit dem Nebenbegriff des Gemeinen und Schlechten. Im 18. Jh. aus franz. hande f., ital. handa f., hier in der Bed.«Schar», die auf die von«Fahnen- streifen, Fahney zurückgeht(vgl. Fühnlein). Schon langobard.- mlat. bandaum(bei Paulus Diaconus 1, 20 quod vexillum bandum apel- lanl), auf dem deutschen band(nach andern auf got. banduva f.«zeichen», das wohl zu gr. Paivw aus*oavj«scheine, zeigey, ge- hört) beruhend. Im 16. Jh. erscheint(mit Anlehnung an Band) Bände Pl.«Truppen- massen?, bei Henisch 1616 Bande als«fänlin, hande reuters». Vgl. Banner, Panier.

Bandelier, n.(*s, Pl.-e): Schulterriemen, Wehrgehenke. Aus franz. handouliere, it. handoliera f., und diese aus span. bandolera f. Am Anfang des 17. Jh. auftretend, z. B. 1616 bei Wallhausen Kriegskunst zu Pferd 38.

bändig, adj.: durch das Band, urspr. die Hundekoppel, festgehalten,(Günther 298), mhd. bendec. Jetzt nur noch in unbänclig. 4B L. händigen, v.: durch ein Band zwingen, durch Kraft bemeistern. Bei Henisch 1616.

Bandit, m.(-en, Pl.-en): Straßenräuber, Meuchelmörder. Aus ital. bandito m., aus mlat. baunitus«Verbanntery, Part. Praet. von ital. bandire, mlat. bannire«des Landes verweisen», eig. wie mhd. ze banne tuon cin den Bann tun» d. i. vogelfrei erklären. (Andre verbinden bandire mit got. bandoojan «ein Zeichen geben» von banchoa f. Zei-

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chen», also eig.«ͥdurch Ruf ein Zeichen