Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
145-146
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145 Ballei

Balz 146

lichen Ladung. Mhd. sagte man bloß last m. Falls bal- ursprünglich ist, so ist dies zu ndd. ndl. bal-, asüchs. bala-, ags. bealus-, ahd. halu-, got. balwwa-(in Zusammensetzungen) cschlecht zu stellen, also«schlechte, gering- wertige Last»(im Gegensatz zur wertvollen Schiffslast). Hochd. erscheint das Wort schon in frühnhd. Glossaren(im md. Voc. ex quo, auch 1501 im Voc. opt. Aa), in der Lite- ratur seit Anfang des 17. Jh.(vgl. Hulsius Schiffart 9, 15).

Ballei, f.(Pl.-en): ein Ordensbezirk der deutschen Ritter. Mhd. ballie aus mlat. bällia neben balliva, ballivia f.,«Bezirk eines ballévus» d. i. dem Rechtspflege und Verwaltung eines Bezirkes, einer Stadt usw. übertragen ist. Dies hallõvus(franz. hailli, ital. balivo) m. kommt von mlat. bälius m.(d. i. bajulus)«Träger, Geschäftsträger, Vorsteher, Vormundy.

Ballen, m.(-s, Pl. wie Sg.): rundlicher an- einander haftender und meist weicher Körper; (mehr mundartlich) Spielball(Goethe 11, 22); rundliche Erhöhung an Hand und Fuß bei Menschen und Tieren; in einem Umschlag zusammengepackte Masse; Maß einer Waren- masse, z. B. ein B. Papier= 200 Buch. Mhd. halle m., ahd. ballo m. und balla f.(daher franz. balle, s. ²Ball!). Die ursprüngliche schwache FPlexion ist im Nhd. der starken mit dem N. Sg. auf-en gewichen.

ballen, v.: zu einem Balle machen. Mhd. ballen. Meist refl. sich ballen.

Ballett, n.(es, Pl.-e): Schautanz auf der Bühne. Aus ital. baletto m., dem Dim. von hallo m. Tanz, Tanzfest»(s. Ball). Im Anfang des 17. Jh. gebraucht, z. B. 1609 bei Gödeke Grundr. ²2, 61, Nr. 17 und bei Weckherlin.

ballhornisieren, besser verballhornen v: (eine Schrift) durch vermeintliche Verbesse- rungen verschlechtern, verschlimmbessern. Das Wort kommt von dem Namen eines vom Jahre 1531 an tätigen Buchdruckers zu Lübeck (nach Schuppius Schriften S. 588 zu Soest in Westfalen) Johann Ballhorn, der in einem Abcbuche, das er oft herausgab, mancherlei ungeschickte Veränderungen anzubringen und auf dem Titel beizufügen pflegte«vermehrt und verbesserto,«auctior et correctiors, wes- halb er im 17. Jh. allgemein sprichwörtlich war. ballhornisieren zeigt die undeutsche Endung-iSieren, franz. iser.

Ballon(Spr. Ballöng), m.(-s, Pl. ‧s): großer Ball, zum Schlagen usw.; mit Luft gefüllter Ball zum Aufsteigen in die Luft,

weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

Luftballon. Aus franz. ballon nach ital. ballone m., dies mit der Vergrößerung ausdrückenden Endsilbe von balla f.(s. 2Ball!). Schon im 16. Jh. ndl. halloen, palloen(Kilian 695 a) und am 1600 auch hochd. z. B. 1616 bei Henisch und 1618 bei Schönsleder D(als Pallon bei Fleming 117).

ballotieren, v.: mittelst Stimmkugeln wählen. Aus dem gleichbed. franz. ballotter, von ballotte f. Sstimmkugel⸗, dem Dim. von halle f.«Kugel, Ball». Bei Duez 1664 in der Bed.«Ball spielen), in der jetzigen bei Adelung 1793(schweiz. Id. 4, 1156 Beleg von 1610).

Ballspiel, s.*Ball.

Balsam, m.(-s, Pl.-e): wohlriechender Saft aus destillierten Olen; Wohlgeruch; linderndes Heilmittel. Mhd. balsame, balsem, ahd. balsamo m., entlehnt aus gr. Jat. balsa- mum, gr. Bäkcahov n. Harz des Balsam- baumesy. Dies stammt aus arab. basnm, balsam Balsamstrauch». Got. balsan n. Balsam» zeigt auffallendes n. 4.L. bal- samen, balsamieren, v., mhd. balsemen, balsamieren. Balsamine, f.: das Springkraut, impatiens noli tangere, das zu einem Wund- palsam dient. Aus nlat. balsamina, das auf gr. Boxcauivn f.«Balsampflanze» beruht. bal- samisch, adj., bei Stieler 1691.

baltisch, adj.: die Ostsee betreffend, im 16. Jh. Zu lat.-germ. Baltia(Plinius 4, 13, vgl. Belt).

Balustrade, f.(Pl.-/): Brustlehne, Ge- länder. Aus gleichbed. franz. balustrade, ital. balaustrata f., von franz. balustre, ital. ba- laustro m.«Geländersäule», und dies von mlat. balaustium, gr. ßoaucriov«Blüte des wilden Granathaumes», nach der ähnlichen Form auf die Verzierung des Geländers übertragen. Im 18. Jh.(1778 bei Amaranthes ³ 1, 316.)

Balz, f., seltener m.: Begattung des größern Federwildes; Ort und Zeit der Begattung. balzen, v.: sich begatten, vom größern Feder- wilde, als Auer-, Birk-, Haselgeflügel, Fasan, Kranich, Schnepfe usw. Daneben Fala, falzen (s. d.). Mhd. erscheint balze m. als Ort, wo das Federwild sich zu begatten pflegt(im Salbuch des Klosters Engelthal in der Wetterau 1340 der Flurname ame hanen baltzen, in einer Gerauer Urkunde v. J. 1355 bei Baur hess. Urk. 1, 425 vf den baltzen). Unsichrer Her- kunft. Die Ableitung von it. balzo«Sprungꝰ, balzare«hüpfeny würe der Bed nach mög- lich, doch wird balzare nie von der Begattung der Vögel gebraucht, auch bleibt dabei die

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