143 Balge
holginn cgeschwollen. Vgl. auch Polster. Verwandt ist lat. follis m.«lederner Schlauch, Blasebalg,, gall. lat. bulga f. lederner Ran- zen?, irisch bolg«Blasebalg», altir. bolgaim eschwelley, preuß. po-halso«fühl?, balsinis Kissen», slov. Blazina Federbett», serb. bla- zina«Kissen, Polstero, aind. barhis n. Opfer- streuy, apa-barhanam n. Decke, Polster. Vgl. Meringer Wiener SB. 144, 6 S. 102. 4 BL. bälgen, v.: den Balg abziehen. Refl. sich hilgen: die Haut oder Hülse von sich ab- gehen lassen.
Balge, f.(Pl.-n): Waschkübel. Aus dem Ndd. balje, mnd. ballye, halge«Tonne, Kufe, Schöpfgefäßs», mit ndll. Palie f. Zubery, schwed. Dalja f. Eimery, entlehnt aus franz. haille f.«Kufen, und dies wohl aus bret. Dal dss., vgl. Hatzfeld- Darmsteter.
balgen, v.:(veraltet, noch in obd. Mund- arten) zornig reden, zanken. Refl. sich b. cringend und zerrend die Leibeskraft aneinander ver- suchen⸗(bei Luther). Gebildet von dem ilternhd. Balg m.:«Streit, Zank, Handge- menge»(Pleming 112), zu belgen czornig seiny (s. Balg). 4B L. Balger, m.: Zänker, Raufer (bei Fischart Nacht Rap V. 1496). Davon Balgerei, f.(Fischart Garg. 306).
bälgen, s. Balg.
Balken, m.(-s, Pl. wie Sg.): mittelst der Säge oder Axt bearbeitetes Stück Bauholz, sowie diesem Ahnliches. Mhd. balle, ahd. h&olxo, balcho; dazu asächs. balleo, ndl. halk, fries.ags. halca m., engl. bal und(mit ab- weichender Ablautstufe) anord. bjalki m., schwed. Ljl!le, dän. hjelke m.«Balken». Hier- her auch ags. bolca m. Schiffsgangy, viel- leicht auch Bohle(s. d.). Zu gr. gdxars Holzstamm, Gliedy, lat. sufylämen aus*sup- Adgmen unter das Rad gelegter Balken?, lit. balꝝ éna«Lüngebalken an der Egge“, russ. holozno«großes Brettꝰ, ai. Phaurijäus«Schnitz- bank». Vgl. Walde s. v. und unter faclcio. Im Got. dafür ans m. Die urspr. schwache Flexion ist nhd. der starken gewichen; doch ilternhd. noch Balke(Freyer 263), Ball..
Balkön, m.(s, Pl.-e): erhöhter Balken-
Vorsprung am Hause, zu Austritt und Sitz
im Freien. Nach ital. balcone, venezianisch und paduanisch wie franz.(entlehnt) balcon m., gebildet aus ahd. balko m.«Balken», mlat. halco(Gen. balconis). Im 17. Jh. entlehnt.
„Ball, m.(es): Anschlag der Jagdhunde. Weidmännisch. Spätmhd. hl(Gen. halles) m. Gebelle, Gekläffen, zu Lellen.
1 Ballast
„Ball, m.(-es, Pl. Bälle): kugelrunder Körper. Mhd. bal(Gen. Palles), spütahd. Dal (häufiger in arsbelli Pl.«die Hinterbacken, der Hintere»), daneben das schwache M. mhd. balle, ahd. ballo(s. Ballen), aus dem aber bal nicht hervorgegangen ist, das vielmehr nach anord. Löllr m.«Kugel, Hode», schwed. boll, dün. bold«Ball m. als u-Stamm(got. hallus) anzusetzen ist. Verwandt ist noch Bolle(s. d.) und gr. Möc, air. Dall«mem- brum viriley. Weiteres bei Johansson PBr. Btr. 15, 225, Walde s. v. follis. Franz. balle, ital. balla f.«Kugely, ist aus dem Deutschen (ahd. balla f. neben ballo m.) entlehnt. ZUS. Ballspiel, n.: Spiel mit dem Ball. Zu An- fang des 15. Jh. ballespil. Davon Ballspieler, m., 1482 im Voc. theut. palspiler.
„Ball, m.(-es, Pl. Bälle): Tanzfest. Schon mhd. vereinzelt für den mit Ballspiel ver- bundenen Reigen(Athis 105, 94), in der jetzigen Bed. im spütern 17. Jh. eingedrungen (Stieler 1691 verzeichnet das Wort als N., als M. wird es z. B. gebraucht von Hagedorn Oden 133). Aus ital. ballo, franz. bal m. Tanz, von ital. Dallare, afranz. Daller«tanzen⸗ Dies ist wahrscheinlich von germ. ball(§. 2Ball) abgeleitet, da im Mittelalter das Ballspiel ein mit Gesang und Tanz verbundenes Spiel war. Andre knüpfen an das in Großgriechenland und Sizilien übliche gr. BaMicetv«tanzen, hüpfen, springen»(von BdMetv«werfen») an.
Ballade, f.(Pl.-n): mit lyrischer Emp- findung erzihlendes Gedicht. Aus franz. bal- lade f., das auf prov. halada, ital. pallata f. Tanzlied beruht, dem substantivisch ge- setzten F. des Part. Prät. von ital. Dallare ctanzen»(s. 5Ball!). Nach dieser Bed. bei Fischart Garg. 304. Der jetzige Begriff ist nach dem Vorbilde der englischen und schot- tischen ballads geltend geworden, aus denen Bürger und andre schöpften.
Bällast und Balläst, m.(-es): Unter- ladung im Schiffe, damit es im Gleichgewicht bleibe und tiefer gehe; Untaugliches und Uberflüssiges(eig. fiber Bord zu Werfendes). Aus ndd. ndl. ballast m., woher auch engl. hallast, schwed. barlast, dun. haglast m.«Bal- lasty. Die Formen des Schwed. und Dun. bernhen auf einer Ausdeutung des Wortes; harlast(früher auch im Nad.) als«bare, bloße Lasty(im Gegensatz zur eigentlichen Schiffs- ladung) genommen, baglast(bag= ist ndl. bak, schwed. bach.«hinters, vgl. 1Backen) als «Hinterlast, Last hinter oder unter der eigent-
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