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Bakel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Schulstock zur Züchtigung. In der Schulsprache aus lat. baculus m. Stock». Bei Krämer 1678 Backel.
baken, v.: schlagen, z. B. Flachs nach dem Dörren, Gerste usw.(Brockes 7, 571). Aus mnd. boken aklopfen, schlageny.
Bakkalaureus, m.; Gelehrter des nie- drigsten akademischen Grades. Mit Anleh- nung an laureus«Lorbeer» umgedeutet aus mlat. baccalarius«Ritter, der einem andern untergeordnet ist, Knappe», dann«Inbaber der dem Doktorgrad untergeordneten aka- demischen Würde»(1420 baccalerer Diefenb. 64°, 1482 im Voc. theut. c5 ι baccalari, chalb- meyster der freyn kunst»), woher franz. bachelier«Edelknappe, Bakkalaureus», engl. bachelor«Junggeselle, Bakkalaureus». 4BL. Bakkalaureät, m.(-es, Pl.-e): Würde des Bakkalaureus. 1520 bei Luther christl. Adel L 3²2 Baccalariat.
balancieren, v.: das Gleichgewicht hal- ten. Aus dem gleichbed. franz. balancer, von balance f., mailänd. venetianisch span. balanza f.«Wagschale, Gleichgewicht, Schwebes, eig. Wage», mit Ubergang des ursprünglichen i in a(wie denn noch ital. bilancia f. Gleich- gewicht, Wage») hervorgegangen aus dem Akk. Sing. bilancem von lat. bi-lanæ zwei Wagschalen habends. S. auch Bilanz.
Balbier, s. Barbier.
Balche, s. Belche.
bald,(dichterisch wie älternhd. auch) hal- de, adv.(Komp. bälder, Sup. bäldest): ohne Aufenthalt; in kurzer Zeit; in kurzer Ent- fernung; beinahe; ohne Mühe. Gebildet vom Adj. mhd. halt(Gen. baldes) crasch, schnell und(ursprünglicher)«kühn, tapfer, freimü- tig, dreisty, ahd. hat fast nur diese Bedeu- tungen, ebenso asächs. bald; dazu noch ndl. houd(aus*bald) ctrotzig, frech', ags. beald, hald, engl. bold, anord. ballr«kühn, tapfer, frechy, got. halps(im Adv. balpaba ckühn, dreists). Hierher der Name des westgotischen Adelsgeschlechtes der Balthae, d. i. got. bal- Hai und des Gottes anord. Baldy, ahd. Paltar (vgl. ags. bealdor, anord. baldr m.« Fürst»), auch der Eigenname Baldain, mhd. Balde- win, dessen zweiter Teil mhd. wine, ahd. wini«Freund, Geliebter» ist,«kühner, schnel- ler Freund»(im Tierepos der Name des Esels). Verwandt ist nach einigen lit. bältas «weiß», danach als Grundbed. wohl clicht, hell, offen, freimütig» anzunehmen. Vgl. aber Meringer IF. 18, 285, nach dem Verwandt-
schaft mit Bild, Bohle, engl. bill usw. vor- liegt und von einer W. bel mit der Bedeu- tung chauen» auszugehen ist. Das Adv. mhd. balde, ahd. baldo bedeutet«ungestüm, keck- lich und schnell, sogleich». 4B L. Bälde f. (in Bälde«sogleich⸗). Der Form nach dem mhd. belde, ahd. bald, got. balpei f.«Kühn- heit, Zuversicht, Dreistigkeity entsprechend, in Wirklichkeit aber Neubildung zu bald (nach Heynatz 1796 nur in obd. Schriften). baldig, adj. Schon 1420(Schröer Voc. 2159) baldig«sich überstürzend, schnelly, als Ersatz des Adj. bald erst in der neuern Sprache üblich, von Adelung 1793 noch beanstandet.
Baldachin, m.(-‧s, Pl.-e): Trag-, Thron- himmel. Mhd. baldekin m. ist kostbarer, sei- dener, mit Goldfäden durchwirkter Stoff, Teppich von Baldac, entsprechend mlat. baldakinus, ital. baldacchino. Baldac, ital. Baldãcco, ist aus arab. Bagdãd entstanden, dessen Seidenstoffe berühmt waren. Die nhd. Bed. daraus, daß die Thronhimmel mit sol- chen Seidenstoffen bedeckt waren, sie kommt schon im 14. Jh. vor(s. Diefenbach-Wülcker S. 152), das der ital. Form angenäherte Bal- dachin aber erst im 1. Jh.
Baldrian, m.(-S, Pl.-): das Katzen- kraut. Mhd. baldrian, mit Einschiebung eines d aus dem mlat. Namen der Pflanze, vale- riana f., hervorgegangen. Im 15. Jh. finden sich die deutschen Namen katzenkerüt, Katzen- lieb, weil die Katzen dem Wasserbaldrian (valeriana officinalis) des Geruches wegen, der dem des Katzenharns ähnelt, nachgehen.
Balduin, s. bald.
Balg, m.(-es, Pl. Bälge): aufgeschwellte Fruchthülle; abgestreifte(aber nicht abge- zogene) Tierhaut;(ehedem auch) Menschen- haut,(dann verächtlich, auch als n. mit dem Pl. Bälger) Mensch, besonders unzüchtige schlechte Weibsperson, böses Kind(1564 pei Glaser Gesindteufel E 6 b); schwellendes Geräte zum Windausstoßen. Mhd. balc m. (Pl. belge)«Blumenhülle, Hülse, Haut, schlech- tes Weibsbild», ahd. balg(Pl. belgi) m. cGe- treidehülse, Haut, Blasebalg»; dazu ndl. balg m., ags. bœælg m.«Balgs, engl. bell«Bauch? und bellows Pl.«Blasebalg», anord. belgr m. «Balg»(auch auf Menschen angewandt), schwed.-dän. bälg Balg», got. balgs m.(Pl. halgeis)«Schlauch». Zu dem Verbum ahd. belgan caufschwellen», meist(refl.)«aufge- bracht, zornig sein», wie mhd. ndl. belgen,
asäclis. belgan, ags. belgan, anord. Part. Prät.


